Paypals erste Quartalszahlen begeistern Börse nicht
Die ersten Quartalszahlen seit Paypals neuerlichem Börsegang haben die Anleger nicht beeindruckt. Die Geschäftszahlen sind zwar besser als erwartet ausgefallen, der Aktienkurs gab dennoch gut vier Prozent nach.
(Bild: @francois CC-BY 2.0)
Zum ersten Mal seit dem neuerlichen Börsengang im Juli hat Paypal am Mittwochabend über seinen Geschäftsverlauf informiert. Der Umsatz im dritten Quartal ist trotz des starken Dollars um 14 Prozent auf 2,258 Milliarden US-Dollar gestiegen. Der Betriebsgewinn konnte um 21 Prozent auf 330 Millionen Dollar gesteigert werden, der Reingewinn gar um rund 29 Prozent auf 301 Millionen.
(Bild:Â Paypal)
Auch die Zahl der aktiven Kunden ist angewachsen, und zwar um zwölf Prozent auf 173 Millionen. Ein Kunde gilt bei Paypal dann als aktiv, wenn er in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal etwas bezahlt hat oder eine Rückerstattung bekommen hat. Im Schnitt zahlten die aktiven Kunden 27 Mal im Jahr etwas über Paypal. Vor einem Jahr lag dieser Wert bei 24 Zahlungen.
Beim Gewinn je Aktie hat Paypal die durchschnittlichen Erwartungen der Finanzanalysten übertroffen. Beim Umsatz wurde diese Erwartung minimal verfehlt. Trotz der insgesamt positiven Entwicklung gab Paypals Aktienkurs im nachbörslichen Handel um gut vier Prozent nach.
Krediteinnahmen steigen
Von Paypals Quartalsumsatz sind 1,982 Milliarden (+13%) auf Transaktionsgebühren und 276 Millionen (+25%) auf anderen Leistungen, insbesondere Kreditzinsen und -gebühren, entfallen. Gut 50 Prozent des Umsatzes erzielt Paypal in den USA. Dort ist das Umsatzwachstum mit 20 Prozent auch deutlich stärker, als im Rest der Welt (+9%).
Insgesamt haben Paypal-User im dritten Quartal Transaktionen im Gesamtwert von fast 70 Milliarden Dollar veranlasst. Das ist ein FĂĽnftel mehr, als vor einem Jahr. 3,24 Prozent der Summe behielt Paypal als GebĂĽhren oder Zinsen ein.
Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es noch 3,39 Prozent gewesen. Dieser Rückgang beruht laut Paypal darauf, dass nun mehr größere Unternehmen Paypal als Zahlungsmethode akzeptieren. Den großen Akzeptanzpartnern muss Paypal es billiger geben.
Venmo
Außerdem erfreut sich Venmo rasant steigender Beliebtheit. Diese App hat Paypal im Zuge der Braintree-Übernahme erworben. Venmo ermöglicht Privatpersonen, unter einander Geld zwischen ihren jeweiligen Bankkonten zu überweisen. Die in Europa alltäglichen Überweisungen von Bank zu Bank gibt es in den USA in der günstigen Form nicht. Das lässt Raum für Dienste wie Venmo.
2,1 Milliarden Dollar haben Venmo-User im Quartal unter einander bewegt. Im Jahresabstand ist das mehr als eine Verdreifachung. An diesen Transaktionen verdient Paypal derzeit aber nichts. Je mehr Geld ĂĽber Venmo flieĂźt, desto geringer wird der Prozentbetrag aller Transaktionen, die das Unternehmen einstreifen kann.
Paypal möchte jedoch auch die Venmo-App zur Zahlungsmethode in Ladengeschäften machen. Sie soll dann überall dort funktionieren, wo auch der klassische Paypal-Dienst akzeptiert wird. (ds)