Pixel-Park

Auch wenn die IFA eher eine Messe fĂĽr Bewegt- als fĂĽr Standbild-Technik ist, zeigen Hersteller mit einem breiten Produktspektrum hier auch gern ihr Digitalfotografie-Sortiment - mit zum Teil atemberaubenden Neuerungen.

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Von
  • Carsten Meyer

Viele im Vorfeld der Internationalen Funkausstellung erschienene Digitalfoto-Produktneuheiten finden Sie bereits in unserem großen Digitalkamera-Vergleichstest auf Seite 128 - das sind dann, zumal schon lieferbar, natürlich keine echten Messeneuheiten mehr. Pentax und Olympus als klassische Kamerahersteller haben zwar keinen Stand auf der Messe, halten deren Umfeld aber zumindest für so interessant, dass sie in Berlin Ausstellungs-Lounges für Fachhändler und Presse angemietet haben. Canon als großer Vollsortimenter verlegt gar seinen obligatorischen Publikumsauftritt vom Messegelände in ein Zelt am Potsdamer Platz und will dort die 6-Megapixel-Spiegelreflex EOS 300D (eine abgespeckte Consumer-Version der EOS 10D) für rund 1100 Euro präsentieren. Nikon hält eine Messepräsenz für unabdingbar und zeigt neben dem Consumer-Sortiment die vor kurzem vorgestellte superschnelle Profi-Kamera D2H. Kyocera als eher branchenfremder Hersteller begnügt sich derweil mit einer Pressekonferenz zur Produktpräsentation.

Sonys Spitzenmodell in der oberen Consumer-Klasse, die Cyber-shot DSC-F828, ist mit dem neu entwickelten 2/3"-„Super HAD CCD“ mit acht Megapixeln Auflösung ausgestattet, der dank vierfarbigen Filter (RGB plus „Emerald“, eine Art Türkis) für eine differenziertere Farbwiedergabe sorgen soll. Unterstützt wird er von einem Zeiss-Objektiv (Siebenfach-Zoom Vario Sonnar T*, 28 bis 200 mm entsprechend KB, f/2,0 bis 2,8) und dem „Real Imaging Prozessor“ mit besonders schneller und Strom sparender Datenverarbeitung. Die DSC-F828 speichert TIFF-Dateien 22-mal schneller ab als die DSC-F717. MPEG-Kurzfilme nimmt sie im neuen „MPEG Movie VX Fine“-Modus (640 x 480 Pixel) mit 30 Bildern pro Sekunde ruckelfrei auf. Startklar ist die DSC-F828 in einer Sekunde; die Auslöseverzögerung inklusive Fokussierung soll weniger als eine halbe Sekunde betragen, die Fotos lassen sich nun auch im RAW-Format abspeichern. Die Serienbildfunktion schafft drei Bilder pro Sekunde bei sieben Bildern in Folge.

Im Makrobereich kann der Fotograf bis zu zwei Zentimeter an das Motiv herangehen. Ein präzises manuelles Fokussieren des gewünschten Motivs und die Einstellung der Brennweite per Hand erlauben der getrennte Fokus- und Zoomring. Das Gerät erinnert an eine aufgebohrte F717, ist aber deutlich größer und im Profi-Schwarz gehalten. Für viele wichtige Funktionen gibt es jetzt einen direkten Zugriff über einzelne Tasten. Sowohl der elektronische Sucher mit 235 000 als auch der LCD mit 134 000 Bildpunkten wurden in puncto Auflösung und Kontrast verbessert.

Mit dem „Flexible Spot-Autofokus“ hat der Fotograf bei der DSC-F828 über einen Joystick an der Kamera die Möglichkeit, die schärferelevante Zone im Bild selbst festzulegen. In absoluter Dunkelheit hilft das „Night Framing“ per Laser-Autofokus das Motiv im LCD einzukreisen. Das neue Topmodell verfügt über ein Programm zur Bildrauschunterdrückung, über Mehrzonenmessung mit 49 Feldern, Spotmessung, verschiedene Motivprogramme, mehrere Weißabgleich-Modi und Fokussierhilfen. Wer zusätzlich einen externen Blitz einsetzen möchte, wird sich über den erweiterten Mittenkontakt-Blitzschuh freuen. Dieser übermittelt maßgebliche Kameradaten wie die Vorblitzdaten oder die Entfernungswerte, ohne dass ein zusätzlicher Stecker notwendig wäre. Sony bietet dazu den passenden Systemblitz HVL-F32X (Leitzahl 32, UVP: 300 Euro) an.

Erstaunlichste Neuerung neben dem neuen Sensor: Die DSC-F828 besitzt zwei Medien-Slots für Memory Stick und CompactFlash (MicroDrive). MPEG VX-Movies und die schnelle Serienbildfunktion nutzen erstmals das parallele Interface des Memory Stick PRO. Die Bilder gelangen über USB 2.0 auf den Rechner oder aber mit der neuen „PictBridge“-Funktion direkt auf den Drucker - ohne Umweg über den PC. PictBridge ist ein neuer Standard, den maßgebliche Hersteller vereinbart haben. Einen Preis für das ab November lieferbare Gerät wollte Sony noch nicht nennen, als „Hausnummer“ nannten Insider rund 1500 Euro.

Kyocera präsentiert zur IFA (aber nicht vor Ort) mit der neuen Finecam S5R eine sehr kompakte 5-Megapixel-Digitalkamera, die Aufnahmeserien in höchster Auflösung von drei Bildern pro Sekunde bei minimaler Auslöseverzögerung schießen kann. Die neue Kyocera RTUNE-Technologie mit neuem Bilddaten-Prozessor soll das Schnappschuss-Fotografieren radikal verändern, indem man „draufhält“ und später einfach das beste Bild aussucht. Eine leistungsstarke Videofunktion ermöglicht zudem Clips in VGA-Qualität bei 30 Bildern pro Sekunde. Die Dauer der Clips wird einzig von der Größe der genutzten Speicherkarte begrenzt. Mit sechs Programmautomatiken wie Sport, Landschaft, Nacht, Hintergrund/Portrait und Makro haben auch weniger erfahrene Anwender unterschiedliche Motive sicher im Griff. Die Kamera wird mit Lithium-Ionen-Akku und Netz-/Ladegerät ausgeliefert, die beigepackte 16-MByte-SD-Card reicht aber bestenfalls zum Ausprobieren. Das Gerät wird für 549 Euro Ende August erhältlich sein.

Fünf Megapixel für den anspruchsvollen Normalverbraucher gibt es demnächst auch von Kodak: Die „EasyShare DX4530“ folgt, in die optional erhältliche Printer-Docking-Station eingesetzt, Kodaks alter „You press the button, we do the rest“-Maxime für einfachste Bedienung und schnelle Ergebnisse. Das mit einem Dreifach-Zoom und 32 MByte internem Speicher (durch SD-Karten erweiterbar) ausgestattete Gerät soll für weniger als 500 Euro in den Handel kommen. (cm)

Kodak Halle 3.2, Stand 110
Nikon Halle 3.2b, Stand 204
Sony Halle 18, Stand 101

(cm)