Westentaschen-Zeitung
Bereits auf dem Weg zur Arbeit informiert - PDA-Offline-Reader-Systeme machen’s möglich. Mit ihnen lädt man die frischesten News aus dem Internet, um sie sich dann in Bus, Bahn oder Büro auf seinem Handheld anzuschauen.
- Daniel Lüders
An Vielseitigkeit und Aktualität übertrifft momentan kein anderes Medium das Internet. Was viele Zeitungen erst am nächsten Tag drucken, erfährt man im Web schon nach ein paar Minuten. Handheld-User haben schon früh den Nutzen von Internet-News-Diensten für sich erkannt und Mobilität mit Aktualität kombiniert.
Mit Anwendungen wie dem Pocket Internet Explorer oder Blazer kann man mit dem PDA auch direkt durchs Web surfen, aber noch sind die Verbindungen per Handy langsam und teuer. Offline-Reader-Systeme gehen einen eleganteren Weg. Auf dem Desktop-Rechner lädt eine Software die gewünschten Inhalte aus dem Internet und überträgt sie bei der nächsten Synchronisation auf den Handheld. Meist verweisen die benannten Links, auch Channels oder Kanäle genannt, auf Webinhalte die speziell für den kleinen Bildschirm des PDA aufbereitet wurden. Einige Systeme konvertieren sogar HTML-Seiten in ein für den PDA besser darstellbares Format, bevor sie diese an den Handheld übergeben. Die heruntergeladenen Inhalte zeigt der PDA dann auf einer korrespondierenden Reader-Applikation an.
So leicht und reibungslos wie hier dargestellt, läuft der Vorgang allerdings nicht immer ab. Besonders was Datensicherheit, Stabilität und Darstellung der Inhalte auf dem PDA angeht, haben einige Offline-Reader-Systeme noch Schwächen. Des Weiteren gibt es einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Systemen, die Nutzerprofile online speichern und somit an jedem Computer mit dem richtigen Profil abgeglichen werden können, und solchen, die ihre Einstellungen lokal auf dem PC sichern. Erstere zeichnen sich dadurch aus, dass sie oft einfacher zu bedienen und von jedem Computer mit Internet-Anschluss aus erreichbar sind, der Nutzer dafür aber persönliche Daten preisgibt. Bei der zweiten Gruppe bleibt zwar die Anonymität gewährleistet, aber die Konfiguration erfordert mehr Mühe.
Avantgo
Avantgo ist das wohl bekannteste System zum Herunterladen von News-Content aus dem Internet für PDAs. Die Sync-Software gibt es für Windows- sowie Macintosh- und Linux-Systeme. Für Letztere übernimmt Avantgo allerdings weder Support noch Gewährleistung. Bei den neuen Pocket-PC-2002-PDAs nutzt Avantgo zum Darstellen seiner Kanäle den vorinstallierten Internet Explorer; nur Nutzer älterer Pocket-PC- oder Windows-CE-Geräte müssen auch den Avantgo-Reader installieren. Ein spezielles Sync-Programm braucht der Pocket-PC-Anwender nicht, da diese Funktion bereits in der neuesten Abgleichsoftware ActiveSync 3.5 enthalten ist, die jedem Pocket PC beiliegt oder auf der Microsoft-Homepage kostenlos zum Download bereitsteht.
Bevor der Nutzer Nachrichten auf seinen PDA laden kann, muss er zunächst online ein Konto bei Avantgo einrichten. Dazu trägt er Daten wie Wohnort, E-Mail, Tätigkeit, persönliche Interessengebiete sowie den gewünschten Nutzernamen und Passwort in ein Formular ein. Anonymität wird bei Avantgo kleingeschrieben: Wer nicht alle Felder ausfüllt und mindestens vier Interessengebiete angibt, bekommt keinen Account. Falls man außerdem nicht alle Häkchen am Ende des Dokumentes deaktiviert, sendet das Unternehmen die Daten auch an Vertragspartner, die dann ihrerseits die Angaben für Werbezwecke nutzen können.
Nach der Übermittlung der persönlichen Daten präsentiert sich das System als ziemlich narrensicherer Channel-Dienst mit sehr vielfältigem und reichhaltigen Content-Angebot aus aller Welt. Kanal- und Konto-Einstellungen werden auf dem Avantgo-Server zentral verwaltet. Dies hat natürlich den Vorteil, dass man nicht mühselig nach PDA-freundlichen Inhalten suchen muss. Avantgo hat aber dadurch auch die Möglichkeit, Nutzer nach Belieben auszusperren oder Anbieter zur Kasse zu bitten. Früher war das Einstellen von Web-Channels und Anbieten von Content unter Avantgo frei, mittlerweile verlangt die Firma hierfür hohe Gebühren. Nachdem unser hauseigener News-Dienst heise online auf die Forderungen nicht einging, nahm Avantgo den Channel kurzerhand von seinem Server.
