Blendwerk

Sie sind klein, handlich, hell und liefern scharfe Bilder. Auf Messen und großen PrĂ€sentationen und in vielen Schulungseinrichtungen haben portable Projektoren fĂŒr Video- und Computerbilder viele der großen, etliche Kilo schweren Displays verdrĂ€ngt. Mancher liebĂ€ugelt gar damit, einen solchen Bildwerfer fĂŒrs Heimkino zu engagieren - ein Grund mehr, die kleinen ‘Lichtmaschinen’ genauer zu prĂŒfen.

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Von
  • Dr. JĂŒrgen Rink
Inhaltsverzeichnis

Zwar kosten portable und lichtstarke Projektoren immer noch eine Menge Geld. Doch die einfache Bedienung und die Vielseitigkeit der aktuellen, kleinen und tragbaren Lösungen ĂŒberzeugen immer hĂ€ufiger, ob als PrĂ€sentations-Tool, als Playstation-Monitor oder Heimkino mit DVD und eigenen Camcorder-Filmen.

Preiswerte Projektoren gibt es schon eine ganze Weile. Sie standen bislang aber zu oft fĂŒr einen Kompromiss zwischen Lichtleistung, Auflösung, SchĂ€rfe und Preis, der zulasten der optischen Parameter ausfiel. Die neuen Modelle dagegen arbeiten deutlich heller und mit besserer DarstellungsqualitĂ€t als ihre VorgĂ€nger, sie empfehlen sich daher nicht nur fĂŒr den anspruchsvollen Profi. Auch in den gĂŒnstigsten Projektoren steckt mittlerweile aktuelle Technik; sie stellen damit keine Notlösungen mehr dar.

Da verwundert es nicht, dass der Projektorenmarkt mit Wachstumsraten von 40 bis 50 Prozent in Deutschland und Europa boomt. Ende letzten Jahres hatten einige Hersteller gar mit LieferengpĂ€ssen zu kĂ€mpfen. Etwa 260 000 GerĂ€te wurden in Europa verkauft, die HĂ€lfte davon erzeugt Bilder mit XGA-Auflösung (1024 x 768), die andere HĂ€lfte - meist die billigeren Modelle - projiziert SVGA-Bilder (800 x 600). FĂŒr dieses Jahr erwartet man weltweit eine Million verkaufte GerĂ€te. Die Digitalkameras legten anfangs einen viel mĂŒhsameren Start ins MassengeschĂ€ft hin ...

Nur ein relativ kleiner Teil der mittlerweile unĂŒberschaubaren Vielzahl an GerĂ€ten kostet weniger als 10 000 Mark, wĂ€hrend mehr als zwei Drittel aller Projektoren mit Preisschildern zwischen 10 000 und 30 000 Mark versehen sind. An Betriebskosten muss man je nach Lampe etwa 50 Pfennig pro Stunde veranschlagen.

Ihre wichtigste Rolle spielen die handlichen Projektoren dort, wo es auf transportable und reprĂ€sentable Arbeit mit Bildern ankommt. Das ist im Außendienst der Fall, das betrifft aber auch den Seminarleiter eines Schulungsunternehmens. In Schule und Weiterbildung schließlich ĂŒbernehmen solche GerĂ€tschaften auch den Part des demonstrierenden Lehrers, der komplexe ZusammenhĂ€nge anhand bewegter Bildfolgen viel besser erlĂ€utern kann als mit Overheadfolie oder Dia. Dabei sind die Digitalbildprojektoren auch mit eingescannten Dias, mit Bildmaterial jeglicher Art nur schwer zu ĂŒberfordern - vielleicht am ehesten noch mit extrem kontrastreichen, vorwiegend im Halbdunkel residierenden Bildinhalten.

Dank der gesteigerten Lichtleistung aktueller GerĂ€te kann man seine PrĂ€sentationen auch bei Umgebungslicht zeigen. Und nach Feierabend kommt der ein oder andere professionell genutzte Lichtwerfer privat zu Hause zum Einsatz. Heimkino-Anwendungen mit und ohne DVD mit versenkbarer Leinwand und im Wohnzimmerschrank verstecktem Projektor werden immer beliebter. Die GerĂ€te akzeptieren ĂŒblicherweise nicht nur Signale vom Computer-Monitorausgang, sondern auch vom Videorecorder oder (digitalem) Satelliten-Receiver.

