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Filmgeschichte hochverdichtet
Die Macher der 30-Second Bunnies Theatre Library bringen das Kunststück fertig, Filmklassiker in 30 Sekunden auf Englisch nachzuerzählen. Dabei übernehmen Flash-animierte Hasen alle Rollen. Bei einigen Werken wie The Exorzist fehlt eigentlich nichts Wichtiges. Miniaturen anderer Filme, etwa von Pulp Fiction oder Titanic, eignen sich weniger, um cineastisches Grundwissen nachzuholen. Diese Streifen sollte man schon gesehen haben, um die herrlich überzeichneten Animationen zu verstehen. (jo)
Spieledatenbank
Wer beim Online-Händler ein neues Spiel gefunden hat, dessen Rezensionen aber misstraut, der sollte einen Blick in Luding werfen. Die Site hält eine riesige Informationsbasis zu tausenden Brett- und Kartenspielen sowie Rollenspielsystemen und -modulen bereit. Luding trägt zu jedem Spiel die Autoren, den Verlag, das Erscheinungsjahr, den Preis, die Serie, zu der es gehört, die Spieleranzahl, die Spieldauer und die Altersempfehlung zusammen.
Zu etlichen Spielen veröffentlichen die Luding-Betreiber kurze Beschreibungen des Spielablaufs, des Materials und Bilder. Daneben tragen sie Verweise zu Besprechungen auf anderen Sites zusammen. Unter dem Link „Auszeichnungen“ finden sich diejenigen Titel, die einen deutschen oder internationalen Spielepreis erhalten haben. Die Datenbank ermöglicht die Recherche nur nach dem Titel, dem Urheber oder dem Verlag, nicht aber zum Beispiel nach der Altersgruppe. (jo)
Realitätsbezug für Wikipedia
Das Projekt Semapedia hat sich das Ziel gesetzt, Objekte in der physischen Welt mit dazu passenden Artikeln in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia zu verknüpfen. Das Konzept hat sich der Wiener Student Alexis Rondeau ausgedacht. Über die Eingabe einer Wikipedia-URL in einem Fenster auf der Homepage der Site oder ein Greasemonkey-Skript für Firefox lässt sich ein 2D-Barcode generieren. Die erzeugte Schwarzweiß-Grafik kann ausgedruckt, laminiert oder anderweitig auf einem harten Untergrund aufgeklebt und anschließend auf einen Gegenstand angebracht werden, den der zugehörige Wikipedia-Artikel beschreibt.
Laut Rondeau prangen solche so genannten Semapedia Tags inzwischen auf rund 1000 Objekten, davon allein etwa 600 in New York. Wer ein solches Objekt entdeckt, kann den Code mit einem Kamera-Handy fotografieren. Der Semacode-Reader für Smartphones ermittelt aus dem Foto die URL des Wikipedia-Artikels und lädt diesen in den Browser des Handys. (jk)
Web-2.0-Kreativpool
Web 2.0 ist in. Technische Informationen ĂĽber die neue Generation von Web-Techniken sind aber immer noch rar. Das fand auch John Musser, der die Site programmableweb.com aus der Taufe hob. Die Site versteht sich als Referenz rund um die Web-2.0-Programmier-Interfaces (APIs), die Site-Betreiber bereitstellen, um auf Basis ihrer Daten neue Anwendungen entwickeln zu lassen.
Neben einer Linksammlung zu weiterfĂĽhrenden Informationen ĂĽber wichtige Web-2.0-Techniken wie Ajax, RSS und XML-RPC verlinkt die Site auch mehr als 100 API-Beschreibungen. Was man mit den APIs ĂĽberhaupt so anstellen kann, zeigt die Mashups-Datenbank. Mashups kombinieren Inhalte von zwei oder mehreren Sites, um aus ihnen neue Anwendungen zu bauen. (jo)
Blog fĂĽr Macher
Irgendwann ist der PC total optimiert und auch das Auto so was von gepimpt, dass dem Homo Technicus die Aufgaben auszugehen drohen. Glücklicherweise gibt es das amerikanische Magazin Make mit seinem Blog. Es liefert Anregungen für befriedigende Freizeitbeschäftigungen und ausgefallene Hacks. Das Blog ist in erster Linie eine Linksammlung zu interessanten Artikeln, die die Redakteure im Web gefunden haben. Dort kann man unter anderem lesen, wie man den Toyota Prius als Notstromaggregat einsetzt, aus einer ausgedienten Festplatte eine Gürtelschnalle herstellt oder aus alten Autoreifen Sandalen. (jo)
Sprachschutz
Freunde der deutschen Sprache finden auf Bodo Mrozeks urster Website bedrohte-woerter.de eine tofte Sammlung aussterbender Begriffe. Sprache lebt, neue Wörter tauchen auf und alte verschwinden. Buchstäblich aus der Mode geraten sind etwa der Adenauerhut oder der Binder, keiner misst mehr in Ellen und schon können sich junge Menschen unter einer Wählscheibe nichts mehr vorstellen.
Aber auch moderne Begriffe wie Yuppie verschwinden wieder aus dem Sprachgebrauch. Im vereinten Europa wurde Erbfeind obsolet und im wiedervereinten Deutschland verschwimmen die Grenzen zwischen Neufünfländern und Besserwessis. Englische Begriffe verdrängen deutsche, der Hagestolz ist heute Single. Das Exportbier stirbt aus, offenbar hat die Pilskultur gesiegt. Dafür serviert man bei Starbucks keine Lorke.
Die rote Liste wächst stetig, auch durch Vorschläge von Besuchern. Ein Quiz auf der Website weckt das Interesse an den bedrohten Wörtern. Leider gibt es nur zu einer kleinen Auswahl der Wörter auch eine Erklärung. (ad)
Fluglotse
Die Suchmaschine dohop.com fahndet nach eigenen Angaben bei 667 Fluglinien nach passenden Verbindungen zwischen zwei Flughäfen. Die Ergebnisse sind in der Tat sehr umfangreich. Das Besondere ist jedoch die Oberfläche, die viele Ajax-Register zieht. Die Website bedient sich dadurch wie ein lokal installiertes Programm: Tabelleneinträge klappen ohne Verzögerung zur Detail-Ansicht auf und wieder zu. Zu den Eingabefeldern für die Flughäfen gibt es Pulldown-Menüs mit passenden Einträgen, deren Inhalt sich bei Eingabe eines weiteren Buchstabens sofort anpasst. Klickt man ein Datumsfeld an, öffnet sich ein Kalender, der bei Wahl eines anderen Eingabefeldes wieder verschwindet. Da immer nur die gerade benötigten Bedienelemente und Inhalte angezeigt werden, ist diese Website ungewohnt übersichtlich geraten. (ad)
Die Websites aus c't 02/2006