Neben den voreingestellten Kanälen ist es zwar auch möglich, eigene, unabhängige Channels zu erzeugen, allerdings mit einer Einschränkung: Nur bis zu acht Nutzer dürfen sich Webinhalte einer Domain herunterladen, die nicht als vorgegebener Avantgo-Channel vorhanden ist; der neunte schaut in die Röhre. Daneben beschränkt Avantgo den Kanalumfang pro Nutzer auf 2 MByte Inhalte. Pro Tag darf man sich außerdem insgesamt nicht mehr als 20 MByte herunterladen. Überschreitet man die Grenze, stoppt das Avantgo-Sync-Programm den laufenden Abgleichprozess. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Service keine speicherfressenden Multimediainhalte bietet.
Die Datenübertragung auf den PDA funktioniert beim Pocket PC über ActiveSync sehr zuverlässig. Bei Palm-OS-PDAs kommt es dagegen schon einmal vor, dass der Handheld während des Hotsync-Vorgangs einen Time-out-Error ausgibt, wenn die Aktualisierung der Internet-Inhalte zu lange dauert.
Die Darstellung der für PDAs vorbereiteten Inhalte erweist sich als übersichtlich und gut strukturiert. Allerdings kann das variieren, da jeder Anbieter seinen Content selbst anpasst; Avantgo verwaltet nur die Links. Webseiten aus eigenen Channels, die nicht speziell für Palm-OS-PDAs oder Pocket PCs aufbereitet wurden, wandelt Avantgo nicht um, sondern gibt sie einfach unkonvertiert als normale Website an den PDA weiter. Wegen des kleineren Bildschirms und der verminderten Rechenleistung des PDA navigiert es sich dann nur äußerst zäh durch die unkonvertierte, womöglich noch mit Frames und Bildern verzierte Website - andere Offline-Reader-Systeme bieten hier mehr.
Mazingo
‘Magazines to go’ bedeutet die Abkürzung des Offline-Reader-Systems Mazingo für Pocket PCs, das nicht nur bloße Textinformation bietet, sondern eher als multimediale Zeitschrift verstanden werden möchte: Neben Bildern unterstützt Mazingo auch Audio- und Video-Inhalte oder Flash-Animationen. Das Multimedia-Angebot ist allerdings mit nur sechs Video- und Audio-Channels knapp bemessen. Dagegen stehen etwa 300 Channels mit Textinformationen.
Um den Multimedia-Content auch abspielen zu können, werden Zusatzprogramme wie der Freeware-Video-Player PocketTV gleich mit übertragen. Macromedias ebenfalls frei erhältlichen Flash-Player für Microsoft-PDAs muss man sich allerdings selbst aus dem Netz laden. Normale Websites zeigt der Mazingo-Reader mit Hilfe des Pocket Internet Explorer an.
Für eine Kontoeinrichtung bei Mazingo reicht es aus, eine E-Mail-Adresse und ein selbst gewähltes Passwort anzugeben. Neben der heimischen Postleitzahl sind keine weiteren persönlichen Angaben erforderlich. Nutzerdaten und Kanaleinstellungen verwaltet Mazingo online, die Medieninhalte speichert das System aber nicht auf seinem Server, sondern verlinkt sie nur. Nutzer-Begrenzungen oder Download-Limits gibt es hier nicht, was auch sinnvoll erscheint, da Mazingo je nach Kanalauswahl bei einer Synchronisation schon mal 10 MByte Daten und mehr auf den PDA schaufelt. Momentan kostet der Service weder für Anbieter noch Nutzer etwas. Demnächst möchte man aber so genannte ‘Premium Services’ mit ausgewähltem News-Content anbieten, für die Nutzer und Content-Anbieter pro Monat einen Obulus entrichten sollen. Die Höhe steht noch nicht fest.
Für die Synchronisation eines Pocket PC bringt Mazingo seine eigene Software mit, die die Webinhalte unabhängig von ActiveSync abgleicht, das aber trotzdem installiert sein muss. Dies hat den Vorteil, dass nicht bei jedem Andocken des PDA automatisch auch alle Mazingo-Daten übertragen werden müssen, was enorm Zeit spart.
