Pentium III, jetzt auch mit 800 MHz

Mit dem Athlon-750 hatte AMD die MHz-Krone bei den x86-Prozessoren an sich gerissen. Das konnte Intel nur schwer ertragen und geht knapp vier Wochen später mit dem Pentium-III-800 erneut in Führung.

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Von
  • Georg Schnurer

Ob es Intel nun offiziell zugeben will oder nicht, der Athlon bereitet den erfolgsgewohnten Recken um Andy Grove mehr Probleme als diese anfangs geglaubt hatten. Zu allem Überfluss schaffte es AMD dann auch noch, mit dem Athlon-750 eine CPU auf den Markt zu bringen, die schneller getaktet war als alles, was Intel bis dato zu bieten hatte.

Doch damit ist jetzt Schluss! Mit Hilfe des neuen Coppermine, gefertigt in einem 0,18-µm-Prozess, kann Intel endlich wieder beim Drehen an der MHz-Schraube mithalten. Der integrierte L2-Cache (256 KByte) ermöglicht aber nicht nur höhere Taktraten, er gestattet auch eine einfachere ‘Verpackung’ des Prozessors. Deshalb wird es den Pentium III in allen Taktraten bald im neuen FC-PGA-Gehäuse geben. Der Slot-I sieht also seiner baldigen Beerdigung entgegen, auch wenn es die neuen Pentium-III-Modelle bislang nur als Slot-I-Typen gibt.

Allerdings garantiert dies noch lange nicht, dass sie auch in jedem Slot-I-Board zuverlässig funktionieren. Zum einen muss ein passendes BIOS mit geeignetem Microcode-Patch her, zum anderen muss das Board aber auch die Versorgungsspannung von 1,65 Volt liefern können. Einige kleine Unterschiede im Timing sorgen darüber hinaus dafür, dass so manches ältere System instabil läuft. Dies muss allerdings nicht immer am Board liegen. Einige Windows-Treiber, wie etwa der, den Creative Labs mit der Soundblaster Live! Value ausliefert, bekommen ab 600 MHz ein Problem. Hier hilft dann nur ein Update mit Hilfe der im Web bereitgestellten neuen Treiber.

Die neuen Pentium-III-CPUs hat Intel mit einem festen Multiplikator versehen. Das heißt, der 750er arbeitet stets mit 7,5 x 100 MHz, wohingegen es den 800er als B-Typ mit 6 x 133 MHz und als normalen Pentium-III mit 8 x 100 MHz gibt. Beim Einkauf gilt es also darauf zu achten, den richtigen Prozessor zu erwischen.

Doch was leisten die neuen CPUs in der Praxis? MHz, das hat uns Intel immer wieder eingebläut, sind ja nicht alles. Wir haben den 750er- und 800er-Prozessor zunächst auf einem aktuellen BX-Board (Asus P3B-F, 100 MHz FSB) getestet. Zusammen mit einer GeForce-Grafikkarte mussten sie zeigen, ob sie bei Spielen und typischen Büroanwendungen schneller sind als AMDs Athlon-750.

Bei gleicher Taktrate, also bei 750 MHz, liegen Athlon und Pentium III nun im Prinzip gleich auf. Bei den Anwendungstests waren kaum Unterschiede auszumachen und bei den getesteten Spielen lag mal AMDs, mal Intels Flaggschiff in Führung. Bei 800 MHz lag der Pentium III in den meisten Disziplinen vorn. Nur Expendable, Incoming und der 3DMark99 laufen auf einem Athlon-750 immer noch schneller als auf dem Pentium III mit 800 MHz. Daran ändert sich übrigens auch nichts, wenn man den Intel-Prozessor in einem i820-Board mit 133-MHz-FSB-Takt und Rambus-Speicher (PC800) betreibt.

Für die Kaufentscheidung spielt also weniger die Performance, als vielmehr der Preis und die Lieferbarkeit der CPUs eine entscheidende Rolle. Intel gibt für den Pentium-III-750 einen Listenpreis von 803 Dollar an, der 800er schlägt mit 851 Dollar zu Buche. AMD verlang derzeit noch 799 Dollar für den Athlon-750, es steht aber zu erwarten, dass der Preis in den nächsten Tagen nach unten korrigiert wird - schließlich hatte AMD ja versprochen, bei gleicher Leistung stets etwa 15 Prozent günstiger zu sein als Intel. In Sachen Lieferbarkeit dürfte es bei AMD und Intel in den nächsten Wochen in etwa gleich aussehen: Einzelstücke sind zwar zu haben, größere Stückzahlen gibt es aber wohl erst Mitte Januar. (gs) (ju)