Ihre Suite im Internet

Neun Webhoster mussten auf unserem Prüfstand zeigen, wie zuverlässig und schnell sie Webseiten ausliefern. Außerdem testeten wir die Performance von CGI-Schnittstellen und MySQL-Datenbanken. Weil die beste Technik nichts nutzt, wenn sie nicht bedient werden kann, nahmen wir auch die Möglichkeiten zur Administration des eigenen Webspace unter die Lupe.

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Inhaltsverzeichnis

Homepage und E-Mail mit dem eigenen Namen sind für Privatpersonen, vor allem aber für Selbstständige und Firmen heutzutage fast so selbstverständlich wie die Telefonnummer. Mit statischen Online-Prospekten kann man heute aber keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken.

Die virtuelle Dependance sollte Interaktivität und Echtzeit-Dienste bieten - etwa ein Forum für Kundenanfragen oder einen Produktkatalog, in dem man die Lieferfristen der Produkte abfragen kann. Auch private Homepages ziehen mehr Besucher an, wenn sie durch Gästebücher, Foren oder Newsticker belebt werden. Content Management Systeme helfen, die Sites regelmäßig zu aktualisieren und spannende Inhalte automatisch einzubauen, setzen aber meist eine Datenbank voraus.

Eine attraktive Website muss also programmierbar sein, zum Beispiel über CGI-Skripte. Daher haben wir in unserem Provider-Vergleich die Verfügbarkeit und Performance von Perl-Skripten sowie von PHP-Anwendungen mit Zugriff auf eine SQL-Datenbank mitgetestet. Die getesteten Pakete werden den Anforderungen kleinerer bis mittlerer Web-Präsenzen gerecht: Sämtliche Angebote umfassen mindestens 100 MByte Webspace und zwei Gigabyte Traffic.

Um große Sites zu betreiben, reichen auch jene Pakete nicht aus - abgesehen von mehr Platz für Inhalte und mehr Traffic-Volumen benötigen anspruchsvolle Sites auch weitere Funktionen, zum Beispiel Online-Shops. Am flexibelsten lassen sich derartige Präsenzen auf dedizierten Servern unterbringen, deren Rechenleistung man sich nicht mit anderen teilen muss. Solche Server kosten aber mehr als 1000 Euro pro Jahr. Am unteren Ende der Preisskala finden sich Domain-Umleitungen, die in Verbindung mit kostenlosem Webspace etwa beim Provider den günstigsten Weg zur eigenen Domain darstellen (siehe Kasten in c't 10/2002 auf Seite 118).

Wenn die Ansprüche wachsen, wird häufig ein Wechsel des Angebots oder des Webhosters nötig. Damit der Umzug zu einem neuen Anbieter reibungslos klappt, muss das vorgeschriebene Verfahren genau eingehalten werden. Der Artikel in c't 10/2002 ab Seite 122 zeigt, was man beim Providerwechsel und Domain-Verkauf beachten muss. Außerdem beleuchtet er die Rechte des Kunden, wenn der Webhoster den Vertrag oder die Preise ändert.

Die Log-Dateien des Web-Servers können dem Betreiber einer Website Aufschluss darüber geben, wie erfolgreich sein Internet-Auftritt ist. Sie enthalten wertvolle Informationen, die der Site-Betreiber nutzen kann, um den Aufbau der Site zu verbessern und die Besucher besser durch sein Angebot zu führen. Der Artikel ab in c't 10/2002 Seite 124 zeigt, welche Hilfsmittel für die Log-Datei-Untersuchung zur Verfügung stehen und wie man sie einsetzt.

Eine größere Internet-Präsenz mit einigen Unterseiten, vielen Bildern und vielleicht sogar einigen multimedialen Schmankerln wie Tonuntermalung oder kleinen Filmschnipseln braucht Platz. Doch vorsicht: Generell sollte man versuchen, den Web-Auftritt kompakt halten. Ein großer Teil aller Web-Nutzer surft nach wie vor via Modem oder ISDN im WWW. Diese Klientel dreht einer Site den Rücken, wenn sie beim Laden von einzelnen Pages regelmäßig eine Kaffeepause einlegen kann.

