Neue Substanzklasse aus Deutschland könnte zum Massenmedikament werden

Für eine neuartige Therapie gegen Lungenhochdruck sind sich drei Pharmaforscher für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. Das bisherige Nischenmedikament könnte bald auch bei weiter verbreiteten Leiden helfen.

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Neue Substanzklasse aus Deutschland könnte zum Massenmedikament werden

CTEPH-betroffene Lunge.

(Bild: Bayer)

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Von
  • Sascha Mattke

Gegen die langfristig tödliche Lungenerkrankung "Chronische thromboembolische pulmonale Hypertonie" (CTEPH) gab es lange kein Medikament – und eine Operation war nur bei etwa jedem zweiten Betroffenen möglich oder hilfreich. Erst seit 2014 ist in der EU mit Riociguat auch eine medikamentöse Behandlung gegen CTEPH zugelassen. Und laut Professor Ardeschir Ghofrani von der Ambulanz für Pulmonale Hypertonie des Universitätsklinikums Gießen könnte dieser Wirkstoff in Variationen auch bei weiter verbreiteten Lungen- und Herzerkrankungen zugelassen werden. Das berichtet Technology Review online ("Das war elektrisierend") in einem aktuellen Beitrag.

Für ihre Beiträge zur Entwicklung und Zulassung von Riociguat sind Ghofrani sowie Reiner Frey von Bayer Pharma und sein Kollege Johannes-Peter Stasch für den diesjährigen Deutschen Zukunftspreis nominiert. Der Wirkstoff simuliert direkt ein Enzym, das im menschlichen Körper normalerweise auf Stickstoffmonoxid reagiert. Viele Lungen- und Herzerkrankungen hängen laut Ghofrani mit Problemen beim Stickstoffmonoxid-Haushalt zusammen.

Schon in diesem Jahr könnten die Ergebnisse einer aktuell laufenden Phase-IIb-Studie zur Verwendung einer Riociguat-Variante gegen Herzinsuffizienz vorliegen. „Wenn die auch nur den kleinsten positiven Hinweis liefert, wäre das die Erweiterung in die Breitenmedizin“, sagt Ghofrani. Ähnlich könne es bei verbreiteten Lungenkrankheiten laufen.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)