Web Summit in Dublin: Internet für entlegene Gebiete
Auf dem Web Summit 2015 in Dublin stellten prominente Akteure zahlreiche Neuerungen rund um das Internet und seine mobile Nutzung vor. 42.000 Teilnehmer aus 136 Ländern nehmen an den 21 parallelen Vortragsreihen teil.
Der erste Tag des Web Summit in Dublin (3. bis 5. November) war geprägt durch große Namen und Ankündigungen. Michael Dell sprach über die Hintergründe des mit 67 Milliarden Euro größten Deals in der IT-Geschichte: Der geplanten Übernahme von EMC durch Dell. Zudem erläuterte er, wie Dienste für mobile Geräte und Desktop-PCs zusammenwachsen sollen.
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Bill Ford, jüngster Spross des Auto-Imperiums, gab Einblicke in die Pläne des Konzerns, der sich vom Fahrzeughersteller zum Transportdienstleister wandeln will. Seine Vorstellung des Autos als Sammler geografischer Daten und als "Internet Hub" in entlegenen Gebieten wirkte allerdings etwas naiv angesichts der Probleme, die Jamie Drummond von der Hilfsorganisation One Foundation schilderte: Verlässliche Daten in Entwicklungsländern zu sammeln sei trotz der Verbreitung mobiler Geräte das größte Problem der Entwicklungshilfe. Denn viele der hochfliegenden Prognosen beruhten auf veralteten Daten zu Bevölkerungsstrukturen.
Internet ins Hinterland
Mike Schroepfer, CTO von Facebook, könnte da Abhilfe schaffen mit dem Projekt Planetary Access. Er stellte die Aquila-Drohne vor, mit denen Facebook aus 30.000 Metern Höhe abseits liegenden Landstriche mit Internet versorgen will. Schroepfer gab zusätzlich einen Einblick in die Virtual-Reality-Protoypen, die Facebook seit der Akquise von Oculus VR entwickelt hat. Er kündigte die weiterentwickelte Version der Brillen für das Weihnachtsgeschäft zu einem Preis von 99 US-Dollar an.
Palmer Luckey, Gründer von Oculus VR, entwarf die Vision einer virtuellen Wahrnehmung, die die Realität übertrifft. Möglich werden soll dies durch das Interagieren mit virtuellen Gegenständen, das in Natur nicht möglich ist. Beispielsweise könnte man chemische Reaktionen im Detail beobachten und "fühlen".
Ausverkaufte Veranstaltung mit prominenter Beteiligung: Der Web Summit in Dublin.
Sozial-Apps für die Kleinen
Bemerkenswertes hatte Amit Singh, Chef von Googles Enterprise Business, mitzuteilen Er kündigte nicht nur Smart Reply an, eine automatische Antwortfunktion für Google Mail, sondern auch ein Vermarktungsprogramm für Apps for Work. Kleine Firmen sollen letztere demnächst kostenlos nutzen dürfen. Google will sogar Partner bezahlen, die bei der Migration von anderen Plattformen helfen.
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Die Vorträge bildeten den Rahmen für über 2100 Startups, die um Investoren und Aufmerksamkeit kämpfen. Vorab gab es Kontroversen zu den hohen Preisen, die auch junge Firmen bezahlen mussten. Angesichts der spartanischen Ausstattung der Präsentationsstände kann man es ihnen nicht verdenken, dass viele nur an einem Tag der dreitägigen Veranstaltung dabei sein wollen.
(jd)
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