Camcorder als Webcam
Kurze Filmsequenzen per Bluetooth und passendem Handy ins Internet stellen oder den Camcorder als Webcam einsetzen - mit den neuen Modellen soll das kein Problem sein. Die DV-Camcorder erweitern ihre Funktionspalette in zwei Richtungen: Einerseits fungieren sie neben der Bewegtbildaufzeichnung als Fotokameras, andererseits entwickeln sie mehr und mehr Ehrgeiz, als Webcams für Video oder Foto zu dienen. Vor diesem Hintergrund ergibt die weiter steigende Bildauflösung bei neuen DV-Kameras einen Sinn.
Der Sharp VL-AX1S enthält ein Single-CCD mit 1,3 Mio. Bildpunkten; dank elektronischer Bildstabilisierung soll sich der Zoom (23fach optisch, 690fach digital) auch für den Betrieb aus freier Hand eignen. Das aufsteckbare Tele-Zoom-Mikrofon richtet sich automatisch entsprechend dem Aufnahmefokus des Bildes aus. Zur optischen Kontrolle des Bildausschnittes dient ein LC-Display mit 75 mm Diagonale. Schnappschüsse lassen sich auf ei-ner MMC-/SD-Speicherkarte in SXGA-Auflösung (1280 x 960 Pixel) abspeichern. Den Preis für den VL-AX1S beziffert Sharp mit rund 2000 Euro.
Für Video und Internet soll sich die GY-DV300 von JVC eignen. Das semiprofessionelle Kameramodell, das von JVC als ‘Streamcorder’ bezeichnet wird, zeichnet Bewegtbilder im DV-Format auf Mini-DV-Kassette auf - und als MPEG-4-Datenstrom, den die Elektronik entweder auf einer Compact-Flash-Speicherkarte sichert oder per Funk von der Kamera beispielsweise auf ein Notebook überträgt. Die Bildwandler in 3-Chip-Technik arbeiten mit 1/3-Zoll-CCDs, die jeweils 440 000 Pixel auflösen. Einen Preis gab JVC noch nicht bekannt.
Sony nutzt die CeBIT, um mehrere neue Camcorder zu präsentieren, darunter eine ‘Network-Handycam’: Das 435 Gramm leichte DCR-IP55 mit 1,07-Megapixel-CCD-Chip, zehnfachem optischen (120-fach digitalem) Zoom und Vario-Sonnar-Objektiv (Carl Zeiss) leistet eine Auflösung von bis zu 520 horizontalen Linien. Fotos mit 1152 x 864 Pixeln schießt der Winzling auch während des Filmens und speichert sie auf einem Memory Stick. Fotoschnappschüsse oder MPEG-Kurzfilme lassen sich auf Memory Stick speichern oder mittels Bluetooth direkt per E-Mail verschicken; notwendig ist hierzu ein Blue-tooth-fähiges Mobiltelefon oder ein analoger Bluetooth-Modem-Adapter.
Die Bedienung erfolgt per Touchscreen auf dem 6,35 Zentimeter großen LCD-Monitor. Automatisch stellt sich der Fokus der Kameraoptik per ‘Spot-Focus-Funktion’ bei Berührung des scharf zu stellenden Objektes auf dem Display ein. Die ‘Super SteadyShot’-Funktion soll für ruhige Bilder sorgen. Der Video-Datentransfer zum PC (MPEG2 In/Out) erfolgt per i.Link-Schnittstelle (IEEE 1394) sowie über analoge Ein- und Ausgänge. Über USB an einen Computer angeschlossen, lässt sich der MicroMV-Camcorder auch als Webcam einsetzen. Den Preis gibt Sony mit 2150 Euro an; der DCR-IP 55 soll ab Juni 2002 erhältlich sein. (uh)
JVC, Halle 22, A24
Sharp, Halle 1, 7a 2
Sony, Halle 2, C02
(uh)