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- Horst-Joachim Hoffmann
Einstein privat
Die Tochter von Einsteins Londoner Gastgeber Lord Haldane fiel bei der Begegnung mit Albert gar in Ohnmacht - leider nicht überliefert ist Einsteins Reaktion darauf. Aber wo immer der Nobelpreisträger auftauchte, so vermerken Biographen, versammelte er jede Menge weiblicher Fans um sich.
Einstein hat sein Leben nicht nur mit Physik verbracht. Die weitgehend unbekannten menschlichen Facetten des Genies stellt die Einsteingalerie in den Mittelpunkt. In sieben Kategorien unterteilt - von Aktuelles über Biographie, Kunst, Privates bis hin zu Zeitgenossen - zeichnen die Beiträge ein etwas anderes Bild des weltbekannten Wissenschaftlers. Besonders ausführlich ist die Biographie ausgefallen, die sich nicht auf die Aufzählung von Jahreszahlen beschränkt, sondern den verschiedenen Stationen von Einsteins Leben mit Anekdoten und Zitaten eine oft pikante Würze verleiht. Das berühmte Portrait mit der herausgestreckten Zunge verschickte Einstein höchstpersönlich als Geburtstagsgruß im Jahre 1951. Am 18. April, dem Erstverkaufstag von c't 9/05, jährt sich sein Todestag zum 50sten Male.
Zum Mitmachen lädt die Rubrik „Kunst“ ein, die Werke aus der Einstein-Fangemeinde präsentiert. Auch zu den anderen Rubriken sind Zusendungen willkommen. Die bisherige Ausbeute macht Lust auf mehr. (Horst-Joachim Hoffmann/ku)
Englische Redensarten
Die Bedeutung von Redensarten hat nur indirekt etwas mit den benutzten Einzelwörtern zu tun. Wer sie wörtlich übersetzt, wird deshalb im besten Fall Lachsalven, meist jedoch nur unverständliches Kopfschütteln ernten. Der Ausdruck „Die Kuh ist vom Eis“ etwa lautet in Englisch „It’s in the can“ - eine ganz andere Geschichte.
Zwar steht die deutsche Eiskuh noch nicht auf phrasen.com, dafür findet sich dort aber eine Menge anderer guter Aussprüche. Keiner muss auf dieser Seite „die Katze im Sack kaufen“ (to buy a pig in poke), denn das Angebot wirft schon nach wenigen Klicks sprachlichen Nutzen ab (to yield profit).
Hilfreich ist vor allem auch, dass nicht nur so bildhafte Ausdrücke wie „große Töne spucken“ (talk big) in den deutsch-englischen Übersichten auftauchen, sondern auch Alltägliches wie „Abgemacht!“ (it’s a deal) oder „meiner Auffassung nach“ (in my judgement). Wer also auf Englisch „Tacheles reden“ (get down to brass tacks) will, ist hier gut aufgehoben. So bewegt man sich auch beim Smalltalk mit Angelsachsen nicht wie „a bull in a china shop“ (ein Elefant im Porzellanladen). Besonders die alphabetische Phrasenübersicht macht langes Suchen überflüssig, bevor dann fremdsprachlich „auf die Pauke gehauen wird“ (to paint the town red).
Alles in allem eine sinnvolle Seite mit kleinen Macken in der Suchmaschine und einem durchgängigen Rechtschreibfehler: Die deutsche Lautkombination „aue“ (wie in „hauen“) wird als „aü“ (haün) ausgegeben. But don’t send this website to Coventry (aber lassen Sie die Seite nicht links liegen), sondern halten Sie vielmehr die Ohren steif (keep a stiff upper lip), im Internet wie im wirklichen Leben. (Horst-Joachim Hoffmann/ku)
Kunstvolle E-Cards
Am Ende sitze ich oft vor meinen Bildern und lache über das, was meine Geister so alles machen, kommentiert selbstironisch Michael Pfannschmidt seine Werke (Acryl auf Malpappe), die in dieser virtuellen Kunstgalerie zu sehen sind. Finde den Fisch präsentiert sich als ansprechend gemachtes Forum zeitgenössischer darstellender Kunst und bietet Künstlern eine kostenlose Plattform zur Ausstellung ihrer Werke.