Im Vergleich zu einem auch nur annĂ€hernd gleich großen Display wirkt der Preis fĂŒr das Projektorbild erfreulich niedrig, auch wenn man die Kosten nach wie vor als mindestens liebhaberverdĂ€chtig bezeichnen muss.

Ambitionierte Spieleliebhaber am PC oder mit Konsole sind leicht zu ĂŒberzeugen: Wer einmal die ‘Helden’ in LebensgrĂ¶ĂŸe oder die Rennpiste in ‘Straßenbreite’ auf einem leuchtenden und farbenfrohen 140-Zoll-Bild gesehen hat, kehrt nur ungern zum dagegen winzigen TV- oder PC-Bildschirm zurĂŒck. Spielefreaks, die viel Geld in einen Highend-Rechner stecken, um Baller- und Actionspiele ruckelfrei und in hoher Auflösung zu genießen, werden den Projektor jedem Monitor vorziehen, wenn man ihnen eines der Kultspiele einmal mit einer Bilddiagonale von drei bis fĂŒnf Metern vorgefĂŒhrt hat.

Der Projektor als Monitorersatz ist viel weniger exotisch, als sich das zunĂ€chst anhört. Immer dann, wenn der Desktop-Inhalt eines Betriebssystems viel grĂ¶ĂŸer als 20 bis 30 Zoll (50 bis 80 cm) sein soll, empfiehlt sich ein Projektor. Das kann eine Schulung sein, bei der jeder Zuschauer miterlebt, wie man ein Programm oder ein Betriebssystem bedient. In einem Meeting kann jeder live die Änderungen in einer Anwendung mitverfolgen.

Weniger ĂŒblich sind EinzelarbeitsplĂ€tze, an denen der Projektor den Monitor wirklich ersetzt. Es gibt einige Hardcore-Programmierer, die auf ein Projektorbild schwören: Wer zehn Stunden und lĂ€nger am PC sitzt, ermĂŒdet weniger schnell, wenn der Abstand zum Bild statt 50 Zentimeter ein bis drei Meter betrĂ€gt - wĂ€re da nicht der ProjektorlĂ€rm.

Die Grenzen des sinnvollen Einsatzes werden von mehreren Faktoren gesteckt. Da ist zum einen die maximal darstellbare Auflösung, die mit 800 x 600 Pixeln im relativ preiswerten Marktbereich fĂŒr die Video- und Daten-Projektion allemal ausreicht, etwa fĂŒr die oft verwendeten PowerPoint-Darstellungen. Immerhin sind SVGA-Projektoren um einiges gĂŒnstiger als gleichwertig ausgestattete GerĂ€te, die 1024 x 768 Bildpunkte (XGA) projizieren.

Der Projektor muss die Auflösung bieten, die fĂŒr die jeweilige Anwendung notwendig ist. Viele Projektorenhersteller werben mit interpolierten Auflösungen, bei denen ein SVGA-Projektor (800 x 600) XGA (1024 x 768) darstellen könne - Humbug, denn kein Projektor kann mehr Pixel aus dem LCD oder DLP-Chip zaubern, als vorhanden sind. DafĂŒr kann er interpolieren, indem er die 1024 x 768 Pixel geschickt auf 800 x 600 herunterrechnet. Das gelingt einigen Projektoren besser als anderen, aber auch bei diesen sieht kleine Schrift unscharf oder sogar unleserlich aus. Wer XGA will, muss sich auch einen XGA-Projektor zulegen.

Als eines der wichtigsten Kriterien gilt jedoch, wie viel Licht auf die Leinwand fĂ€llt. Hier brachten die letzten Jahre große Fortschritte, nicht zuletzt deshalb, weil Philips die so genannte UHP-Lampe (‘Ultra High Performance’) entwickelt hat. Unter dieser Bezeichnung firmiert eine Kurzbogenlampe, die in einem kleinen Fleck eine hohe Helligkeit erzielt. Je kleiner der lichterzeugende Raum, desto mehr Licht gelangt so durch die Projektor-Optik, dass das gesamte Bild gleichmĂ€ĂŸig ausgeleuchtet ist. Die Helligkeit der UHP-Lampe bleibt zudem lange konstant, was bei den bis vor kurzem eingesetzten Metalldampflampen nicht der Fall war.

