Sparkassen starten mit eigenem Discount-Broker
Die Sparkassen-Gruppe steigt nach langem Hin und Her in den Aktienhandel per Internet ein.
Die Sparkassen-Gruppe steigt nach langem Hin und Her in den Aktienhandel per Internet ein. Der Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) entschied sich heute nach längerem verbandsinternem Streit zu diesem Schritt, um ein Abwandern vor allem der jüngeren Kundschaft zu bereits etablierten Discount-Brokern zu verhindern.
Bisher hinkten die Sparkassen beim Online-Banking hinterher. Erst kürzlich hatten mehrere große Sparkassen die Verbandsspitze wegen der noch nicht gegründeten eigenen Internet-Bank scharf kritisiert und eigene Konzepte entwickelt, auf deren Basis eine Online-Bank errichtet werden sollte. Vor allem Zweigstellen in ländlichen Gebieten und die von ihnen dominierten Landesverbände hatten sich dagegen kritisch über eine Internet-Bank geäußert.
Das neue Internet-Portal soll als zentrale Anlaufstelle für die Kunden im Netz dienen. Eingehende Kundenanfragen- und Aufträge werden dann zur Bearbeitung an die Sparkassen vor Ort weitergeleitet. Die Wertpapierkonten der Kunden werden laut Sparkassenverband beim Online-Broker geführt; die zur Deckung der Wertpapiergeschäfte notwendigen Geldkonten können bei den Sparkassen verbleiben. Neben dem Online-Geschäft soll das traditionelle Schaltergeschäft als gleichwertiger Vertriebsweg bestehen bleiben. Darüber hinaus will die Sparkassen-Finanzgruppe mit www.sparkasse.de ein Internet-Finanzportal für Privatkunden und einen virtuellen Marktplatz für Geschäftskunden einrichten.
Bis zum Jahre 2010 werde von etwa 15 Millionen Nutzern ausgegangen, hieß es beim Sparkassenverband. Zusätzliche Impulse könnten sich durch die mit AOL geschlossene Kooperation ergeben. (mih)