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Lesezeit: 5 Min.
Von
  • Frank Boguschewski
  • Klaus Christian Stelzer
Inhaltsverzeichnis

www.deviantart.com

Die Website Deviantart verfolgt das Motto „Where Art meets Application“. Die über 15 Millionen Bildmotive sind grob kategorisiert. Neben Fotos finden sich dort auch Zeichnungen, Gemälde und Piktogramme. Für den Überblick sorgen recht groß geratene Thumbnails, die zum Klicken auf die einzelnen Werke locken. Die Künstler laden ihre Motive hoch und ordnen sie den verschiedenen Kategorien und Verwendungszwecken zu, etwa Wallpaper, Skins oder Icons.

Im Deviant-Shop können sich die Besucher gegen Entgelt T-Shirts, Tassen und andere Gegenstände mit ihren Lieblingsmotiven bedrucken lassen. Deviantart dient somit als Verkaufsplattform für Künstler. Zu verdienen gibt es für diese neben harter Währung auch so genannte Deviant-Dollars, welche man wiederum zum Einkauf auf der Website benutzen kann. (Klaus Christian Stelzer/heb)


www.pssst.ch
www.enzyklop.org

So manchem Dudenunzianten wird das karglistige Mannoevre des René Gisler albklug vorkommen. Vor vier Jahren hat es der Schweizer Künstler und Webdesigner in dem Wörterbuch „Der Enzyklop“ versammelt, einer wirrklichen Wortspielwiese mit querkenntnisreichen Faseltenheiten. Das Projekt war damit aber nicht beendet, die Schreibwaise treibt weiter Schäferkel durch die Wortschaft. Auf enzyklop.org kann jeder Spitzen- und Breitenwortler das humoriginelle Wortiment entengen. Dort wird beispielsweise ersichtlich, dass Haare am besten mit einer Epileptiergräte entbeint werden.

Seit gut einem Jahr betätigt sich Gisler auf pssst.ch vor einer Webcam als Makrobat und zeigt seine Wortwale. Daraus ist nun „Fabula Rasa“ entstanden, ein Legespiel aus 2 x 45 Karten mit Begriffen wie Veilchenbeschleuniger und Schmutzengel, die nach dem Prinzip des „Memory“-Spiels aufgelegt und eingesammelt werden sollen. Auf die Weise kann man sich wortopädisch dem Rationalltag anfernen und gegen die Dummfruchtbarkeit manchmalträtieren, bevor die Logomotive lückwärts Greisaus nimmt. (anw)


www.totallyabsurd.com

Haben Sie beim Rollschuhlaufen oder neudeutsch Skaten einmal Bekanntschaft mit dem unangenehmen Zusammenspiel aus Schwerkraft und Gleitreibung gemacht? Mit dem Robo Skater wäre das nicht passiert. Zahllose Rollen an Ellbogen, Knien, Fußspitzen, Händen und Rücken sorgen dafür, dass die Bewegungsenergie in jeder denkbaren Körperhaltung nicht verloren geht - so zumindest dachte es sich ein Erfinder 1999 aus. Rätselhaft bleibt nur, wie der Rollschuhläufer wieder zum Stillstand kommen soll, wenn die Hosenbodenbremse derart sabotiert wird. Vielleicht blieb der kommerzielle Erfolg deshalb aus.

Andere Daniel Düsentriebs denken über sinnvollere Dinge nach, beispielsweise kugelförmige, erdbebensichere Häuser oder ein Fallschirm, der stürzende Motorradfahrer aus der Gefahrenzone gleiten lassen soll. Die Macher der englischsprachigen Seite Totally Absurd Inventions versichern, dass alle Patente tatsächlich erteilt wurden - allerdings fehlen die Patentnummern, um das nachprüfen zu können.

Bei rund 250 mehr oder weniger bizarren Erfindungen, die im Repertoire zu finden sind, bleibt nicht aus, dass die eine oder andere Idee tatsächlich in den Alltag vorstößt. Das geschah beispielsweise mit der Fingerzahnbürste (Fingertip Toothbrush), die bereits 1999 erfunden wurde und inzwischen mit High-Tech-Mikrofaserbelag wirklich verkauft wird. (uma)


http://davidszondy.com/future/futurepast.htm

Die Technikgläubigkeit, die bis in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vorherrschte, spiegelt sich in der damaligen Science-Fiction-Kultur. David Szondy erzählt in seinen englischsprachigen Tales of the Future Past aus heutiger Sicht skurrile Utopien von wasserfesten Möbelstücken, die mittels Gartenschlauch gereinigt werden, bis zur rollenden Glaskugel, dem Nahverkehrsmittel der Zukunft. Der Automobilhersteller Ford etwa arbeitete in den 50er Jahren an dem Konzeptauto „Nucleon“, das mit einer atomaren Tankfüllung bis zu 5000 Meilen hätte fahren sollen - in Zeiten hoher Ölpreise eine verlockende Vorstellung. Alte Radiomitschnitte im Real-Audio-Format lassen die verblichene Hybris nochmals auferstehen. Die Zukunftsmärchen von damals sind mit zahlreichen Abbildungen illustriert - die eine oder andere ironische Anmerkung konnte sich Szondy nicht verkneifen. (Frank Boguschewski/uma)


https://implicit.harvard.edu/implicit/demo

Eine Gruppe von Psychologen der Harvard-Universität stellt mehrere englischsprachige Implicit-Association-Tests bereit, mit denen man prüfen kann, ob man gegen bestimmte gesellschaftliche Gruppen Vorurteile hegt. Begriffe und Gesichter oder Symbole werden bunt durcheinander gewürfelt und sollen so schnell wie möglich zwei Gruppen zugeordnet werden, die in mehreren Durchläufen getauscht werden. Kommen sich positive Begriffe und negative Assoziationen dabei ins Gehege, schlägt sich das im Ergebnis des Tests nieder. Für die Tests und zum Verständnis der Erklärungen und Auswertungen sollte man allerdings zumindest etwas Englisch sprechen. Probanden können sich für weitere Tests registrieren lassen, die dann in das Forschungsprojekt einfließen, wobei die Daten SSL-gesichert übermittelt werden. (Frank Boguschewski/uma)


Die Websites aus c't 23/2005 (uma)