Tippmobile
Totgesagte leben länger - dieser Ausspruch trifft einmal mehr auf Touchscreen-Geräte mit Tastatur zu, die als Mobilfunker für SMS, E-Mail und Office-Bearbeitung die Gunst der Nutzer zurückerobern sollen.
- Daniel LĂĽders
Lange ists her, da stolzierte noch der eine oder andere Psion-Nutzer durch die Welt und führte vor, wie schnell und einfach man lange Texte mit der vorzüglichen Tastatur dieser Handheld-Serie eingab. Mittlerweile sind die PDAs der Firma Psion Geschichte, und lange hörte man abgesehen von dem Nokia Communicator nichts mehr von Handhelds im Tastatur-Design, sondern baute vielmehr auf mobile Lösungen mit Handschrifterkennung und Touchscreen. Doch in der Zeit der Verschmelzung von PDAs mit Handy-Funk erlebt die Bauform mit Tastatur eine Renaissance.
Als Vorreiter erwies sich hierbei die kanadische Firma Research in Motion, die mit ihren erfolgreichen Blackberry-E-Mail-Kommunikatoren zeigte, dass selbst winzige Mini-Tastaturen im Vergleich zu ungenauen Handschrifterkennungen besser zum Erstellen kurzer Texte, E-Mails und SMS geeignet sind. Inzwischen machen es ihnen einige Handy-Hersteller wie Siemens nach und bauen PDA-Handys wie das SK65, das ebenfalls eine Tastatur in seinem Gehäuse birgt und das Blackberry-Protokoll versteht. Nokia und Sony Ericsson haben ebenfalls Funker mit Volltastatur im Sortiment.
Immer öfter trifft man auch auf Touchscreen-PDAs mit Handy-Funktion, die wenigstens ein kleines Mäuseklavier als Alternative zur Handschrifterkennung besitzen. Auch alteingesessene PDA-Hersteller wie PalmOne können sich diesem Trend nicht mehr verschließen. Noch vor etwa zwei Jahren setzte man bei PalmOne ausschließlich auf PDAs mit Touchscreen ohne Funk und Tastatur, mittlerweile kommt fast die Hälfte aller Einnahmen aus dem Geschäft mit Treo-Smartphones, welche außer Mobilfunk auch ein Mini-Keyboard mitbringen.
Auf der CeBIT zeigt PalmOne nun die zweite Smartphone-Generation namens Treo 650. Das kleine Quadband-Smartphone ist kaum größer als ein Handy und besitzt einen hochauflösenden Touchscreen, der 320 x 320 Pixel bei 16 Bit Farbtiefe anzeigt. Bluetooth, eine VGA-Kamera und alle üblichen Funktionen eines PDA und Handys bringt der Kleine mit. Das Einzige, was den Eindruck trübt, ist der empfohlene Verkaufspreis von 850 Euro; in den USA ist er ohne Vertrag aber schon für umgerechnet etwa 660 Euro zu haben.
Mini-BĂĽros
Auch T-Mobile folgt mit seinem für den Sommer erwarteten MDA VI dem Tastatur-Design und stattet den Windows-Mobile-Handy-PDA sogar mit Tasten fast so groß wie die von Notebook-Tastaturen aus. Zwar steckt sich der Bolide nicht so leicht weg wie ein Handy, bietet aber mit seinem VGA-Touchscreen genügend Platz für Office-Dokumente und funkt außer in GSM/GPRS- auch im schnellen UMTS-Netz. Für die Kommunikation mit anderen Computern bringt er voraussichtlich WLAN IEEE 802.11b und Bluetooth mit. Seine zwei Kameras machen ihn fit für Video-Telefonie. Ausgerüstet mit solch einem Gerät, lässt man sein Notebook für viele Anwendungsszenarien zu Hause. Was dieses Multifunktionsgerät später kosten soll, darüber schweigt sich T-Mobile bislang noch aus. Vodafone hat bereits angekündigt, das gleiche Gerät unter dem Namen VPA VI vertreiben zu wollen.
Im Unterschied dazu setzen die PDA-Hersteller Fujitsu-Siemens, Toshiba und Acer noch auf herkömmliche Pocket-PC-Lösungen, die weder Mobilfunk noch Tastatur besitzen. Allerdings scheint es, als ob Toshiba sich demnächst ganz vom PDA-Markt verabschiedet, denn in den USA hat sich die Firma aus diesem Bereich bereits zurückgezogen und Neuheiten wird der einstige Pocket-PC-Innovator auf der CeBIT wohl nicht präsentieren. Acer hingegen baut noch auf den langsam auslaufenden GPS-Navigations-Hype und führt seinen Pocket PC n35 mit GPS-Empfänger vor.
Fujitsu-Siemens setzt lieber auf WLAN/Bluetooth-Funker mit VGA-Bildschirmen der Pocket Loox 700-Modellreihe. Mobilfunk- oder Tastatur-Modelle sind nicht in Sicht.
- Acer Computer, Halle 25, Stand D40
- Fujitsu-Siemens Computers, Halle 1, Stand 4h4
- Nokia, Halle 26, Stand E68
- PalmOne, Halle 26, Stand F36
- Research in Motion, Halle 12, Stand A30
- Siemens, Halle 26, Stand A31
- T-Mobile, Halle 26, Stand A1
- Toshiba, Halle 1, Stand 6h2
- Vodafone, Halle 4, Stand A38
(dal)