Zwei Drittel aller GerĂ€te geben heute einen Lichtstrom zwischen 750 und 1500 ANSI-Lumen von sich (weitere Details im Kasten ‘Von Candela bis Lumen’ auf S. 170). Mit einer Projektionsleistung von etwa 1000 ANSI-Lumen kann ein drei Quadratmeter großes Bild auch gegen Tageslicht konkurrieren, wĂ€hrend bei 700 ANSI-Lumen und darunter unbedingt die Jalousien unten sein mĂŒssen. Soll das Bild doppelt so groß sein, muss der Projektor die vierfache Helligkeit liefern.

FĂŒr den Projektor als verlĂ€ngerten Monitor ist eine gleichmĂ€ĂŸige Ausleuchtung enorm wichtig. Nahezu alle Betriebssysteme haben wichtige Bedienelemente und Kontrollleisten am Rand ihres Desktop-Interface. FĂ€llt zum Rand hin die Bildhelligkeit zu stark ab, dann ist der Projektor als Monitorersatz unbrauchbar. Die meisten Testkandidaten ĂŒberzeugten jedoch mit einer guten bis sehr guten Randhelligkeit. Hier zahlt sich moderne Projektionstechnik aus.

Bei jeder PrĂ€sentation sollten die Bilder auf eine Leinwand und nicht auf die Rauhfasertapete fallen. Ein schwarzer Rand lĂ€sst das projizierte Bild besser wirken, da keine hellen FlĂ€chen von der Projektion ablenken. Gerade dann, wenn das Bild viel Schrift enthĂ€lt, muss das Bild ĂŒber die ganze Leinwand gestochen scharf sein. Das gelingt nur, wenn diese straff gespannt werden kann.

Ein grundsĂ€tzliches Ärgernis ist die enorme GerĂ€uschentwicklung. Um 1000 ANSI-Lumen zu erzeugen, entsteht auch mit einer effizienten UHP-Lampe soviel AbwĂ€rme, dass ein krĂ€ftiger LĂŒfter die heiße Luft möglichst schnell nach außen blasen muss. Sowohl das LaufgerĂ€usch des LĂŒfters als auch der Luftstrom tragen dazu bei, dass der Projektor nicht zu ĂŒberhören ist. Nach den Ergebnissen des c't-Messlabors unterscheidet sich die LautstĂ€rke verschiedener Projektoren um mehr als einen Faktor zwei, deshalb lohnt sich ein Blick auf die gemessenen LautstĂ€rkewerte. Doch auch das leiseste GerĂ€t, hier das Toshiba LPT-MT1, ist zu laut fĂŒr eine ruhige Umgebung.

Die Sound-QualitĂ€ten der meisten Projektoren muss man schlicht erbĂ€rmlich nennen. Wenige haben Stereo-Lautsprecher im GehĂ€use, meist tönt nur ein Lautsprecherchen. Einen Audio-Eingang haben zwar alle, das Kabel fĂŒr den Ton stöpselt man aber besser an eine Stereo-Anlage an. Als HiFi-Ersatz taugen die meisten Projektoren damit nicht; das verbindet sie mit ihren UrvĂ€tern aus 16- und 35-mm-Film-Zeiten. FĂŒr die ansprechende VorfĂŒhrung eines Kino-Hits von DVD, die aufwĂ€ndig produzierte Lehr-Multimedia-Show oder eine halbwegs ĂŒberzeugende Ton-Kulisse des Rennwagen-Spiels braucht man mehr als das, was die Kandidaten audiotechnisch zu bieten haben.

FĂŒr diesen Test haben wir die aktuelle Palette der Modelle ausgewĂ€hlt, die in die Kategorie ‘tragbar’ gehören und fĂŒr weniger als 10 000 Mark zu haben sind. Denn fĂŒr den mobilen Einsatz kann der Projektor nicht leicht genug sein. Die GerĂ€te wiegen zwischen 2,2 und 5 kg und sind damit zum Teil leichter als Notebooks. Billigangebote (‘Der Projektor zur Europameisterschaft’) und SchnĂ€ppchen berĂŒcksichtigen wir nicht, denn erstere sind nur kurze Zeit verfĂŒgbar und letztere bestehen meist aus AbverkĂ€ufen auslaufender Serien. Im Testfeld beschert nur der Liesegang dv325 XGA-Bilder, alle anderen sind SVGA-Projektoren mit 800 x 600 Pixeln.

