Bildgeneratoren

Flachbildfernseher verstehen sich auf Eingangssignale von großen HD-Tunern und kleinen Stabantennen. Akzente setzen die Hersteller der gut ausgestatteten Geräte durch ausgefallene Designs. Bei den Monitoren heißt es „back to the roots“ - statt immer schnellerer TN-Displays mit kleinen Einblickwinkeln sind Weitwinkel-Panels mit stabilen Farben angesagt. Auch Breitformate sind im Kommen.

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Während im vergangenen Jahr die Reaktionszeit von LCD-Monitoren eins der großen Themen war, rückt in diesem Jahr der Fokus von den Schaltzeiten zur Bildqualität: Größere Einblickwinkel, ausgewogene Farben und höhere Kontraste sollen geboten werden. Entsprechend wird man wieder vermehrt auf Displays mit Weitwinkel-Panel in VA- oder IPS-Technik stoßen. Monitorhersteller Eizo will seine Geräte künftig zusätzlich mit einem Lichtsensor ausstatten, der die Schirmhelligkeit automatisch an das Umgebungslicht anpasst. Am Eizo-Stand werden unter anderem zwei S-PVA-Monitore mit dieser Steuerung gezeigt. LG will in Halle 1 seine interessant gestylten 17- und 19-Zoll-Displays aus der L60-Reihe mit Kontrastwerten von 1600:1 in Szene setzen.

Die Graustufenauflösung, die wesentlich über Wiedergabequalität bei Fotoanwendungen entscheidet, soll durch 10-Bit-Farbtabellen (LUT) im Monitor verbessert werden; üblich sind bislang 8-Bit-LUTs. So zeigt BenQ ein 19-zölliges Office-LCD mit feiner Farbtemperatur- und Gammaregelung und Sechs-Achsen-Farbkontrolle. Nur in den für DTP oder professionelle Fotoanwendungen gedachten und entsprechend teuren Displays werden schon heute größere LUTs für die Farb- und Gammazuweisung genutzt; in diesem Bereich steigen Hersteller wie NEC und Eizo bereits auf 12-bittige Tabellen um.

Unübersehbar dürfte ein weiterer Trend bei Flachbildmonitoren sein: Breitbildschirme mit 15:9 bis 16:10-Format wird man bei fast allen Monitoranbietern bewundern können. Während die 20- und 24-Zöller schon seit einiger Zeit im Handel sind, betreten auch Breitdisplays mit 19"-Diagonale (wieder) die Bühne - Premiere feierten die kleineren Breitbildschirme bereits auf der CeBIT vor einigen Jahren, verschwanden dann aber mangels Erfolg wieder von der Bildfläche. Dank optimierter Produktionsprozesse könnten sie bald ihr Comeback feiern und eine preisgünstige Alternative zu den begehrten 20-Zoll-Breitformaten werden.

Ende des Jahres sollen zudem weitere hochauflösende 30"-LCDs mit Breitbildschirm und 2560 x 1600 Pixeln auf den Markt kommen. Solche Riesenmonitore, die bislang nur wenige Hersteller wie Apple oder Dell im Programm haben, müssen von der Grafikkarte digital über zwei TMDS-Leitungen angesteuert werden - das können derzeit nicht allzu viele Karten. Etliche der Monitore sollten auch den HDCP-Handshake beherrschen. BenQ zeigt ein solches Modell in Halle 1.

Bei den Schaltzeiten ist nach Ansicht einiger Hersteller das Ende der Fahnenstange erreicht, die aktuellen Reaktionszeiten lassen sich mit Twisted Nematic Panels (TN) und per Overdrive beschleunigten Vertical Aligned Diplays (MVA, PVA, ASV) kaum mehr unterbieten. Noch kürzere Schaltzeiten erzielen so genannte OCB-Panels (Optically Compensated Bend, vgl. c't 25/05, S. 32). Möglicherweise nutzt das am Samsung-Stand gezeigte 1-ms-Display ein solches Panel. Beim ausgestellten 120-Hz-TV in LCD-Technik erzwingt Samsung den schnelleren Bildaufbau dagegen durch eine höhere Bildwiederholfrequenz.