24 Künstler haben bislang das Angebot genutzt und eine erkleckliche Anzahl von Objekten in die Galerien gehängt - von acrylbemalten Ostsee-Steinen über naive Malerei bis hin zum Ölpastell oder Öl auf Leinwand. Auch die Themenpalette ist bunt gemischt: Eine griechische Ziegenidylle (Marita Emma Beermann) ist ebenso zu sehen wie Jazz-Szenen (Arno Bruse) oder Imitationen bekannter Meister (Ria Ackermann).
Die Künstler-Neuanmeldung für eine Ausstellung erfolgt via einfachem Formular. Die Betreiber nehmen allerdings nicht jede Anmeldung auf, was für die Qualität der Site spricht. Hat ein Künstler es dann geschafft, werden sein Name und eine Kurzbeschreibung in der Galerie mit „Neu“ gekennzeichnet. Gefällt dem Besucher ein Bild, kann er es in den meisten Fällen, das Einverständnis des Künstlers vorausgesetzt, direkt als E-Card versenden. (Horst-Joachim Hoffmann/ku)
SpielespaĂź
„Bubble Bobble“, „Last Ninja“ oder „4 gewinnt“ heißen die Klassiker. Spiele-Nostalgiker, die sich noch an den Amiga und den C64 erinnern, finden in den Kultspielen eine reiche Auswahl an alten Hits, teils für die neuen (Windows-)Betriebssysteme aufbereitet, teils noch in der Originalversion mit Ruckelgrafik und DOS-Feeling. Zudem gibt es eine erstaunliche Anzahl neuerer, kostenloser Programme mit zeitgemäßer Grafik, gutem Sound und allem, was dazugehört.
Bei der Suche nach dem ultimativen Kick helfen Rubriken wie Action, Adventure, Simulation oder Unterhaltung und Portraits, die erklären, worum es in dem Spiel geht. Angaben zur Dateigröße, den bereits erfolgten Downloads und eine Bewertung ergänzen die Kurzvorstellung. Auf der Site findet man Spiele in jeder Größenordnung, von wenigen 100 KByte bis zu einigen MByte, und auch die kleinen Unterhalter überraschen oft mit erstaunlicher Qualität. Ein Beispiel mit Suchtpotenzial: das 688 KByte große „Starshipeleven“. Zum Stöbern bietet sich die Rubrik „Neuzugänge“ an, und unter den Top 20 erfährt der Spielefreund, was die Szene gerade favorisiert. (Horst-Joachim Hoffmann/ku)
Mit dem Fahrrad unterwegs
www.fernradreisen.de
www.camping2005.com
www.jugendherberge.de
Steigt das Quecksilber in den positiven zweistelligen Bereich, lockt es Radsportler, Mountain-Biker und Freizeitradler auf die Piste oder in die Berge. Mehrtägige Fahrradtouren für Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Ungarn schlägt fernradreisen.de vor. Die Radreisen entstammen ursprünglich den Katalogen kommerzieller Anbieter, aber man kann sie auch allein organisieren, abkürzen oder miteinander kombinieren. Der Abschnitt „Reiseverlauf“ teilt die Tour in Etappen auf und nennt die Orte, in denen sich Freunde des zweirädrigen Untersatzes dann eine nächtliche Bleibe suchen müssen. Camping2005.com informiert über Zeltplätze in Frankreich, Spanien, Italien und der Schweiz; meist kann man auch gleich online reservieren. Wer nachts lieber ein festes Dach über dem Kopf hat und in Deutschland radeln will, wird auf jugendherberge.de fündig. (ku)
Die Websites aus c't 8/2005