Die neue Mobilität

Aus dem Berufsleben von Außendienstlern und Reisenden sind Subnotebooks schon lange nicht mehr wegzudenken. Jetzt erscheinen immer mehr Geräte, die mit günstigeren Preisen, besseren Displays oder schickerem Design einen größeren Benutzerkreis ansprechen. Geschickt um Peripherie ergänzt, eignen sich diese Subnotebooks sogar als kompletter PC-Ersatz.

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Inhaltsverzeichnis

Wie schön wäre es, den längst fälligen Artikel im Biergarten zu vervollständigen, während der Formel-1-Übertragung das Blog zu befüllen, die Familienfotos im Kreis der Familie statt im engen Arbeitszimmer zu bearbeiten oder die Homepage auf der Terrasse sitzend zu erweitern. Mit einem Subnotebook gewinnt man zusätzlich den Wer-hat-den-Kleinsten-Wettbewerb an den ICE-Tischen und kann im Flugzeug den dringenden Bericht auch dann beenden, wenn der Vordermann schläft.

Zwischen Subnotebooks und ausgewachsenen Portablen besteht keine feste Trennlinie. Meist hält das Gewicht als Abgrenzung her, dann gilt alles unter - je nach persönlicher Leidensfähigkeit - zwei bis drei Kilogramm als Subnotebook. Auch der Begriff Mininotebook lässt sich nur unscharf über das Gewicht oder die Gehäusegröße abgrenzen. Wir betrachten im Folgenden hauptsächlich Notebooks unterhalb von 2,5 Kilogramm, unabhängig von Ausstattung, Display- oder Tastaturgröße. Die günstigsten wie das MSI Megabook S270 gibts ab 1000 Euro, die meisten liegen zwischen 1500 und 1800 Euro.

Früher hatten nur die im Geschäftsumfeld renommierten Hersteller ein besonders kleines, meist teures Notebookmodell im Angebot. Doch mit fallenden Preisen und steigender Leistungsfähigkeit wächst die Nachfrage, sodass derzeit so viele Subnotebooks wie noch nie erhältlich sind. Im Test ab Seite 138 stellen wir neun neue Modelle vor. Die Tabelle auf den folgenden Seiten zeigt fünfzehn weitere bereits in c't vorgestellte Geräte.

Eine offensichtliche Einschränkung der Subnotebooks ist ihr Display. Die klassischen Modelle wie das HP nc4200 oder Lenovo (ehemals IBM) X41 haben ein 12-Zoll-Panel im Seitenverhältnis 4:3 mit 1024 x 768 Punkten und 105 dpi. 4:3-Panels mit 13,3 Zoll sind (bis auf das 2,3 kg schwere Panasonic CF-73) ausgestorben, die nächstgrößeren messen 14 Zoll in der Diagonalen und zeigen 1024 x 768 Punkte mit 91 dpi. Die meisten Notebooks mit diesen Displays wiegen weit über zwei Kilogramm. Deutlich drunter bleiben nur das Fujitsu Siemens LifeBook S und das Samsung X10+, recht leicht sind das Dell Inspiron D610 und einige Modelle der T-Serie von Lenovo.

Wer am externen Monitor eine höhere Auflösung gewohnt ist und diese auch im Subnotebook haben will, wird bei den 4:3-Displays kaum fündig. Auf 12 Zoll zeigt nur Toshibas teurer Tablet PC Portégé M200 1400 x 1050 Punkte (144 dpi). Bei 14-Zoll-Notebooks hat man eine größere Auswahl, darunter ist aber nur das Fujitsu Siemens LifeBook S leichtgewichtig.

Die meisten neuen Subnotebooks haben Breitformat-Displays im Seitenverhältnis von 5:3. Ihr großer Vorteil liegt gar nicht so sehr in der Kinotauglichkeit, sondern in der höheren Spaltenzahl: Sie zeigen 1280 Punkte in der Breite und 768 oder 800 Punkte in der Höhe, was komplexe Anwendungen mit einem erstaunlichen Zuwachs an Bedienungsfreundlichkeit belohnen und genügend Raum für zwei Fenster nebeneinander bietet. Zudem ermöglicht das breitere Gehäuse den Einbau einer Tastatur mit gewohnt großen Tasten.

In puncto Ablesewinkel, Farbtreue und Kontrast bieten die 4:3-Displays nicht viel. Für Internet-Seiten, textlastige Anwendungen und Urlaubsbilder reicht die Qualität, doch Bildbearbeitung mutiert zum Farbenraten und Videos verlieren an Brillanz. Oft sind die Ablesewinkel so gering, dass ein weißes Bild aus keiner Sitzposition gleichmäßig erscheint. Die bei vielen Modellen unterhalb von 120 cd/m2 bleibende maximale Helligkeit erschwert schon bei Zugfahrten oder in sonnendurchfluteten Räumen das Ablesen. Etwas heller sind das Averatec 3300 und Fujitsu Siemens Lifebook S.