Mit OCBs soll künftig eine neue LCD-Generation ohne Farbfilter realisiert werden: Rotes, grünes und blaues Licht kleiner LEDs durchleuchtet die LC-Schicht nacheinander und bringt so an Stelle der lichtschluckenden Folien Farbe ins Bild. Solche Displays müssen allerdings mit mindestens 225 Hz (also 75 Hz pro Einzelfarbbild) getaktet werden, damit das zwangsläufig auftretende Bildflimmern erträglich wird, der Flüssigkristall muss entsprechend schnell schalten. Durch die Impulsansteuerung - das Display wird nur kurzzeitig und nicht über die Dauer des gesamten Frame erhellt - nähern sich die LCDs der schlierenfreien Wiedergabe von Röhrenmonitoren.

Die Hinterleuchtung mit kleinen LEDs an Stelle der bisher üblichen Kaltkathodenstrahler (CCFL) bringt weitere Vorteile: Der darstellbare Farbraum wird vergrößert, und die Farbtemperatur des Weißbildes lässt sich ohne Beschränkung des Farbraums variieren. Außerdem entfällt die sonst übliche Aufwärmzeit, nach der die Monitore stabile Farb- und Helligkeitswerte erreichen. Aus den recht günstigen Leuchtdioden müssen allerdings für jedes Display LEDs mit exakt gleichen Farbeigenschaften ausgewählt werden. Dieser Selektionsprozess treibt die Kosten in die Höhe, weshalb das LED-Backlight derzeit fast nur in Spezialgeräten für Grafikanwendungen wie sie beispielsweise NEC im Programm hat, genutzt wird.

Die kleinen LEDs sollen künftig auch in Flachbildfernsehern Einzug halten. So hat Samsung ein 2,08 m großes „LED-TV“ angekündigt, bei dem es sich sehr wahrscheinlich um einen LCD-Fernseher mit LED-Backlight handelt. Mit einem 2,28 m großen LCD-TV mit herkömmlicher Hinterleuchtung und einem 2,60 m großen Plasma-TV tritt Samsung einmal mehr den Wettstreit um das größte auf der Messe gezeigte Display an. Beide Schirme bieten eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln - und sind von einer Serienreife leider noch weit entfernt.

Auch bei Toshiba und Hitachi wird man Fernsehgeräte mit der großen HDTV-Auflösung bewundern können. Während im vergangenen Jahr nur einige Geräte „HD ready“ waren, ist diese Eingangsvoraussetzung fürs hochauflösende Digitalfernsehen inzwischen ein Muss. Am Samsung-Stand soll sogar ein Slimfit-Röhrenfernseher mit Digitaleingang und HD ready gezeigt werden.

Zwei Digitalschnittstellen im HDMI-Format und ein Digitaltuner für DVB-T gehören auch bei Panasonic zum guten Ton. Rechtzeitig zur CeBIT kündigt der Hersteller gleich 17 neue Flachbildschirme aus seiner Viera-Reihe mit Diagonalen von 66 cm bis 1,27 m in LCD- und Plasmatechnik an.

Sharp schwimmt mit seinen PALoptimal-Geräten etwas gegen den Strom. Die Produktpalette der für das herkömmliche PAL-Signal gedachten LCD-Fernseher mit 960 x 540 Pixeln wurde um Geräte mit DVB-T-Tuner und Diagonalen von 65 bis 94 cm erweitert. Für den mobilen Einsatz in Wohnung oder Garten zeigt das japanische Unternehmen zudem kleinere LCD-TVs mit DVB-T-Tuner und Weitwinkel-Panel im 4:3-Format.

Deutlich größere Diagonalen bieten Rückprojektionsfernseher, wie sie beispielsweise Samsung im Zusammenspiel mit einer XBox präsentiert. Das mit iF-Designpreis geadelte SP-50LH6 bringt das Bild dreier DLP-Chips auf die 1,27 m große Mattscheibe. Auch JVC präsentieren große TVs mit 1,42 m und 1,78 m Diagonale. Allerdings projizieren hier nicht kleine DLP-Spiegelchips von TI, sondern drei LCOS-Panels mit jeweils 1280 x 720 Pixeln das Bild. Bei der von JVC genannten D-ILA-Technik fällt das Licht durch das Flüssigkristall auf das verspiegelte Panel und wird von dort zur Mattscheibe reflektiert. Da die Steuerleitungen hinter der Flüssigkristallschicht liegen, sieht man zwischen den einzelnen Pixeln keine Fugen.

