Jobmarkt auf dem Rückzug
Das Interesse an Jobs und Ausbildungen dürfte auch in diesem Jahr groß sein - das Angebot ist es eher nicht.
- Angela Meyer
Der ersehnte Aufschwung in der IT-Branche lässt weiter auf sich warten. Selbst anlässlich der CeBIT verbreiten die Auguren nur ausgesprochen verhaltenen Optimismus: Angesichts der Einbrüche in den vergangenen Jahren wird bereits eine Stabilisierung der Aufträge als Fortschritt gehandelt. Entsprechend geringer ist das Engagement vieler Firmen bei der Nachwuchsrekrutierung.
Dies macht sich auch auf der CeBIT bemerkbar: Zwar gibt es auch in diesem Jahr wieder den ‘CeBIT Job & Career Market’, aber anders als bisher segelt dieser jetzt ganz unter der Flagge der Zeitschrift Computerwoche - die Bemühungen der Veranstalter, ein eigenes Forum auf die Beine zu stellen, stießen auf zu wenig Resonanz. So dürfte die Jobsuche in diesem Jahr auch auf der CeBIT schwieriger als bisher werden. War der Job Market in den Vorjahren in Halle 10 noch über zwei Etagen verteilt, so rücken in diesem Jahr am Südende von Halle 9 nur noch rund 40 Firmen und Institutionen zusammen - den größeren Teil der Halle belegen die Aussteller zum Thema Human Resources Management, der IT-gestützten Personalverwaltung.
Immerhin finden sich in der Übersicht des Gemeinschaftsstandes Namen wie Accenture, Alcatel, Arcor, Audi, Bayer, Boston Consulting Group, Brunel, Ford, Philips, SAP, Siemens, Telekom, Vodafone, aber auch die Bundesanstalt für Arbeit und die Gewerkschaft IG Metall. Neben direkten Gesprächen mit Vertretern der Unternehmen laufen täglich von 10 bis 17 Uhr Firmenpräsentationen sowie Vorträge und Podiumsdiskussionen zu Themen wie Aus- und Weiterbildung, Anforderungen an IT-Mitarbeiter, Job- und Verdienstchancen, Selbstständigkeit oder Arbeitsverträge.
Die Messe AG hat ihre eigenen Aktivitäten dagegen ins Internet verlegt: Der neue, auf Dauer zugängliche Online Job & Career Market unter http://cebit.career-online.de/ soll sich zu ‘der’ Online-Jobbörse für IT- und TK-Fachkräfte entwickeln. Bisher suchen dort rund 35 Inserenten neue Mitarbeiter sowie Praktikanten und Studenten. Die dort angebotenen Stellen dürften allerdings bei weitem nicht für alle reichen, die sich von der CeBIT ein Sprungbrett erhoffen. Der Marsch durch die Hallen, um unter den rund 6500 Ausstellern wenigstens einige aussichtsreiche Kontakte zu finden, wird den meisten nicht erspart bleiben - und ist angesichts der dünn besetzten Stellenmärkte immer noch die beste Gelegenheit im Jahr, der eigenen Karriere auf die Sprünge zu helfen. (anm) (anm)