Beim Abgleichen der Channels hatte das Sync-Programm teilweise Probleme. Oft kamen Websites verstümmelt und ohne Bilder beim PDA an oder gingen ganz verloren. Des Weiteren ist die Desktop-Anwendung offenbar inkompatibel zu Windows XP: Bei mehreren Tests stürzte sie unter diesem Betriebssystem des Öfteren ab.
Wenn der Abgleich vollständig und ohne Fehler verläuft, präsentiert kaum ein Reader die Webinhalte so übersichtlich wie Mazingo. Das Abspielen von Audio und Video läuft reibungslos, allerdings merkt man, dass der Pocket PC bei der Wiedergabe von Filmen an seine Grenzen stößt - und das nicht nur wegen der im Vergleich zum Desktop-Rechner schwächeren CPU. Immerhin benötigt ein Film-Trailer von etwa zwei Minuten Länge in bildschirmfüllender Auflösung stolze 8 MByte des knappen PDA-Speichers. Schon während der Registrierung kann man deshalb neben dem internen RAM des PDA einen anderen Speicherort für die später zu übertragenden Daten wählen, beispielsweise eine im PDA oder Card-Reader eingesteckte Speicherkarte. Diese sinnvolle Möglichkeit funktionierte im Test aber nicht: Wenn die Daten auf einer SD-Card lagen, zeigte Mazingo auf dem PDA nur das Wartesymbol - nach zehn Minuten brachen wir das Experiment ab.
Mobipocket
Eigentlich als E-Book-System gedacht, bietet das kostenlose Reader-System von Mobipocket auch Nachrichten-Inhalte. Mobipocket ist das einzige Online-Channel-System, das keine Nutzerdaten oder Konten speichert - eine Anmeldung ist nicht erforderlich, nur der umgewandelte Content selbst lagert auf dem Server. Die Nutzer- und Kanaleinstellungen verwaltet das PC-Programm Web Companion lokal. Nachteilig wirkt sich dies aus, wenn man seinen PDA an zwei verschiedenen Rechnern abgleicht. Nur die Kanäle, die der Web Companion auf dem lokalen Rechner speichert, gleicht er auch ab. Der Vorteil: kein zentraler Server, der den Nutzer bevormundet.
Der Mobipocket-Reader wird in Englisch, Deutsch, Französisch oder Spanisch zum kostenlosen Download angeboten (siehe Soft-Link) und läuft auf Palm-OS-PDAs, Pocket PCs, Windows-CE-Rechnern, Psions, dem Nokia Communicator 9210 und sogar Franklins Ebookman - keiner unterstützt damit mehr PDA-Plattformen. Die Macintosh- und die Linux-Versionen der Software können aber nur mit Palm-OS-PDAs abgleichen.
Der Reader zeigt neben Text-Dateien auch Palm-Doc- und HTML-Files an. Letztere präsentieren sich dann allerdings nur ohne Grafiken und Formatierungen. Auch Links zu anderen Seiten versteht der Reader nicht. Nur innerhalb einer Seite kann das Anzeige-Programm Lesezeichen setzen, was für E-Books und News-Dokumente aber ausreicht.
Das Angebot ist mit gerade mal 27 voreingestellten Nachrichten-Kanälen eher dürftig. Eigene Channels soll der Nutzer mit XML-Kenntnissen auch selbst erstellen können, der entsprechende Link in der Hilfefunktion führt jedoch ins Leere.
Nach der Channel-Auswahl kann man zur Synchronisation schreiten. Microsofts ActiveSync startet den Abgleichvorgang automatisch, bei Palm-OS-PDAs muss der Sync-Vorgang mit Internet und Handheld manuell gestartet werden. Sowohl unter Windows XP als auch Windows ME lief der Synchronisationsvorgang bei allen PDA-Typen schnell, reibungslos und ohne Fehler ab.
Das Layout der angezeigten PDA-Daten orientiert sich am Aufbau eines Buches: Zuerst kommt der Titel, dann das Inhaltsverzeichnis gefolgt vom eigentlichen Text. An dieser Gliederung ändert sich auch bei Anzeige von News-Channels nichts. Die Funktion des Titels übernimmt der Channel-Name, Nachrichtentitel fungieren als Einträge im Inhaltsverzeichnis, und die eigentlichen News erscheinen als unformatierter Fließtext. Bei dieser gewöhnungsbedürftigen Darstellung liest sich der Text während einer holprigen Busfahrt schwer, da man mit den Augen oft in der Zeile verrutscht.
