Über zwei Jahre Knast für Spam-Betrug
Ein US-Distriktgericht hat zwei russische Immigranten zu Gefängnis und Geldstrafen wegen vollendeten E-Mail-Betrugs verurteilt.
Ein US-Distriktgericht hat zwei russische Immigranten zu jeweils 27 Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 104.000 US-Dollar wegen vollendeten E-Mail-Betrugs verurteilt. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass die beiden Russen Drahtzieher einer Bande sind, die insgesamt 50 Millionen Spam-Mails durchs Netz geschickt hat. Mit diesen Betrugs-Mails hätten die Betrüger arglosen Bürgern über 250.000 US-Dollar aus der Tasche gezogen.
Die Betrüger hatten zunächst mittels käuflich erwerbbarer Software Adressen und Profile von möglichen Empfängern gesammelt. In zwei Wellen von jeweils rund 25 Stunden schickten sie dann im September 1999 die erwähnten 50 Millionen E-Mails ab. Darin versprachen die Russen ihren "Kunden", für vorab überwiesene 35 US-Dollar einen Job mit einem monatlichen Einkommen von mehreren Tausend US-Dollar zu organisieren. Adressaten waren, wie sich hinterher herausgestellt hat, insbesondere Arbeitssuchende, die zum Beispiel kurz zuvor ihren Uni-Abschluss gemacht hatten.
Die gefälschte Absenderadresse verwies auf den Provider Mountain Telecom. Dort trudelten in Folge der Aktion denn auch über 100.000 Beschwerden von Jobsuchenden ein, die das Geld überwiesen hatten und auf Antwort warteten. Der so geschädigte Provider gibt an, er habe seine Server herunterfahren und drei Vollzeitkräfte nur zur Beantwortung der Beschwerdeanfragen einstellen müssen.
Parallel dazu begannen Postbehörden mit Ermittlungen. Sie verfolgten die IP-Adressen in den E-Mails und stellten fest, dass der Absender Kunde beim Provider FlashNet war. Ungeschickterweise hatte einer der beiden Russen den Account zuvor per Kreditkarte gezahlt – die Übeltäter waren aufgespürt.
Christopher Johnson, Sprecher der Staatsanwaltschaft Los Angeles, geht davon aus, dass die Betrüger ihren Opfern insgesamt zwischen 250.000 und 300.000 US-Dollar aus der Tasche gezogen haben. Bisher fehlt jede Spur von dem Geld. Leider sei das Internet wie geschaffen für diese Art des Betrugs, sagte Johnson. "Um denselben Effekt mit echten Papierbriefen zu erzielen, hätten die Gauner alleine 16,5 Millionen US-Dollar an Portokosten vorschießen müssen", konstatierte er. (hob)