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- Axel Kossel
- Frank Boguschewski
Deutschland-Quiz
http://de.wikibooks.org/wiki/Lehrbuch_Einb%C3%BCrgerungstest_Hessen
http://de.wikibooks.org/wiki/Lehrbuch_Einb%C3%BCrgerungstest_Baden-W%C3%BCrttemberg
Hessen und Baden-Württemberg möchten mit ihrem heiß diskutierten Einbürgerungstest sicherstellen, dass potenzielle Neubürger sich mit Deutschland, seinen Grundwerten und seiner Kultur auseinander gesetzt haben. Die Wikipedianer unterstützen mögliche Wahlhessen mit ihrem Wikibook Einbürgerungstest Hessen. Zu jeder der 100 Fragen gibt das Projekt ausführliche Hilfestellung. Aber auch Eingeborene, die etwa im Internet über das Fragenwerk stolpern und dabei ins Straucheln kommen, können hier peinliche Wissenslücken unauffällig füllen. Das weniger ausführliche Lehrbuch Einbürgerungstest fasst zusammen, welche Standpunkte die Regierung in Baden-Württemberg unter anderem hinsichtlich der Gleichstellung von Mann und Frau für politisch korrekt hält. (Frank Boguschewski/ad)
Einsichtnahme
Seit dem Inkrafttreten des Informationsfreiheitsgesetzes erhalten Bürger recht einfach Einsicht in behördliche Vorgänge, sofern weder Amtsgeheimnis noch Datenschutz im Wege stehen. Allerdings ist die Herausgabe von Dokumenten meist mit einer Gebühr verbunden. Der Chaos Computer Club (CCC) und der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V. (FoeBuD) wollen eine öffentliche Datenbank aufbauen, in der einmal herausgegebene Dokumente abgelegt werden und künftig kostenlos und ohne Wartezeit zugänglich sind.
Die Initiatoren von Befreite Dokumente hoffen auf die Mitarbeit möglichst vieler Bürger; bislang liegen nur wenige Schriftstücke im virtuellen Archiv. Angemeldete Nutzer können neues Material per E-Mail als PDF oder eingescanntes JPEG schicken sowie als Fax oder Brief. Es wird vor der Veröffentlichung redaktionell überprüft. Außerdem sammelt das Projekt Ideen für Akten, die man anfordern könnte. Eine Kurzeinleitung, wie man nach Informationsfreiheitsgesetz Akteneinsicht beantragt, rundet die Website ab. (Frank Boguschewski/ad)
Expertentreff fĂĽr Digi-Knipser
www.dforum.de
www.dslr-forum.de
Mit dem Siegeszug der digitalen Fotografie und rasant gefallenen Preisen erfreuen sich Spiegelreflexkameras auch bei Hobby-Fotografen wieder wachsender Beliebtheit. Während früher kleine Kompaktkameras dieselben Filme nutzten wie die großen, unterscheiden sich heute die Sensoren in ihren Abmessungen gewaltig: Die in Spiegelreflexkameras verbauten Exemplare sind bis zu 50-mal größer als die winzigen Chips in Kompaktmodellen und können dadurch eine höhere Bildqualität liefern. Doch die Spiegelreflexkameras sind auch komplex. Das fängt bei der Kaufentscheidung an: Außer dem Gehäuse muss man auch die passenden Objektive aussuchen, vielleicht ein Blitzgerät und womöglich noch etliches Zubehör wie Stativ, Filter oder Fernauslöser. Beim ersten Ausprobieren geht es weiter: Zahlreiche Knöpfe, Schalter und Menüs erschweren die Bedienung; das Handbuch beschreibt Funktionen, von denen der Hobby-Fotograf noch nie gehört hat.
Nun hat man aber nicht viel Geld ausgegeben, um sich durch Bücher und Online-Tutorials zu quälen, sondern will gleich fotografieren. Wenn ein Problem auftaucht, soll es schnell gelöst werden. Dabei leisten Foren hervorragende Hilfe, in denen Fragen schnell und kompetent beantwortet werden. Das Dforum widmet sich fast ausschließlich der Marke Canon, während das DSLR-Forum etwas markenoffener ist. In beiden sind vom Einsteiger bis zum professionellen Fotografen alle Anwenderschichten vertreten. Fragen werden prompt und meist kompetent beantwortet; fast könnte man von einer 24-Stunden-Hotline sprechen. Beide Foren bieten darüber hinaus einen gut frequentierten Gebrauchtmarkt, der unter den Augen des kompetenten Publikums sehr gut funktioniert und eine Alternative etwa zu Online-Auktionen darstellt. Beim DSLR-Forum ist das Verkaufen kostenlos, beim Dforum muss man Full-Member sein, was einen Euro pro Monat kostet. (ad)
Online-Bund
KBSt steht für den verwaltungstypisch griffigen Namen „Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung“. Die neu gestaltete Site wird keine Design-Preise gewinnen, bündelt aber eine Vielzahl von Informationen zu E-Government, IT-Standards und Open-Source-Software. Verwaltungsbeamte, aber auch Software-Entwickler können sich hier über XML in E-Government-Anwendungen oder über Open-Source-Projekte des Bundes schlau machen. Mündige Bürger erfahren alle Details über „BundOnline 2005“ - laut KBSt eines der „erfolgreichsten IT-Projekte der Bundesverwaltung“, über das sich knapp 400 Behörden-Dienstleistungen schnell und preiswert online nutzen lassen. (heb)
Physik-Nachhilfe
Auf amüsant-kritische Weise setzen sich die Autoren von Insultingly Stupid Movie Physics mit unrealistischen Spezialeffekten in Hollywood-Filmen auseinander. Da wird etwa gefragt, warum Bösewichte aus Schnellfeuergewehren mit 600 Schuss pro Minute endlos lange ballern, obwohl das Magazin mit 30 Patronen nur für drei Sekunden reichen dürfte. Nebenbei vermittelt die englischsprachige Site auch physikalisches Hintergrundwissen. Zur Sprache kommt beispielsweise, warum Autos eigentlich nicht von selbst explodieren dürften, nachdem sie eine Klippe heruntergestürzt sind.
Die Naturgesetzliebhaber rezensieren die Filme auf einer Skala von realitätsnah bis nicht physikalisch nachvollziehbar. Schlechtester Action-Streifen ist demnach der Katastrophenfilm „The Core“ aus dem Jahre 2003. In dem Streifen geht es um den Magnetkern in der Erde, der aufhört zu rotieren und damit die menschliche Existenz bedroht. Die vernichtende Kritik bemängelt die Verbreitung von physikalischem Irrglauben, die völlig falsche Darstellung physikalischer Gesetze, eine ganze Reihe von Klischees, hanebüchene technische Erfindungen und pseudowissenschaftliche Fakten. (Frank Boguschewski/hob)
Die Websites aus c't 08/2006