Ins Licht gerĂĽckt

Ihrem Namen gemäß bietet die Photokina außer Fototechnik einiges zum Thema Bildwiedergabe.

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Fürs Heimkino kann man in Köln etliche Neuvorstellungen in Augenschein nehmen. So zeigt Panasonic mit dem PT-AE700E den Nachfolger des erfolgreichen PT-AE500E. Der aktuelle Projektor nutzt wie das Vorgängermodell ein LCD-Panel in WXGA-Auflösung (1280 x 720 Pixel) und bietet das lang ersehnte Lens-Shift-Objektiv, mit dem sich das Bild verzerrungsfrei auf der Leinwand positionieren lässt. Anschlussseitig bietet der PT-AE700 einen DVI-kompatiblen HDMI-Anschluss, über den er auch HDPC-verschlüsseltes digitales Filmmaterial vom DVD-Player akzeptiert.

Bilder für große Räume liefern Panasonics neue DLP-Modelle zur Festinstallation. Die Spiegeltechnik hält laut Texas Instruments bei Projektoren einen Marktanteil von 37 Prozent weltweit, bei den High-End-Beamern sollen es gar 77 Prozent sein. Gleich drei hochauflösende DLP-Chips mit 1366 x 768 Spiegelchen im 16:9-Format stecken im PT-DW7000, der PT-D7700 nutzt drei DLPs mit je 1400 x 1050 Pixeln (SXGA+). Beide Panasonic Beamer bieten über 5000 ANSI-Lumen und lassen sich zur Projektion extrem großer Bilder in einem Array von maximal 10 x 10 Geräten zusammenschließen. Die so genannte Egde-Blending-Funktion vermeidet dabei sichtbare Bildübergänge zwischen den Einzelbildern.

In direkter Konkurrenz zum PT-AE700E steht Sanyos PLV-Z3, der wie der PLV-Z1X in Köln erstmals vorgestellt wird. Der Z3 dürfte wie der Vorgänger Z2 ein LCD-Panel in WXGA-Auflösung integrieren, der überarbeitete Z1 mit Suffix X wie gehabt 964 x 544 Pixel nutzen. Nähere Details wollte Sanyo bis Redaktionsschluss nicht verraten. Zur Festinstallation gedacht, aber dank Wechselobjektiven dennoch flexibel, sind die lichtstärkeren Projektoren von Sanyo: Der EF60 zeigt SXGA+-Auflösung (1400 x 1050 Punkte) und soll Bilder mit strahlend hellen 6500 ANSI-Lumen an die Wand werfen. Für mobile Anwendungen bietet Sanyo eine Reihe kompakter LCD-Projektoren. Der PLC-SU51 mit SVGA-Panel sowie die beiden XGA-Geräte XU51 und XU56 lassen sich zudem mit einer WLAN-Karte aufrüsten, sodass man zwischen Notebook und Beamer keine physikalische Verbindung herstellen muss.

Canon folgt ebenfalls dem Trend zum kabellosen Projektor: Drei der vier aktuellen Modelle akzeptieren CompactFlash-Karten. So startet man die Diashow ohne PC-Anschluss direkt von Speicherkarte. Passende WLAN-Karten zur schnurlosen Präsentation können ebenfalls eingebunden werden. Auf schnurlos setzt auch NEC: Deren WLAN-fähige Projektoren mit 802.11g-Karte sollen selbst bewegte Bilder übertragen können. Im Heimkino dürfte die Funk-Datenrate kaum ausreichen, hier bietet NEC stattdessen zwei kabelgebundene DLP-Geräte im 16:9-Format.

Mitsubishi installiert auf der Messe gleich ein eigenes Kino, in dem der HC900 in Aktion zu sehen ist. Der DLP-Beamer kann Bilder im Wide-PAL-Format (1024 x 576 Bildpunkte) darstellen und nutzt zur Reduzierung des Regenbogeneffekts ein 7-Segment-Farbrad. Von Projektorspezialist Kindermann gibt es neben Beamern verschiedener Marken auch den hauseigenen DLP-Projektor KXD 1000 mit integriertem DVD-Player, drahtlosen Lautsprechern, Kartenleser und optionalem TV-Tuner zu sehen (siehe auch c't 16/04, S. 66).

Während bei herkömmlichen Beamern normalerweise ein Mindestabstand von knapp zwei bis etwa vier Metern zur Leinwand erforderlich ist, will MediaVision die Projektion auch in beengten Raumverhältnissen ermöglichen. Ihr MobileVision 21, ein 50-Zoll-Flachbildschirm zum Mitnehmen, besteht aus einer aufrollbaren Rückprojektionsfolie, die an einem zerlegbaren Gestell aufgespannt und rückwärtig von einem Projektor beleuchtet wird. Dank Spiegelumlenkung reicht ein Abstand von weniger als einem Meter zur Ausleuchtung der 1,27 Meter großen Leinwanddiagonale.

Nicht in die Nähe, sondern in die dritte Dimension rückt more3D die projizierten Bilder mit ihrem „morpheus3 mobile“. Das mobile 3D-Projektionssystem kommt ohne spezielle Leinwand aus und kann auch auf eine weiße Wand projizieren. Mit morpheus3 sollen Architekten virtuelle Modelle direkt beim Kunden präsentieren, Entwicklungsabteilungen technische Zusammenhänge „greifbar“ machen oder PC-Spieler an der Wohnzimmerwand in virtuelle Welten abtauchen können. Das System besteht aus einem PC nebst more3D-Software zur Erzeugung der stereoskopischen Bilder sowie zwei leistungsfähigen DLP-Projektoren.

