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Argumente fĂĽr Open Source
Auf deshalbfrei.org gibt es seit Anfang Mai 2005 ein Wiki - also eine Textsammlung, die von Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch geändert oder ergänzt werden kann - mit Artikeln, die erklären, was freie Software ist und die bei der Nutzung von freien Programmen helfen sollen. „Dieses Wiki entsteht, weil wir schon häufig erklären mussten, warum wir ein Programm nutzen, das nicht mit weit verbreiteten Produkten wie ICQ, QuickTime oder Microsoft Word kompatibel ist“, schreibt der verantwortliche Betreiber Thomas Klein-Hitpaß. „In offenen Briefen sammeln wir hier daher unsere Antworten auf solche typischen Situationen.“ Internet-Teilnehmer, die im Anhang einer E-Mail beispielsweise eine ihnen unliebsame Word-Datei finden, können den Absender auf einen solchen offenen Brief verweisen.
Mit der Maßgabe „ein schlechter Artikel kann mehr wert sein als gar keiner“ sind alle zu Beiträgen aufgerufen. Sie können freie Software-Alternativen aufzeigen oder Einsatzgebiete, aber auch Defizite benennen oder zur Begriffsklärung beitragen. Auf einem Jabber-Server der Site können sich Interessierte via Chat austauschen. (anw)
Karaoke
Eine „Casting-Plattform“ haben sich drei Studenten aus der Nähe von Frankfurt ausgedacht. Wer genug Mut hat und seine Darbietung für geeignet hält, kann bei Stimmenplanet nach Registrierung per Telefon für einmalig 29 Cent eine Probe seiner Gesangskünste geben und dazu noch ein Bild hochladen. Jeder Seitenbesucher kann sich das anhören und seine Stimme abgeben, von 1 für grausige Dinge bis 10 für die positiven Überraschungen. Angemeldete User können virtuell auch Küsschen verteilen oder mit Eiern werfen.
Die Idee ist einfach, das Ergebnis erstaunlich: Die Karaoke-Proben decken das gesamte Spektrum von Aspiranten, die keinen einzigen Ton treffen, bis hin zu fast schon professionellen Comedy-Einlagen und Naturtalenten ab. Wie die anderen Jury-Mitglieder abgestimmt haben, erfährt man indes erst, wenn man selbst ein Votum abgegeben hat.
Im Online-Chat und Forum demonstrieren die Teilnehmer, dass sie die ganze Angelegenheit nicht so schrecklich ernst nehmen. Hämische Bemerkungen, mit denen Juroren in TV-Castingshows gerne aufwarten, finden sich in den Kommentaren nicht. (uma)
Die Mini-WM im Netz
www.sport1.de
www.sport.ard.de/sp/fussball/confedcup
www.11freunde.de
www.normaligerweise.de
http://fifaworldcup.yahoo.com/06/de/c/
Kurz nach Erscheinen dieser c't startet die Generalprobe zur FuĂźball-WM, der Confederations Cup. Wer keine Tickets bekommen hat, kann sich im Web ĂĽber den Wettbewerb informieren. AusfĂĽhrlich berichten zum Beispiel die ARD und die Seite des Senders DSF, Sport1. Die offizielle Seite ist bei Yahoo beheimatet.
Wer sich abseits vom Tagesgeschäft mit dem Phänomen Fußball auseinander setzen will, der landet früher oder später bei 11 Freunde, dem Magazin für Fußballkultur. Auf der Website der Zeitschrift kann man etliche Artikel probelesen, darunter Philipp Kösters Kultkolumne „Günter Hetzer“, in der er im Sportreporter-Kauderwelsch vor allem das Geschehen außerhalb des Rasens aufs Korn nimmt. Natürlich gibt es auch aktuelle Berichterstattung, Interviews und kritische Analysen; nach kostenloser Registrierung lassen sich Filme und Tondokumente herunterladen.
Ist man in den 90 Minuten davor nicht auf seine Kosten gekommen, entschädigen die Kurzinterviews mit den erschöpften Spielern und den nie um Worte verlegenen Trainern für manches uninspiriertes Ballgetrete. Normaligerweise.de hat eine schöne Sammlung dieser rhetorischen Totalschäden zusammengetragen. So stellte der legendäre Giovanni Trappatoni ein für allemal klar: „Fußball ist Ding, Dang, Dong. Es gibt nicht nur Ding.“ Oft trifft aber auch Klaus Toppmöllers Einschätzung zu: „Heute haben die Schwächeren gegen die Dümmeren gewonnen“. Spitzenreiter der Bonmot-Sammlung ist - wenig überraschend - Lothar Matthäus. Die Site bespricht außerdem Sportbücher. (heb)
Materiallager fĂĽr Newsbastler
http://backstage.bbc.co.uk/data/Data
http://bbctags.headshift.com
http://feeds.feedburner.com/bbcworldRebotcast
Auf ihrer Backstage-Site stellt die BBC interessierten Entwicklern Content kostenlos zur Verfügung, um darauf aufbauend Anwendungen zu entwickeln. Bedingung: Der BBC-Stoff muss auf nicht-kommerzielle Weise verarbeitet werden. Derzeit stehen eine Reihe von RSS-Feeds zur Benutzung bereit, unter anderem zu den Themen News, Sport, Travel und Entertainment. BBC will außerdem APIs veröffentlichen, mit denen die Benutzer zum Beispiel eine Suchfunktion einbinden können.
Unter „Your Prototypes“ lassen sich bereits eine Reihe interessanter Anwendungen besuchen. headshift zum Beispiel hat den BBC-News eine so genannte Social-Bookmarking-Anwendung aufgepfropft. Ein Besucher kann darin einzelne Nachrichten mit Tags auszeichnen. Der Server präsentiert ihm dann Meldungen, die von ihm selbst oder von anderen Besuchern mit den gleichen Tags versehen wurden. Ted Gilchrist erzeugt mit seinem Rebotcast per Sprachsynthesizer aus dem BBC World News Feed einen Podcast, also einen Audio-Webcast. (jo)
Mit BĂĽchern schreiben
Mittels Webservice erlaubt der Buch- und CD-Händler Amazon den direkten Zugriff auf seine Datenbestände. Eine der weniger sinnvollen, aber spektakuläreren Anwendungen, die diese Technik ermöglicht, ist Amaztype: Der Anwender gibt eine einfache Suchanfrage nach einem Autor, Künstler oder Titel ein. Aus den Buch- und CD-Abbildungen, die die Flash-Anwendung in der Amazon-Datenbank findet, setzt Amaztype nach und nach den eingegebenen Suchbegriff als Schriftzug zusammen. Die Abbildungen enthalten Kurzinformationen und einen Bestellverweis. Die „Zeitgeist“-Rubrik listet die häufigsten Suchanfragen. (heb)
Die Websites aus c't 12/2005