Insgesamt reicht die Preisspanne portabler Projektoren bis weit ĂŒber 30 000 Mark. Stellt sich die Frage, was die Oberklasse jenseits der 10 000-Mark-Grenze zu bieten hat. NatĂŒrlich mehr Licht: 1000 ANSI-Lumen reichen nur dann fĂŒr Umgebungen mit Tageslicht, wenn das Bild nicht grĂ¶ĂŸer ist als wenige Quadratmeter. Die teureren GerĂ€te sorgen fĂŒr mehrere tausend Lumen, die fĂŒr Großbildprojektionen ausreichen und denen auch direktes Licht auf die Leinwand nichts ausmacht. Man darf auch eine gleichmĂ€ĂŸigere Ausleuchtung erwarten. Die Auflösung dieser GerĂ€te betrĂ€gt XGA (1024 x 768) oder sogar SXGA (1280 x 1024) und die Objektive lassen sich elektronisch (fern-)bedienen.

[1] JĂŒrgen Rink, Lichtschleudern, Portable Datenprojektoren: Tragbare und weniger Tragbare, c't 12/96, S. 284

Die Helligkeit und der Kontrast des projizierten Bildes ist ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Projektors. FĂŒr deren Messung stellten wir mit Hilfe von Graubalkenbildern unseres Testprogramms ctscreen den Kontrast und die Helligkeit so ein, dass sich sowohl die dunklen als auch die hellen Balken voneinander unterscheiden.

FĂŒr die Helligkeits- und Kontrastmessungen projizierten wir ein 4:3-Bild in einer GrĂ¶ĂŸe von etwa einem Quadratmeter auf die Leinwand. Um unsere Messungen mit den Herstellerangaben des Lichtstromes in ANSI-Lumen zu vergleichen (siehe Kasten Von Candela bis Lumen), folgten wir dem ANSI-Standard: Wir unterteilten das Bild in neun gleich große Rechtecke und wĂ€hlten den Mittelpunkt jedes Rechtecks als Messort.

Mit dem MessgerĂ€t Mavo-Monitor von Gossen nahmen wir die Leuchtdichte an diesen Punkten, wobei der Mavo-Monitor einen Fleck von etwa 1 cm2 GrĂ¶ĂŸe aufnimmt. Den Kontrast erhĂ€lt man aus dem LeuchtdichteverhĂ€ltnis eines weißen und schwarzen Bildes. Angegeben ist der Mittelwert aus den neun Messungen. Mit weiteren Messpunkten am Ă€ußersten Bildrand ĂŒberprĂŒften wir, ob das Bild gleichmĂ€ĂŸig ausgeleuchtet ist.

Ein Projektor muss ein Testbild aus horizontalen und vertikalen schwarzen Linien, deren Abstand ein beziehungsweise zwei Bildpunkte betrĂ€gt, pixelgenau darstellen; gelingt das nicht, sind Pixel neben einer Linie nicht weiß, sondern grau, verursacht durch eine unzulĂ€ngliche Ansteuerung des LCD. An einem reinen Weißbild in Kombination mit den Grundfarbenbildern Rot, GrĂŒn und Blau ĂŒberprĂŒften wir die Konvergenz: Sind bei einem LCD-Projektor die Teilbilder nicht richtig ĂŒberlagert, dann zeigen sich vor allem an den BildrĂ€ndern dĂŒnne farbige Streifen.

Die Projektoren erkennen das ankommende Bildsignal und stellen die erforderlichen Parameter darauf ein - unterschiedlich gut: Besonders die Signal-Phase stellt hohe Anforderungen an die Elektronik, was wir mit einem engen horizontalen Linienmuster ĂŒberprĂŒften. Stimmt die Phase nicht, dann flimmert das Muster.

Wie bei jedem anderen LCD-Monitor oder Notebook-Panel leidet die BildqualitĂ€t erheblich, wenn man eine andere Auflösung darstellt, als die, die das Pixelmuster vorgibt. Die Projektorenhersteller nutzen verschiedenartige Ansteuerungen, um eine höhere Auflösung zu interpolieren. Wie gut das gelingt, prĂŒften wir anhand der ctscreen-Testbilder, die verschiedene Muster und Text in kleiner SchriftgrĂ¶ĂŸe liefern.

Alle Projektoren agieren zu laut, denn die LĂŒfter fĂŒhren die mehr als 100 W Leistung aus dem GehĂ€use-Inneren gerĂ€uschvoll nach draußen ab. Nicht nur das LaufgerĂ€usch des Ventilators bestimmt die LautstĂ€rke, sondern auch der Luftstrom. Im schallarmen c't-Labor bestimmten wir die wahrgenommene LautstĂ€rke in dBA und Sone mit einem Messmikrofon in 25 cm Abstand. Wir entschieden uns fĂŒr diese Entfernung, um die Werte aus diesen Messungen mit denen von PCs, Festplatten und Notebooks vergleichen zu können. Wie laut ein Zuschauer den Projektor tatsĂ€chlich wahrnimmt, hĂ€ngt aber davon ab, wo er sitzt; die LautstĂ€rke nimmt mit der Entfernung in etwa quadratisch ab.