Pendragon Browser
Im Unterschied zu den bisher vorgestellten Kandidaten muss man beim Pedragon-Browser seine Kanäle komplett selbst zusammenstellen. Nach der Installation auf Desktop-PC und PDA sind deshalb zur Konfiguration ein paar Schritte mehr nötig als bei vielen anderen Offline-Reader-Systemen. Zuerst muss der Nutzer angeben, auf welchen Palm-OS-PDA die Inhalte gespeichert werden sollen. Bei der kostenfreien Version darf nur ein Hotsync-Nutzerprofil auf dem Desktop-PC vorhanden sein. Sind es mehr, verweigert das Programm seinen Dienst, da der Hersteller für Mehrfachlizenzen zur Kasse bittet.
Nachdem die Internet-Verbindung konfiguriert ist, kann es mit der Kanal-Erstellung losgehen. Dazu benötigt man in erster Linie Links, die auf Web-Content in möglichst PDA-freundlichem Format verweisen. Eine kleine Link-Bibliothek fügt der Hersteller seinem Programm bereits bei. Leider sind viele der Links veraltet. Zwar bietet die Pendragon-Desktop-Anwendung eine automatische Update-Funktion für die Link-Bibliothek, jedoch brach diese den Aktualisierungsvorgang im Test mit einer Fehlermeldung ab.
Innerhalb der Channels kann der Nutzer selbst bestimmen, wie viel Content in KByte das Programm herunterlädt. Auf Wunsch holt es die Webinhalte automatisch zu einem vom Nutzer festgelegten Zeitpunkt, beispielsweise jeden Tag um Mitternacht. Daneben bietet der Pendragon-Browser als einziger HTML-Konverter die Möglichkeit, Internet-Explorer- oder Netscape-Cookies zu verarbeiten, sodass auch personalisierte HTML-Seiten auf den PDA geladen werden können.
Normale HTML-Seiten wandelt die Channel-Anwendung bereits während des Herunterladens aus dem Internet in ein für PDAs angepasstes Format um. Die Ergebnisse sind allerdings oft unbefriedigend, da der Konverter viele Formatierungen nicht versteht oder falsch umsetzt und der Reader eingebettete Bilder auch auf einem PDA mit Farbdisplay nur monochrom wiedergibt. Besser sehen da schon Webseiten im Avantgo- oder Palms Webclipping-Format aus, wenn auch ebenfalls nur schwarzweiß. Auf Wunsch kann der Nutzer seine News auch als Palm-Dokument abspeichern oder einem anderen Palm-OS-Gerät via Infrarot senden.
Plucker
Plucker ist ein Offline-Reader-System für Palm-OS-PDAs, das zum großen Teil in der objektorientierten Interpreter-Sprache Python verfasst wurde. Die enthaltenen Programme fallen unter GNU-Lizenz und können inklusive Quellcode kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden.
Das Plucker-System arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie der Pendragon-Browser, das heißt Nutzer müssen sich eigene Channels erstellen, um in den Genuss von News auf dem PDA zu gelangen, brauchen sich dafür aber nirgends registrieren zu lassen. Die Desktop-Anwendung des Plucker hat keine grafische Oberfläche. Die Konfiguration erfolgt statt dessen über Text-Dateien, die man den eigenen Vorlieben anpasst. Mit der beigelegten Hilfe-Datei geht dies leichter von der Hand, als es sich anhört. Schritt für Schritt wird hier erklärt, was die einzelnen Parameter der Initialisierungsdateien bedeuten und wie man sie für eigene Zwecke verändert.
Als Erstes muss der Nutzer eine eigene HTML-Startseite für den PDA, quasi als Hauptmenü, erstellen oder die voreingestellte Seite den eigenen Bedürfnissen anpassen. Hierfür sind grundlegende HTML-Kenntnisse vonnöten. Die Startseite zeigt der PDA-Reader bei jedem Aufruf als Erstes an. Auf ihr sind alle Links zu Webseiten verzeichnet, die die Desktop-Anwendung auf den PDA überspielen soll.
Anschließend muss der Nutzer dem Programm noch über eine weitere Konfigurationsdatei mitteilen, welches Display der verwendete PDA hat und welche Internet-Verbindung der Plucker zum Herunterladen der Daten nutzen soll.
Danach startet man den eigentlichen Plucker, der unter Windows in einem Textfenster läuft und die in der Startseite verzeichneten Websites in ein PDA-freundliches Format umwandelt. Obwohl der Plucker aus langsamem Python-Code besteht, geht der Vorgang recht flott vonstatten. Auf Wunsch stellt das Konvertierungsprogramm die umgewandelten Dateien gleich im komprimierten gzip-Format bereit, was Platz auf dem PDA spart. Eine entsprechende gzip-Bibliothek zum Lesen der gepackten Dateien installiert das Programm automatisch. Bei der nächsten Synchronisation überträgt Hotsync dann die Inhalte auf den Handheld.
