Groß, plan, digital

Auf der CeBIT testen die Monitorhersteller die Akzeptanz für Neuentwicklungen. In diesem Jahr stehen die ersten Modelle mit digitalem Signaleingang auf dem Tablett.

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Wieder einmal sind es die TFT-Displays, die als Vorbild für neue Trends bei den althergebrachten Röhrenmonitoren dienen. Zunächst war die plane Bilddarstellung der TFTs Auslöser dafür, dass die Röhrenhersteller die Entwicklung von Bildschirmen mit planer Oberfläche vorangetrieben haben. Jetzt sind es die digitalen Eingänge der Flachdisplays, die für neuen Schwung bei den ‘Strahlemännern’ sorgen. Inzwischen scheint sich DVI (Digital Visual Interface) als digitale Standardschnittstelle zwischen Rechner und Bildschirm herauszukristallisieren. Bereits viele Grafikkartenhersteller bieten mittlerweile entweder rein digitale Grafikkarten oder zumindest digitale Zusätze für ihre analogen Karten an. Somit steht auch der Einführung von Röhrenmonitoren mit digitalem Eingang kaum noch etwas im Wege, zumal sich langfristig gesehen ‘digitale CRT-Monitore’ günstiger produzieren lassen werden als analoge.

Zwar verlagert sich ein Teil der Grafikelektronik - nämlich die Wandlung der Grafikdaten in analoge Signale - vom Rechner in den Monitor, was einen Mehraufwand bedeutet, aber das Innenleben vereinfacht sich auch drastisch. So musste die Elektronik bisher jede Auflösung mit nahezu beliebiger Bildwiederholfrequenz richtig synchronisieren, um die Ablenkeinheiten für die Elektronenstrahlen exakt ansteuern zu können. Das erfordert mehrere Synchronisationsstufen (Multisync). Optimale Ergebnisse liefert ein Bildschirm aber nur bei bestimmten (Standard-)Frequenzen.

Bei Monitoren mit digitalem Signaleingang reicht im Prinzip die Elektronik eines Festfrequenzmonitors; sie liefert bei einer festgelegten maximalen Auflösung und Bildwiederholfrequenz eine optimale Darstellung. Alle anderen Auflösungen werden wie bei TFT-Displays intern durch Interpolation berechnet. Im Unterschied zu den Flachbildschirmen muss eine Interpolation jedoch keinen Nachteil bedeuten, da ein Elektronenstrahl problemlos gleichzeitig mehrere Löcher der Maske ansprechen kann. Bei TFT-Panels steht nur eine feste Anzahl von Pixeln zur Verfügung.

Auf den Messeständen von NEC, Samsung und ViewSonic soll es erste CRT-Monitore mit digitalen Signaleingängen zu sehen geben. ViewSonic präsentiert gleich zwei Geräte, einen 17- und einen 19-Zöller. Beide Geräte sind sowohl mit analogem als auch mit digitalem Eingang ausgestattet. Man will dadurch flexibel bleiben. Solange nur wenige PCs mit digitaler Grafikkarte ausgestattet sind, soll es noch parallel analoge und digitale Eingänge geben. Im Innern stecken jeweils plane Diamondtron-NF-Röhren von Mitsubishi. Eine maximale Horizontalfrequenz von 97 kHz garantiert eine flimmerfreie Darstellung bei den Standardauflösungen. Die Preise sollen etwa 100 Mark über denen der entsprechenden analogen Monitore (PF775 und PF790) liegen. Erste Seriengeräte kündigt ViewSonic für April an.

Der ‘digitale’ Samsung trägt die Bezeichnung Syncmaster 950D und besitzt einen digitalen Eingang nach LVDS-Standard (low-voltage differential signalling). Ansonsten wird die D-Version wie der Syncmaster 950P ausgestattet sein: 19"-Röhrendiagonale, Dotpitch 0,26 mm, Horizontalfrequenz 96 kHz. Jedoch glaubt man bei Samsung nicht daran, dass sich Monitore mit digitalem Eingang rasch durchsetzen werden, da mit Austausch des Bildschirms gleichzeitig eine Aufrüstung des PC verbunden ist.

NEC stellt auf der CeBIT zunächst den FP950x vor. Er besitzt neben dem analogen Sub-D- einen DVI-I-Eingang. Auch hier hat man sich zunächst darauf beschränkt, ein bestehendes Modell - den FP950 mit planer Diamond-NF-Röhre - digital aufzurüsten. Erste Seriengeräte kündigt NEC für Mitte des Jahres an. Unter der Bezeichnung FP1350x soll später ein 21"-Bildschirm folgen.

Inzwischen haben fast alle namhaften Monitoranbieter Bildschirme mit planer Bildröhre im Programm. Im Wesentlichen werden derzeit Röhren von vier Herstellern eingebaut: LG Electronics Flatron, Mitsubishi Diamondtron NF, Samsung Dynaflat und Sony FD Trinitron. Sie unterscheiden sich in erster Linie durch ihre Konstruktion. Die Flatron-Röhre besitzt sowohl außen als auch im Inneren plane Oberflächen und ist mit einer gespannten Schlitzmaske ausgestattet. Demgegenüber sind alle anderen Typen im Innern mehr oder weniger stark gekrümmt. Während die Dynaflat-Röhre über eine Lochmaske verfügt, gehört zur Diamondtron-NF- und zur FD-Trinitron-Röhre jeweils eine Streifenmaske. Wenn man den Werbeaussagen Glauben schenkt, liefern sie alle eine vollkommen plane Darstellung.

LG Electronics will auf der CeBIT mit dem 915FT Plus einen ersten 19"-Monitor mit Flatron-Technik vorstellen. Wie der 17-Zöller soll auch der 19-Zöller einen Dotpitch von 0,24 mm besitzen. Die Horizontalfrequenz gibt LG mit 115 kHz an. Damit ist der 915FT in der Lage, eine Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten mit einer Bildwiederholrate von 107 Hz darzustellen. Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen zählen ein zweiter Videoeingang (BNC) sowie ein USB-Hub. Der Preis wird bei etwa 1300 Mark liegen.

Auf dem Stand des Eizo-Distributors Raab Karcher soll es neben ersten Modellen mit planen Röhren einen neuen 21"-Monitor, den F930, zu sehen geben. Als Besonderheit ist der Bildschirm (Dotpitch 0,25 mm) mit einer neuartigen Ablenkeinheit ausgestattet. Sie hat eine rechteckige Form (Verhältnis 4 : 3) und ermöglicht im Unterschied zu einer herkömmlichen runden Ablenkeinheit eine optimale Bildgeometrie bei gleichzeitig effizienterer Energienutzung. Zudem soll die so genannte ‘Kontrastverstärkung’ durch Verringerung des Schwarzwertes den Kontrastbereich um 20 Prozent erweitern. Mit einer Horizontalfrequenz von 130 kHz liefert der Monitor auch bei einer Auflösung von 1600 x 1200 Bildpunkten eine flimmerfreie Darstellung. (pen)

Eizo: Halle 12, Stand E21
LG: Halle 12, Stand C27
Mitsubishi: Halle 12, Stand A14
NEC: Halle 13, Stand C58
Samsung: Halle 12, Stand C47
Sony: Halle 13, Stand C18
ViewSonic: Halle 12, Stand B20
(pen)