High Definition TV gewinnt nicht nur für Premiere-Nutzer an Bedeutung, schließlich soll auch die Fußball-WM 2006 vornehmlich in hochauflösenden Bildern aufgezeichnet werden. In Köln widmet sich deshalb am 30. September und 1. Oktober im Kristallsaal, Congress-Centrum B, ein Symposium dem Thema HDTV. Veranstalter sind das Institut für Rundfunktechnik IRT und die Fernseh- und Kinotechnische Gesellschaft FKTG im Rahmen der „MediaVision Cologne at photokina“.

Will man das Fußball-Event auch daheim en Detail betrachten, müssen entsprechend hochauflösende Fernsehschirme her: Flachbild-TVs in LCD- und Plasmatechnik sind angesagt. In Köln wird man solche beispielsweise am Stand von Samsung bewundern können. Die Koreaner zeigen zudem aktuelle Modelle ihrer multimediafähigen SyncMaster-MP-Monitore, darunter den 24-zölligen 241MP mit echter HDTV-Auflösung (1920 x 1200 Bildpunkte), der außer mit PC-Anschlüssen mit einem TV-Tuner aufwartet. Die kleinere Variante 730MP zeigt 17 Zoll in der Diagonale und nutzt 1280 x 1024 Pixel. Das Multifunktionsgerät kommt mit TV- und Radio-Tuner, Kartenleser für CF-, SM- und SD-Cards, USB-Port, Lautsprechern, Videoeingängen sowie analog-digitalem PC-Eingang.

LCDs von BenQ kann man in Halle 10.2 begutachten. Dort findet man auch den 23-zölligen FP231W mit 16:9-Format, Analog- und Digitalanschluss für den PC sowie Videoeingängen für Digicam und DVD-Player, den wir auf Seite 136 getestet haben. In Halle 10 sind zudem weitere Geräte aus dem Bereich AV-Kommunikation inklusive Heimkino, Projektions- und Präsentationstechniken angesiedelt.

Der Bereich Professionell Imaging einschlieĂźlich Digital Publishing konzentriert sich auf der Photokina in Halle 14. Hier findet man unter anderem hardwarekalibrierbare Monitore, die eine gezielte Einstellung von WeiĂźpunkt, Gamma und Helligkeit erlauben und sich damit fĂĽr die professionelle Farbverarbeitung etwa in der Druckvorstufe empfehlen.

Amateurfotografen können bei Colorvision den kompletten Farbmanagment-Workflow von der digitalen Aufnahme bis zum fertigen Fotoausdruck in Halle 11.1, G 018 verfolgen. Den Profis will das Schweizer Unternehmen Kalibrierungstools wie Colorplus oder Spider am Hauptstand in Halle 14.2 nahe bringen. Farbmanagment-Spezialist GretacMacbeth demonstriert in gleicher Halle die Möglichkeiten der Hardwarekalibrierung mit Systemen wie den Eye-One-Geräten.

NEC-Mitsubishi präsentiert gleich drei hardwarekalibrierbare LCDs aus seiner neuen SpectraView-Reihe. Gemeinsam ist allen Mitgliedern der SpectraView-Familie eine 10-Bit-LUT zur Anpassung der Gammakurve, bei NEC sogar nach den drei Grundfarben getrennt. Beim High-End-Modell SpectraView 2180WG - es befindet sich derzeit noch im Prototypstadium - handelt es sich um ein 21,3-Zoll-Display mit UXGA-Auflösung (1600 x 1200 Pixel), das an Stelle der üblichen CCFL-Kaltkathodenstrahler eine LED-Hinterleuchtung nutzt. Die separat einstellbaren RGB-Leuchtdioden sollen eine genaue Kontrolle der Farbtemperatur ermöglichen und die Wiedergabe des kompletten Adobe- und auch des ECI-RGB-Farbraums erlauben.

Farbverbindliche LCDs hat auch Eizo im Gepäck. Der Displayspezialist stellt erstmals seinen 22-zölligen Flachbildschirm CG220 aus der ColorGraphic-Serie vor. Das Dual-Domain-IPS-Panel im CG220 bietet 16:10-Auflösung mit 1920 x 1200 Bildpunkten und damit Platz für zwei DIN-A4-Seiten. Über die interne 10-Bit-Look-up-Tabelle lässt sich die Gammakurve des Displays feinstufig anpassen, ein eingebauter Mikroprozessor soll die dunklen Graustufen sogar mit 14 Bit Genauigkeit auflösen. Der gegenüber den vorhandenen CG-Geräten vergrößerte Monitor-Farbraum soll Adobe-RGB komplett umfassen und damit speziell die Darstellung von Cyan-Tönen verbessern.

Wer Bilder und Grafiken vor der Druckausgabe am PC bearbeiten will, greift zum Eingabetablett, wie sie die Firma Wacom seit vielen Jahren im Programm hat. Der Stifttablett-Spezialist lädt zum Testen seiner neuen Intuos3-Serie ein (siehe auch c't 20/2004, S. 84). Außer den Intuos-Tabletts kann man dort die Cintiq Pen Displays ausprobieren, mit denen sich Fotos direkt auf dem Bildschirm retouchieren lassen. (uk, rij, mhe)

BenQ, Halle 10.2, P008
Canon, Halle 10.2, T025/V024
Colorvision, Halle 14.2, L 40
Eizo, Halle 10.1, B 048
GretacMacbeth, Halle 14.1, A034
Kindermann, Halle 10.2, 19/10
MediaVision, Halle 10.2, N035
Mitsubishi, Halle 10.2, O011
more3d, Halle 10.2, N008
NEC, Halle 2.2, E020
NEC-Mitsubishi, Halle 14.1, C054
Panasonic, Halle 3.2, F041
Samsung, Halle 2.2, B020
Sanyo, Halle 10.2, TO25/V024
Sax3d, Halle 10.2, O34
Wacom, Halle 10.1, B010/C019
(uk)