Filmreif

Als `flankierende Maßnahme zur Einführung der digitalen Fotografie´ würde das deutsche Behördenwesen das reichliche Auftauchen kleiner Dia- und Negativ-Scanner auffassen. Und das ist gar nicht mal so falsch ...

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 3 Min.

Was die digitale Bildbearbeitung erst interessant macht, ist die weitreichende Verfügbarkeit aller für den Privathaushalt typischen Bildquellen. Da darf das Dia oder der Negativ-Film nicht fehlen, auch wenn die digitalen Kameras der herkömmlichen Fotografie mehr und mehr Marktanteil streitig machen möchten. Folglich gibt es plötzlich - nach Jahren, in denen nahezu ausschließlich teure und hochwertige Durchlichtscanner erhältlich waren - ausgesprochen günstige Angebote.

HP überraschte die Fachwelt mit einem Komplettsystem, das aus einer digitalen Fotokamera und einem Fotodrucker besteht (siehe Seite 94), vervollständigt um einen Kombiscanner für Negative und Diavorlagen sowie Papiervorlagen bis zur Größe von maximal 12,5 × 17,5 cm. Je nach Vorlage arbeitet der Scanner mit 2400 dpi (Negative, Dias) oder 300 dpi (Papiervorlagen). Das Gerät wird mit TWAIN-Treibern für Windows 95 ausgeliefert; HP legt die Bildbearbeitungssoftware Picture It von Microsoft bei. Der per SCSI-Schnittstelle angekoppelte Scanner - eine ISA-Interface-Karte liefert HP mit - soll bei der Markteinführung im Herbst unter 1000 Mark kosten.

Mit 1200 dpi arbeitet der Film- und Diascanner von Epson. Er akzeptiert Bildmedien im 35-mm-Kleinbildformat sowie APS-Negativstreifen. Bei der Umwandlung von Negativen setzt das 30-Bit-Gerät interne Farbumsetzungstabellen ein, was zu besonders brillanten Ergebnissen führen soll. Das ebenfalls per SCSI angekoppelte Gerät arbeitet sowohl am PC wie auch am Macintosh. Im Lieferumfang enthalten ist eine Software zur Verwaltung und Archivierung von Bildern.

Wie der Epson-Scanner nimmt Konicas Filmscanner Qscan QS-1202E Dia-, Negativfilmvorlagen und APS-Filme an. Das Gerät erkennt selbsttätig den Typ des eingelegten Mediums und beginnt automatisch mit dem Scanvorgang. Die maximale Auflösung liegt bei 1200 dpi; im Lieferfumfang ist Adobe PhotoDeluxe enthalten. Das an der SCSI-Schnittstelle angekoppelte Gerät wird mit TWAIN-Treibern für Windows ausgeliefert und soll ab Juni 1997 erhältlich sein. Den Preis benennt Konica mit etwa 1800 Mark.

Im Laufwerksschacht eines PC findet der Kombiscanner von Artec Platz. Das ScanRom genannte Gerät arbeitet mit einer optischen Auflösung von 400 × 400 dpi und liest sowohl Dias als auch Negative und Papiervorlagen ein; der Anschluß an den PC erfolgt per paralleler Schnittstelle (EPP). Der Preis für das Bundle aus Scanner, einer Dokumentenverwaltungssoftware und Adobe PhotoDeluxe stand auf der CeBIT noch nicht fest.

Storm Technology präsentierte in Hannover einen ebenfalls im Laufwerksschacht residierenden Scanner. Das Gerät nimmt automatisch Papiervorlagen bis 5 × 7 Zoll entgegen, die Auflösung liegt bei 400 × 400 dpi. Dias oder Negative verarbeitet das Gerät nicht.

Mit anwenderfreundlicher Software will Primax das Scannen entscheidend vereinfachen. Wie bei großen und teuren digitalen Farbkopierern sorgt das Gespann aus Scanner und Software selbsttätig für eine Korrektur von Farben, Kontrast und Helligkeit. Schräg aufgelegte Vorlagen rückt das System automatisch zurecht. Der UltraScan 300 wird komplett über eine Kombination aus LC-Display und mehreren Knöpfen bedient, selbst das Starten einer bestimmten Applikation auf dem per Parallelport angekoppelten PC wird vom Scanner-Bedienfeld ausgelöst. Ab April soll der UltraScan 300 für knapp 500 Mark erhältlich sein. (uh) (uh)