Hannover Messe in neuem Gewand
Nach dem Relaunch vereint die diesjährige Veranstaltung elf Leitmessen
- Torge Löding
„Ich bin elf Messen“ so oder so ähnlich präsentiert sich die Industrieaustellung Hannover Messe nach ihrem Relaunch in diesem Jahr. Mit 6000 Unternehmen sollen vom 11. bis zum 15. April 2005 deutlich mehr Aussteller teilnehmen als die 5085 im vergangenen Jahr. Deutlich zugelegt hat auch die Ausstellungsfläche: Die Messe AG meldet 200 000 Quadratmeter, im Jahr zuvor waren es 143 000 Quadratmeter. Sepp D. Heckmann, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG, zeigt sich mit diesem Ergebnis vor dem Start der Veranstaltung zufrieden. „Es ist verstanden worden, dass sich die Hannover Messe neu aufgestellt hat. Und es ist angekommen, dass Automation ein zentrales Zukunftsthema ist“, sagt er.
Nach seiner Vorstellung spiegele das Zusammenwachsen und die Vernetzung von Technologien und Märkten der internationalen Wirtschaft wider. Auf elf Leitmessen im Rahmen der Hannover Messe zeigen Aussteller Trends, Innovationen und Schlüsseltechnologien der Industrie von morgen. Diese Anspruch drücke sich auch aus in dem Slogan „One place to be“. Zu den elf Leitmessen gehören die „INTERKAMA+“, die „Factory Automation“, die „Motion, Drive & Automation“, die „Digital Factory“, die „MicroTechnology“, die „Research & Technology“, die „Energy“, die „ComVac“, die „SurfaceTechnology mit Powder Coating Europe“, die „Subcontracting“ und die „Industrial Services & Equipment“. Auf der „INTERKAMA+“, der internationalen Leitmesse für Prozessautomation, können sich Produktionsverantwortliche über Automatisierungs- und IT-Lösungen, Feldgeräte und Komponenten ebenso informieren wie über Steuer-, Regel- und Leitsysteme. Aktuelle Technologietrends prägen den Austausch der Experten auf dem INTERKAMA+-Forum. Ein weiteres Trendthema ist Wireless Automation - die drahtlose Kommunikation als Ergänzung zur klassischen Industriekommunikation.
Zahlreiche ergänzende Rahmenveranstaltungen wie Sonderschauen, Kongresse, Vorträge, Podiumsdiskussionen und Foren sollen den Fachbesuchern einen Überblick bieten über Entwicklungen, neue Technologien und Möglichkeiten zur Leistungssteigerung im eigenen Unternehmen. „Mit über 1000 Veranstaltungen sind wir der größte Zukunftskongress der Welt“, wirbt Heckmann. Abgerundet werden diese Veranstaltungen durch neu eingeführte Branchen- und Thementage wie „Maschinen- und Anlagenbau“ (11. April) oder „Elektrotechnik/Elektronik“ (15. April).
Partnerland Russland
Offizielles Partnerland der Messe ist in diesem Land die Russische Föderation: Rund 150 russische Aussteller präsentieren ihre Produkte und Lösungvorschläge auf 6500 Quadratmetern Ausstellungsfläche - im Fokus stehen Energie-, Transport- und Automationstechnik. Gemeinsam mit Bundeskanzler Gerhard Schröder soll der russische Staatspräsident Wladimir Putin sowohl die Hannover Messe 2005 als auch den Deutsch-Russischen Wirtschaftstag eröffnen.
Erstmals durchgeführt wird im Rahmen der Ausstellung auch der Innovationstag für Europäische Ingenieure. Die Veranstaltung am ersten Messetag ist ein Gemeinschaftsprojekt der FEANI (Föderation Europäischer Nationaler Ingenieurverbände), Brüssel, sowie aller angeschlossenen europäischen Verbände und der Deutschen Messe AG, Hannover. Ingenieure aus allen Teilen Europas werden dazu nach Hannover eingeladen. Am Montag, 11. April, beginnt der Innovationstag um 10:30 Uhr mit der Eröffnung des European Engineers’ Forum durch den Präsidenten des FEANI, Konstantinos Alexopoulos. Unter dem Motto „Die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Europa - welche Rolle spielen die Ingenieure?“ diskutieren hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik aus Europa. Hauptredner wird Philippe Busquin sein, der ehemalige EU-Kommissar für Forschung und Entwicklung, Mitglied des Europäischen Parlaments, Belgien. (tol)