Management digital
Ein neuer Name, neue Standortpläne und neue Angebote - eine etablierte Messe bemüht sich mit allen Mitteln um die Erschließung neuer Kundschaft. Und was Neuvorstellungen angeht, genießt die Digital Management Systems Expo nach wie vor einigen Stellenwert bei den Anbietern der Branche.
- Peter SchĂĽler
Die vergangenen Jahre markierten für die DMS Expo einen Abwärtstrend, der 2004 durch eine breitere Themenwahl gestoppt werden konnte. Die meisten der rund 300 Aussteller gehörten auch dieses Jahr zum klassischemn Dokumentenmanagement und der Archivierungstechnik - bisher stand „DMS“ für „Document Management Systems“. Diesmal fanden sich dagegen auch Anbieter von Content-Management-Lösungen, Finanzsoftware, Projektverwaltungen und weiteren ganz allgemeinen Unternehmenssoftwarelösungen.
Während sich die meisten Messestände an sehr zahlungskräftige Unternehmen richteten, gab es durchaus auch Neuheiten für überschaubarere Budgets. So stellte ABBYY (www.abbyy.com/default_de.asp) von seiner Zeichenerkennungssoftware FineReader die 2200 Euro teure Version 7.0 der Scripting Edition vor, mit der sich einzelne Funktionen des Zeichenerkenners in Windows-Programme integrieren lassen. Das ebenfalls zur DMS Expo herausgekommene FineReader SDK 7.1 soll erstmals gedruckte Buchstaben, Markierungszeichen, Handschrift und Barcode lesen können. Die wählbaren Ausgabeformate umfassen neben TXT, RTF und PDF auch XML, auf Wunsch sogar in der speziellen Ausprägung von MS Word 2003. Preisangaben für das SDK sowie Testversionen für beide FineReader-Neuheiten sind über ABBYY erhältlich.
Microsoft-Partner BearingPoint präsentierte den kostenlosen Office Solution Accelerator for Sarbanes Oxley für die im Windows Server 2003 enthaltenen Sharepoint Services, um mit Hilfe von InfoPath 2003 Arbeitsabläufe fürs firmeninterne Risikomanagement zu steuern. Per Formular fragt das System Risikoabschätzungen für denkbare Schadensfälle und den Status von Vorsorgemaßnahmen ab, um aus den so gewonnenen Informationen eine umfassende Bewertung etwa zur Ermittlung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens abzuleiten. Wo weitere Arbeitsschritte vorgesehen sind, legt der Server dem zuständigen Kollegen automatisch ein dafür passendes Formular vor.
Formulare im Netz
GFT hat seine stiftbasierende Formularsoftware Hyparchiv (www.hyparchiv.de) um eine Client-Server-Version erweitert. Die Formularvorlagen werden bei diesem Konzept auf speziellem Papier mit einem vom Erfinder Anoto patentierten Pixelhintergrund gedruckt. Füllt man einen solchen Vordruck mit einem dafür vorgesehenen Stift aus, notiert dieser die Schriftbewegung im eingebauten Speicher und kann sie später per Cradle oder Bluetooth an einen Rechner hochladen. Anhand des Pixelmusters erkennt die Software anschließend, welches Datenfeld im jeweils erkannten Vordruck ausgefüllt worden ist, und kann die eingegebenen Daten nach einer Zeichenerkennung direkt als passend strukturierte XML-Datei ausgeben.
Das Novum der Servervariante liegt darin, dass sich die zum Stift gehörende Software vor der Datenübermittlung erst beim Anoto-Server erkundigt, unter welcher Web-Adresse sie den Herausgeber des ausgefüllten Formulars erreichen kann, und die Daten im Anschluss mitsamt der Lizenznummer des Ausfüllers automatisch dorthin versendet. So gelangen zwar die Daten, die ein Benutzer in verschiedene Formulare einträgt, automatisch zum jeweils passenden Empfänger, auf der anderen Seite verlangt Anoto aber für diese Nutzung seines Patents beträchtliche Monatsgebühren, die sich nach der Zahl der registrierten Stifte und Formulare richten. Während die Hyparchiv-Serverlösung aus Preisgründen eher für den Großeinsatz infrage kommt, erscheint Bendits ähnliche Software Digipen IO mit Preisen ab 1500 Euro auch für kleinere Geldbeutel konzipiert.
Auf dem GFT-Stand gab es außerdem Logitechs Anoto-Stift io2 zu sehen (www.logitech.de/index.cfm/DE/DE). Er ist gegenüber dem Vorgängermodell schlanker geraten, enthält aber dieselbe Technik. Endlich kann man für den 200 Euro teuren Griffel auch eine weniger klobige Alternativ-Cradle erwerben, die notfalls in die Jackentasche passt. Die wichtigste Neuerung kommt indes mit der zugehörigen Software daher: Diese enthält mittlerweile eine lernfähige Handschrifterkennung, die den Benutzer nicht mehr auf die Eingabe von Blockbuchstaben festlegt.
Signature Perfect (www.signature-perfect.de), bislang auf Lösungen zum handschriftlichen Signieren von Word- und PDF-Dokumenten spezialisiert, präsentierte seinen Penflow Server für die Aufgabe, mittels elektronisch erfasster Autogramme auch Benutzer-Authentifizierungen für hochsichere Netzwerke durchzuführen. Der Penflow Client erfasst über ein Wacom-Grafiktablett oder auf einem mit der gleichen Technik ausgestatteten Tablet PC die Linienzüge der Unterschrift sowie zeitabhängige Profile von Anpressdruck und Schreibgeschwindigkeit. Der zugehörige Server prüft die Daten und übermittelt dem geschützten System einen Zugangscode für den Benutzer. So kann das Penflow-Verfahren auch herkömmliche Passwortabfragen bedienen, sogar mit Passwörtern, die der Benutzer nicht einmal kennen muss. (hps) (hps)