Wir geben die Werte in Sone an, da diese Skala sowohl linear ist (halber Sone-Wert = halbe Lautheit) als auch das subjektive Hörempfinden berĂŒcksichtigt. Die MessgrĂ¶ĂŸe Dezibel mit der Bewertungskurve A (dBA) bezieht hingegen nur die Pegel- und FrequenzabhĂ€ngigkeit des menschlichen Gehörs ein.

Der LĂŒfter soll möglichst wenig GerĂ€usche von sich geben, der Lautsprecher im Projektor muss dagegen so krĂ€ftig sein, dass er einen etwa 20 bis 30 Quadratmeter großen Raum beschallen kann. Wegen der meist minderwertigen QualitĂ€t der Lautsprecherchen und vor allem wegen des zu starken ÜberlagerungsgerĂ€usches aus dem Ventilator macht eine Messung des Frequenzgangs keinen Sinn, stattdessen verließen wir uns auf unser Gehör und auf ausgewĂ€hlte Audio-Clips.

Wir koppelten die Testkandidaten an eine FĂŒlle von Bilderlieferanten, um möglichst viele unterschiedliche Formate und Bildquellen zu testen. Mit Notebooks wie dem Dell Inspiron 5000 oder dem Gateway Solo 2500 sollte der Projektor pixelgenau Text und Grafik darstellen.

Um bei DVDs sicherzustellen, dass wir die Projektoreigenschaften und nicht das Testsystem testen, verwendeten wir ein ausreichend konfiguriertes PC-System mit dem Hardware-Decoder Hollywood Plus von Sigma Design und einem 450-MHz-Pentium-III auf einem Asus-P3B-F-Board. Dem stand eine Matrox Millennium G400 und das DVD-Laufwerk Toshiba SD-M1212 zur Seite. Anhand etlicher Szenen - beispielsweise die mit dem spazierenden Erdferkel aus ‘Sesame Street’s 25th Birthday: A Musical Celebration’ - kontrollierten wir, ob der Projektor die zu zeigenden Sequenzen schnell genug darstellt oder ob Bewegungsschlieren erscheinen. Anhand weiterer Szenen ĂŒberprĂŒften wir die Farbwirkung der Wiedergabe.

Die Projektoren mussten auch bei den exotischen Anwendungen, bei PC-Spielen und an Spielekonsolen beweisen, was sie leisten; insbesondere bei Spieleszenen im Halbdunkel waren die Projektoren gefordert. Die Matrox Millennium reicht aus, um gĂ€ngige Spiele wandfĂŒllend und ruckelfrei zu zeigen. An Spielekonsolen stand uns die DreamCast und die PlayStation sowie die PlayStation 2 zur VerfĂŒgung.

Videosignale lieferte der Videorecorder Philips Match Line VR850 und gab sie ĂŒber Kabel mit Cinch-Stecker an die Projektoren weiter. Diese sollten das PAL-Signal ohne Flackern und FarbverfĂ€lschungen zeigen. Mit einem Sony-Camcorder filmten wir eine Szene im 16:9-Format. Projektoren, die dieses Format beherrschen, stellen die Szene richtig proportioniert dar, andere zeigen in der Breite gestauchte Bilder.

Den Stromverbrauch ermittelten wir mit dem LeistungsmessgerÀt LMG 95 der Firma ZES. Nicht nur der Verbrauch im Betrieb interessiert, sondern auch die Stromaufnahme im Standby-Modus, zumal viele Projektoren keinen zusÀtzlichen Ausschalter haben.

Die Bedienung beurteilen wir danach, wie gut man sich im MenĂŒ zurechtfindet und wie einfach sich ein Projektor an die Umgebung anpassen lĂ€sst. Dazu zĂ€hlen auch die Fernbedienung und die Tasten fĂŒr die Einstellung am ProjektorgehĂ€use. Gute Noten verteilen wir dann, wenn es ohne Handbuchstudium gelingt, alle erforderlichen Parameter einzustellen. Fungiert die Fernbedienung als verlĂ€ngerte Maus, dann soll sie zudem den Mauszeiger prĂ€zise fĂŒhren können.