Auch in Projektoren sorgt diese Technik für ein fugenfreies Bild ohne Fliegengittereffekt. Auf der CeBIT zeigt Canon neue Mitglieder seiner Xeed-Baureihe, darunter den mit einem LCOS-Chip ausgestatteten SX60 mit SXGA+-Auflösung (1400 x 1050 Bildpunkte) und den SX6, der mit gleichem Panel und hellerer Lampe stolze 3500 ANSI-Lumen erreichen soll. Mit dem X600 stellt Canon zudem seinen ersten LCOS-Beamer mit XGA-Chip (1024 x 768 Pixel) vor.

Fast alle Projektorhersteller haben in den letzten Monaten Beamer ins Programm genommen, die schnurlos per WLAN arbeiten oder mit Speicherkarte beziehungsweise USB-Stick komplett ohne Notebook präsentieren können. Einige Geräte wurden zusätzlich mit Netzwerkanschlüssen ausgestattet, um so etwa die Lebensdauer der empfindlichen Lampen leichter kontrollieren zu können. Hitachis Topmodell aus der CP-X260er-Serie, der CP-X268, ist so ein multifunktionales Gerät: Der XGA-Projektor integriert einen WLAN-Chip, eine LAN-Schnittstelle und einen USB-Anschluss für Speicherriegel.

Am Stand von BenQ kann man den kleinen, 1,3 Kilogramm leichten XGA-Beamer CP120 mit eingebautem WLAN-Adapter bewundern. „Nomen est omen“ gilt bei BenQs Heimkinoprojektor W10000: Für rund 10 000 Euro bekommt der Kunde einen Single-Chip-DLP-Beamer mit voller 1080p-HDTV-Auflösung (1920 x 1080 Spiegelchen).

Optoma zeigt in Halle 1 seinen Heimkinoprojektor HD72i, der anders als die bisherige (amerikanische) Version nun einen Deinterlacer von Faroudja nutzt. Das WXGA-Gerät (1280 x 768 Mikrospiegel) soll 2200 Euro kosten. Noch mehr Pixel findet man beim EP910, der einen DLP-Chip mit SXGA+-Auflösung (1400 x 1050) nutzt und sich damit für die digitale Diaprojektion empfiehlt.

Toshibas ET10 und ET20 ermöglichen die Projektion auf kleinstem Raum: Bereits aus einem halben Meter Distanz zur Leinwand sollen die Beamer eine Bilddiagonale von 1,3 Metern erzielen. Der ET20 hat den DVD-Player gleich mit an Bord, allerdings nutzen beide DLP-Projektoren lediglich 854 x 480 Bildpunkte - das reicht kaum für PAL (720 x 576i) und taugt sicher nicht für HDTV.

Sanyos PLV-HD2000 wird wohl in keinem Wohnzimmer stehen, denn ebenso wie seine 2-k-Auflösung (2048 x 1080 Pixel) muss auch sein Preis kiloweise angegeben werden: Der Beamer kostet 65 000 Euro. Mit 7000 ANSI-Lumen, ausfallsicherer Lampeneinheit (ist eine der vier Lampen defekt, werden die verbliebenen automatisch hochgeregelt) und Wechseloptik für unterschiedliche Leinwandgrößen eignet sich der LCD-Projektor für das digitale Großkino.

BenQ, Halle 1, Stand A39
Canon, Halle 1, Stand K71
Eizo, Halle 25, Stand C22
Hannspree, Halle 15, Stand E46
Hitachi, Halle 1, Stand D45
JVC, Halle 1, Stand H100
LG, Halle 1, Stand C03
NEC, Halle 25, Stand E33
Optoma, Halle 1, Stand B81
Panasonic, Halle 1, Stand C61
Samsung, Halle 1, Stand B41
Sanyo, Halle 1, Stand C51
Sharp, Halle 1, Stand A71
Toshiba, Halle 1, Stand L61
(uk)