Die Ergebnisse auf dem PDA können sich sehen lassen: Selbst ohne Optimierung der Konfigurationsdateien liefert Plucker bei normalen HTML-Websites oft bessere Ergebnisse als seine kommerziellen Konkurrenten. Farben, Formatierungen und Tabellen wandelt er sinnvoll um, sodass auch komplexe Websites auf dem kleinen PDA-Schirm oft noch gut lesbar sind.
Zudem hat der Reader neben den Navigations-Buttons einige pfiffige Funktionen eingebaut. So kann man am oberen Bildschirmrand sehen, wie viel Text man bereits gescrollt hat. Die Bildlauf-Funktion rollt den Bildschirminhalt automatisch in einstellbarer Geschwindigkeit nach oben - so muss der Nutzer beim Durchlesen langer Dokumente keinen Finger rühren. Daneben unterstützt der Reader auch noch Lesezeichen und bietet eine komfortable Suchfunktion.
Isilo/IsiloX
Das System von Islio/IsiloX ist das einzige kostenpflichtige Offline-Reader-System im Test. Die Desktop-Anwendung IsiloX vertreibt der Hersteller zwar als Freeware, für den Reader Isilo muss man aber nach 30 Tagen freier Nutzung knapp 18 US-Dollar berappen.
Wie bei Pendragon Browser und Plucker muss sich der Nutzer Links für seine Channels selbst zusammensuchen. Eine Basis-Linksammlung für erste Gehversuche bietet das Programm nicht an. IsiloX überrascht dafür mit wesentlich mehr Konvertierungsoptionen für HTML-Content als seine ähnlich gestrickten Konkurrenten. Neben Einstellungen für die Linktiefe bietet die Anwendung vielfältige Funktionen zur automatischen Rand-, Text-, Bild- und Tabellenformatierung von HTML-Dokumenten. Aber selbst ohne Formatierungseinstellungen können sich die Ergebnisse nach der Synchronisation auf dem PDA-Reader sehen lassen. Normale Webseiten stellt der Reader fast so wie auf dem Desktop-PC dar, und auch die Qualität der verkleinerten Bilder überzeugt.
Die 1:1-Umsetzung von Webseiten hat aber auch Nachteile: Übergroße Dokumente fordern dem PDA sehr viel Speicher und Rechenleistung ab, sodass der Reader die Anzeige nur langsam scrollt. Um dies zu verhindern, wäre eine einstellbare Speichergrenze für die zu übertragenen Dokumente sinnvoll gewesen. Stattdessen ist es aber möglich, das Übertragen von speicherfressenden Inhalten wie Bildern einzuschränken oder ganz zu verhindern. Die angezeigten Webseiten sehen dann zwar nicht mehr ganz so schön aus, lassen sich aber leichter handhaben.
Bei PDA-freundlichen Webinhalten treten die Probleme von vornherein nicht auf, da sie außer reinem Text kaum ‘belastendes Material’ enthalten. Weil ISiloX wesentlich mehr Parameter verarbeitet als seine Konkurrenten und sogar Cascading Style Sheets versteht, dauert der Umwandlungsvorgang deutlich länger.
Fazit
Während der Einsteiger mit Palm oder Pocket PC sich seine News lieber über das einfach zu bedienende und Web-basierte System von Avantgo herunterlädt, wird der Palm-OS-Profi mit HTML-Kenntnissen sicherlich den Plucker bevorzugen, den er nach Belieben verändern kann und der auch komplexere Websites noch gut lesbar darstellt. Pendragon-Browser und die kostenpflichtige Isilo/IsiloX-Kombination schätzt der Palm-OS-Nutzer, dem Datenschutz wichtig ist, der aber nicht auf eine grafische Oberfläche beim News-Abgleich verzichten möchte.
Nutzer von Psion-, Nokia- oder Ebookman-PDAs haben keine Wahl und werden zum Mobipocket-Service mit seinem dürftigen News-Angebot greifen, da bisher kein anderer Dienst Reader-Applikationen für diese Handhelds anbietet. Besitzern eines Pocket PC gefällt womöglich das multimediale Mazingo-System am besten, auch wenn es noch mit deutlichen Stabilitäts-Schwächen zu kämpfen hat.