Wie hell der Betrachter ein projiziertes Bild empfindet, hĂ€ngt von mehreren Faktoren ab. Denn in die wahrgenommene Helligkeit geht nicht nur ein, wie viel Strahlungsleistung in Watt eine Lichtquelle abgibt, sondern auch die Empfindlichkeit des menschlichen Sehapparats. Bei gleicher Strahlungsleistung empfinden wir blaues Licht dunkler als rotes. Um die unterschiedliche Empfindlichkeit fĂŒr verschiedene Farben, also verschiedene WellenlĂ€ngen, zu berĂŒcksichtigen, mĂŒssen deshalb andere GrĂ¶ĂŸen her.

An die Stelle der Strahlungsleistung in Watt tritt der Lichtstrom, dessen Einheit das Lumen (lm) ist. Der Lichtstrom berĂŒcksichtigt die Augenempfindlichkeit in Form einer Spektralkurve, deren Maximum im GrĂŒnen bei der WellenlĂ€nge 555 nm liegt und zum Roten (um 600 nm) und Blauen (um 450 nm) hin abfĂ€llt. Als DIN-Norm liegt sie tabelliert vor.

Der Lichtstrom in Lumen empfiehlt sich als MessgrĂ¶ĂŸe vor allem dann, wenn die Helligkeit von selbst leuchtenden Objekten wie Lampen oder Projektoren interessiert. Dabei wird das direkt aus der Lampe respektive dem Objektiv austretende Licht gemessen; unabhĂ€ngig davon, wie groß das Bild auf der Leinwand ist und unter welchem Öffnungswinkel das Bild projiziert wird, bleibt die Lumen-Zahl konstant.

Die Projektorenhersteller geben die Helligkeit in ANSI-Lumen an. Dahinter steckt ein standardisiertes Messverfahren, das Helligkeitsunterschiede im Bild berĂŒcksichtigt. Die Leinwand wird in neun gleich große Rechtecke unterteilt. Aus den Werten fĂŒr den Lichtstrom in der Mitte jedes Rechtecks bildet man den Mittelwert und erhĂ€lt so die Helligkeit des Projektors in ANSI-Lumen. Auf diese Weise geht in die ANSI-Lumen die Helligkeitsverteilung des projizierten Bildes ein.

Um die Helligkeit zu beschreiben, die eine Lichtquelle in einer bestimmten Richtung abgibt, bezieht man den Lichtstrom auf den Raumwinkel in Steradian (sterad). Die dazugehörige photometrische GrĂ¶ĂŸe heißt LichtstĂ€rke, die Einheit ist lm/sterad oder Candela.

Das Candela ist eine der SI-Basiseinheiten, aus denen sich alle anderen Einheiten ableiten. Außer Candela gehören beispielsweise Meter, Sekunde, Kilogramm und Ampere dazu. Die offizielle Definition des Candela lautet: ‘Ein Candela ist definiert als LichtstĂ€rke einer Strahlung der WellenlĂ€nge 555 nm, deren Leistung 1/683 Watt pro Steradian betrĂ€gt’.

Die BeleuchtungsstĂ€rke beschreibt, wie viel Licht beispielsweise auf den Schreibtisch fĂ€llt - oder wie viel Licht eines Projektors auf die Leinwand trifft. Ihre Einheit ist lm/m2 oder das Fotografen besser bekannte Lux. Sie eignet sich fĂŒr nicht selbstleuchtende FlĂ€chen.

Die Helligkeit von Displays und Monitoren messen wir als Leuchtdichte in cd/m2, die nichts anderes als der Lichtstrom in eine Raumrichtung pro FlĂ€che ist. Diese GrĂ¶ĂŸe eignet sich beispielsweise, um zu beschreiben, wie viel Licht ein Monitor von sich gibt.

StrahlungsgrĂ¶ĂŸen und photometrische GrĂ¶ĂŸen
Physikalische StrahlungsgrĂ¶ĂŸe Physiologische GrĂ¶ĂŸe
Leistung [W] Lichtstrom [lm]
StrahlungsstÀrke [W/sterad] LichtstÀrke [lm/sterad = Candela = cd]
IntensitÀt [W/cm2] BeleuchtungsstÀrke [lm/m2 = Lux = lx]
Emissionsdichte [W/(sterad cm2] Leuchtdichte [cd/m2]

(jr)