Letzte Hilfe fĂĽr Grafikkarten

Als Nonplusultra bei Grafikkarten-Einstellungsproblemen gilt unter Spielern und anderen Anwendern der "http://www.scitechsoft. com" Scitech Display Doctor (SDD), eine Sammlung von Tools, die dieser Tage in der überarbeiteten und erweiterten Version 6.0 auf den Markt kommt. Kernstück des Pakets ist nach wie vor der DOS-Treiber UniVBE. Er ergänzt das BIOS der Grafikkarte durch eine Version gemäß VBE (VESA BIOS Extension) in der Version 3.0 und unterstützt sowohl ältere als auch aktuelle Grafikchips wie Permedia 2, Rage Pro, Riva 128 und Vérité 2100/2200.

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Von
  • Manfred Bertuch

Mit VBE 2.0 wurde zunächst im wesentlichen ein 32-Bit-Protected-Mode-Interface eingeführt, das die Möglichkeit bietet, den Bildspeicher oberhalb von 1 MByte als linearen Bereich in den Adreßraum einblenden zu können. Neuere Spiele und andere DOS-Software können so Super-VGA-Modi effektiver nutzen, da das sonst erforderliche Bankswitching und die damit verbundenen Berechnungen entfallen. SciTech unterstützt für Grafikbausteine von ATI, S3 und Tseng die Accelerated Functions: Sie stellen betriebssystemunabhängige Linien- und Löschbefehle bereit, die die 2D-Engines der Grafikchips mit hoher Geschwindigkeit ausführen. Mit VBE 3.0 kommen Funktionen für Tripple Buffering, Bildspeichersteuerung für 3D-Brillen (Stereo Flipping), das VESA VBE Serial Communication Interface und das VESA GTF (Generalized Timing Format) hinzu. UniVBE wird in AUTOEXEC.BAT eingebunden und lädt sich beim Systemstart resident in den Speicher; es belegt etwa 19 KByte. Seine Funktionen stehen auch in DOS-Boxen unter Windows 95 zur Verfügung.

Mittels des Control Centers (siehe Screenshot) stellt man beispielsweise die Lage und Größe des Desktop, die Polarität der Sync-Impulse oder die Bildwiederholraten für DOS und Windows ein. Für DirectX-Modi unterhalb von 640 × 480 Bildpunkten kann man den Refresh in 1-Hz-Schritten vorgeben, alle höheren Auflösungen sind in 5-Hz-Schritten justierbar. Schließlich gehören noch ein DOS-Power-Management, ein Performancetestprogramm sowie ein AVI-Player zur Ausstattung des SDD. Die Funktionen für die Bildwiederholraten sind nützlich, da die DOS-Grafikmodi meist mit flimmrigen 60 oder 70 Hz arbeiten. Boards mit dem Riva 128 (Victory Erazor, Viper V330 ...) setzte der SDD problemlos auf erträgliche Refreshwerte. Der miroCrystal VRX mit dem Vérité 1000 konnte der Display Doctor das Flimmern unter DOS jedoch nicht abgewöhnen: Das Refresh-Tool stürzte ab.

Karten mit dem Permedia 2 bieten von Haus aus nur zwei S-VGA-Modi. UniVBE vermehrt diese auf 59, von denen sich die 256-Farben-Modi beispielsweise in Quake problemlos aufrufen ließen. Ein älterer DOS-Bildbetrachter (QPV V1.6c) kam mit den aufgebesserten Permedia-2-Modi dagegen nicht zurecht, DOS-Grafik-Modi liefen teilweise mit 200 Hz und zwangen den Monitor zum Abschalten. Den größten Nutzen haben Besitzer älterer Karten ohne VESA-2.0-BIOS. Bei aktuellen Boards ist ein VESA-BIOS der Version 2.0 Standard, und die neuen VBE-3.0-Funktionen sowie die Accelerated Functions haben in der Praxis so gut wie keine Bedeutung. Ihnen bleiben als Vorteil lediglich die flimmerfreien DOS-Grafik-Modi, die mit den 44,95 US-Dollar für die Registrierung der Software allerdings recht teuer erkauft werden. Da der SDD offenbar längst nicht alle Grafikkarten in den Griff bekommt, ist die Möglichkeit, das Programm 21 Tage lang testen zu können, ein faires Angebot. Wer die Version 5.3a des SDD nach dem 24. Januar 1997 erworben hat, erhält die registrierte Version gegen eine Versandpauschale von 14,95 $. Dieses Angebot gilt bis zum 1.2.1998. Für alle anderen beträgt der Upgrade-Preis 24,95 $. (M. Bertuch/ea) (ea)