Besser fährt man mit den Breitformat-Panels, die meist höhere Kontraste und Ablesewinkel haben. Viele erreichen 170 cd/m2 oder mehr, was für Sonnentage auf der Terrasse ausreicht. Immer mehr Hersteller setzen schlecht entspiegelte Displays mit dann aber sichtbar knackigerer Farbwiedergabe und breiteren Ablesewinkeln ein. Die Reflexionen stören besonders bei von oben oder hinten einfallendem Licht, schon eine sonnenbeschienene Wand im Rücken des Anwenders erzeugt Spiegelbilder. Gerade unterwegs kann man diesen Einflüssen nur selten komplett ausweichen, etwas leichter findet man mit kleinen Displays wie im Fujitsu Siemens LifeBook P oder Sony VGN-T eine reflexionsfreie Sitzposition. Spitzenpanels wie das Dell UltraSharp und das Lenovo/IBM FlexView sind aber weiter nicht in Notebooks unter 2,8 Kilogramm zu kriegen.

Während beim letzten großen Subnotebooktest viele Geräte mit integriertem CD-Laufwerk antraten, wächst nun das Angebot an Breitbild-Geräten mit externem Brenner wie dem Acer TravelMate 3000. Besonders kompakt mit unter einem Kilogramm geraten das ältere JVC MP-XP und das Toshiba Libretto U100, doch beider Tastaturen sind für Zehnfingerschreiber nicht geeignet. Brauchbare Tastaturen bei nur 1,2 Kilogramm Gewicht haben das preisgünstige Dell Latitude X1, das robuste Panasonic CF-T2 und das sehr elegante und teure Toshiba Portégé R200.

Mit etwas Vorbereitung wird man ein eingebautes CD-Laufwerk selten vermissen. Unterwegs tauscht man Daten per WLAN oder USB-Stick aus, am Arbeitsplatz warten LAN oder ein externes Laufwerk. Eine große Hilfe sind Tools, die CDs oder DVDs auf der Festplatte speichern und als virtuelles Laufwerk einbinden [1]. Auf Reisen kann man dann immer noch das externe Laufwerk in den Koffer packen, dort fällt es zwischen der Ladegeräte-Sammlung für Notebook, Handy, Kamera und MP3-Spieler sowieso kaum auf.

Trotz CD-Laufwerk faszinierend klein und leicht sind das preiswerte Averatec 1000, das alltagstaugliche Fujitsu Siemens Lifebook P, das sehr robuste Panasonic CF-W2 und das etwas knarzige Sony VGN-T. Das mit dicken Akkus ausrüstbare Asus M5200N war im Test ziemlich laut, die aktuelle Version M5600A (ähnlich auch als Wortmann Terra Aura 1200 erhältlich) haben wir noch nicht gehört. Für manchen Kleinen sind nur DVD-ROM/CD-RW-Laufwerke lieferbar, die DVD-Brenner sind den dickeren Modellen vorbehalten.

Ein Subnotebook macht vor allem dann Spaß, wenn es lange ohne Stromzufuhr auskommt und das Netzteil getrost am Arbeitsplatz liegen bleiben kann. Alle hier und im folgenden Artikel aufgeführten Geräte halten über drei Stunden durch, viele auch über vier. Einige benötigen dazu einen anderen als dem Standardakku; ein alternativ einsetzbarer Hochkapazitätsakku gehört beim JVC MP-XP, Samsung X10+, Samsung Q25 und vielen Varianten des Lenovo X41 zum Lieferumfang. Für das Asus M5600A kostet er 159, für das Dell Latitude X1 93 und für das Sony VGN-S happige 399 Euro.

Einige Subnotebooks halten durch den gleichzeitigen Einsatz eines zweiten Akkus noch länger: Über sechs Stunden schaffen das Dell D400, die Fujitsu Siemens Lifebooks, das JVC XP-MP und das Samsung Q25. Über sieben Stunden erreichen das dann ziemlich schwere Asus W3400V und das extrem leichte Toshiba Portégé R200. HPs nc4200 schafft mit dem recht preisgünstigen Reiseakku sogar fast 10 Stunden.

Die Laufzeit jedes Notebooks lässt sich durch den Kauf von weiteren Akkus beliebig verlängern. Acer und Samsung legen einigen Modellen gleich mehrere Akkus bei. Der Umgang mit den Zusatzakkus erweist sich jedoch als umständlich, vor allem wenn man sie ohne externes Ladegerät im Büro oder über Nacht betanken möchte. Als Notreserve macht sich ein zweiter Akku im Rucksack vielleicht gut, doch meist wird man dann doch ständig den stärksten Akku eingesteckt lassen.

[1] Gerald Himmelein, Axel Vahldiek, CDs auf die Platte, Zehn CD-Emulatoren fĂĽr Windows, c't 17/02, S. 122

"Kompakte Notebooks"
Weitere Artikel zum Thema "Kompakte Notebooks" finden Sie in der c't 5/2005:
MarktĂĽbersicht und Kaufberatung S. 134
Neun leichte Notebooks im Test S. 138

(jow)