Wird die Web-Präsenz ob ihrer Qualität oder Relevanz plötzlich zum Besuchermagnet, kann das für den Webmaster unangenehme Konsequenzen haben. Der Koblenzer Schüler Alexander Knoll hatte Glück im Unglück: Eine kleine Flash-Animation auf seiner Homepage hatte es Comedian Stefan Raab so angetan, dass er sie in seiner Sendung ‘TV Total’ vorstellte. Die Folge: Zwei Tage später bekam Knoll einen Anruf von seinem Webhoster Puretec, der feststellte, dass die Site in 48 Stunden 140 GByte Traffic verursacht hatte. Am Ende wechselte der Schüler sein Paket und bekam die rund 1380 Euro für den verursachten Traffic von Puretec erlassen. Wer also einen prominenteren Auftritt plant, sollte in unserer Übersichtstabelle in c't 10/2002 auf Seite 120 nachsehen oder sich nach dem im Paket abgegoltenen Traffic-Volumen beim jeweiligen Provider erkundigen.

Legten wir im letzten Webhoster-Test das Augenmerk auf sehr preisgünstige Angebote, so wollten wir diesmal wissen, welche Leistung man in der gehobeneren Kategorie erwarten darf. Bei den beiden Marktführern erwartete uns gleich eine Überraschung: Die als Billigheimer verschrienen Massen-Hoster Strato und Puretec stellten sich als recht teuer heraus, wenn man etwas mehr Leistung begehrt als eine Visitenkarte. Kleinere Webspace-Provider warteten mit wesentlich preisgünstigeren Angeboten auf.

Die Webhoster mussten sich einem umfangreichen Test unterziehen. Vier Wochen lang, vom 22. März bis zum 19. April, ließen wir das Performance-Messsystem des US-amerikanischen Spezialisten Keynote Systems auf bei den Hostern angesiedelte Web-Seiten los (siehe Kasten in c't 10/2002 auf Seite 114). Dabei beschränkten wir uns nicht auf die Simulation von einfachen HTML-Seiten-Abrufen. Die Anbieter sollten außerdem zeigen, wie schnell sie Perl-Skripte abarbeiten können und wie leistungsfähig ihre MySQL-Datenbanken sind.

Jeder Provider garantiert in seinen AGB eine durchschnittliche Erreichbarkeit der Kundenpräsenzen. Dabei bezieht er sich in der Regel auf ein Jahresmittel. Wenn er etwa eine Verfügbarkeit von mindestens 99 Prozent verspricht, heißt das, dass seine Webserver immerhin über dreieinhalb Tage pro Jahr ausfallen dürfen. Unser Test-Zeitfenster von vier Wochen gibt ein klares Indiz für die Erreichbarkeit. Daher haben wir in der Tabelle unsere Ergebnisse der Erreichbarkeits-Messungen mit der von den Hostern garantierten Verfügbarkeit verglichen. Bei zwei Hostern lagen unsere Testergebnisse unter den garantierten Werten.

Die beste Technik hilft nichts, wenn sie für die Kunden kaum bedienbar ist. Eine große Rolle spielt, ob der Webhoster seinen Nutzern ein gut gegliedertes und handhabbares Werkzeug zur Administration des zugewiesenen Webspace an die Hand gibt. Alle getesteten Angebote lassen sich über ein Web-Frontend konfigurieren. Der Teufel steckt hier oftmals im Detail: Eine englischsprachige Anleitung etwa kann für einige Kunden zum unüberwindbaren Hindernis werden.

Wenn man dann nicht mehr weiter weiß, schreibt man eine E-Mail an den Support oder ruft gleich die Hotline des Hosters an. Bei sehr billigen Webspace-Angeboten unterstützen die Hoster ihre Kunden in aller Regel mit teuren 01908er-Nummern (1,86 Euro/min). In der gehobenen Kategorie wird der Support billiger, so bietet Strato für die Premium-Pakete eine 01805er-Nummer (12 Cent/min) an, und Puretec unterstützt seine Kunden gar ganz kostenfrei über eine 0800er-Nummer. Die kleinen Provider sind normalerweise über eine Nummer im Telekom-Ortsnetz zu erreichen. Im Test machten da nur BAIS und WebJanssen eine unrühmliche Ausnahme. Technische Hilfe erhält man dort nur über eine 0190er-Nummer.

(hob)