PC-Kühlung trocken oder feucht
Obwohl AMD und Intel mit ihren bald erwarteten Prozessorgenerationen auch besonders sparsame Modelle für Desktop-Rechner ausliefern wollen, gehen den auf leistungsfähige PC-Wasserkühlung spezialisierten Herstellern die Ideen nicht aus. Ein Beispiel liefert Cooler Master: Die angekündigte AquaGate Viva soll nicht etwa den Hauptprozessors kühlen, sondern die Grafikkarte(n). Aktuelle Highend-Grafikchips (GPUs) haben von der Leistungsaufnahme her längst mit CPUs gleichgezogen und treten im SLI- oder CrossFire-Verbund gleich als Tandems oder gar Quartette auf.
Kompakte, fertig vorbefüllte Wasserkühlsysteme wie die AquaGate Viva gibt es schon länger für PC-Prozessoren, neben Cooler Master etwa auch von Globalwin oder Sanyo Denki. Selbst Intel hält diese Kühlmethode offenbar für serienreif und hat auf der CeBIT einen PC mit dem LiquiCool-2-System der US-Firma Velocity Micro ausgestellt. Bei allen genannten Anbietern sitzt die Wasserpumpe direkt auf dem Prozessorkühler, was Montagezeit und Platz spart; der zugehörige Wasser-Luft-Wärmetauscher (Radiator) ist zur Montage am PC-Gehäuse vorgesehen und passt auf übliche Ausschnitte für 80-, 92- oder 120-Millimeter-Lüfter. Noch einen Schritt weiter geht der Newcomer Akuatek, der einige ehemalige Cooler-Master-Mitarbeiter für sich gewinnen konnte. Hier thront sogar der Radiator über dem Prozessorkühler, die gesamte Wasserkühlung lässt sich in einem Zug montieren. Die Akuatek-Produkte sind allerdings ebenso wie die AquaGate Viva in Deutschland noch nicht erhältlich.
Kompaktsysteme lassen sich zwar einfacher montieren und sind preiswerter als modulare PC-Wasserkühlungen, doch zusätzliche Komponenten wie die Chipsatz-Northbridge oder Grafikkarten kann man nicht einbinden. Varianten der Modularsysteme, bei der man den Aufwand für den Einbau eines großflächigen Wasser-Luft-Wärmetauschers (Radiators) spart, sind externe Wasserkühlungen. Neu ist die Waterchill external der dänischen Firma Asetek, die als Set zusammen mit Schläuchen, Fittings, Wasserzusatz und drei Kühlern (CPU, GPU, Northbridge) etwa 365 Euro kosten soll. Das mit zwei 12-Zentimeter-Lüftern am Radiator ausgestattete Gerät ist zum Aufsetzen auf ATX-Tower-Gehäuse gedacht, ein LC-Display informiert über den Betriebszustand. Eine Windows-Software ermöglicht die Konfiguration der per USB angebundenen Wasserkühlungs-Steuereinheit.
Weniger kompliziert hält es Zalman bei seinem Reserator. Dieser zylindrische „Passiv“-Kühler soll neben dem PC stehen, ähnliche Konzepte haben auch Innovatek oder Kailon verwirklicht. Laut Spezifikation reicht die Leistung des fast 60 Zentimeter hohen Zalman Reserator plus, der für rund 230 Euro im Set mit CPU- und GPU-Kühlkörper zu haben ist, auch ohne Lüfter für alle aktuellen x86-Prozessoren aus. Dennoch gibt es als Zubehör nun einen 34 Euro teuren Aufsatz mit einem 14-Zentimeter-Ventilator, der bei geringem Geräusch für mehr Kühlleistung sorgen soll.
Bei durchdachtem Aufbau lassen sich leistungsstarke Rechner auch mit herkömmlichen Lüfterkühlern leise kühlen - und das gelingt meistens auch deutlich preiswerter als mit aufwendigen Flüssigkeitssystemen. In c't-Tests haben vor allem die Heatpipe-Kühler XP-120 und SI-120 von Thermalright eine gute Figur gemacht, die zwar sehr groß und teuer sind, bei denen die Kühlluft aber auch umliegende Bauteile erreicht. Ab Ende April verkauft Silverstone mit dem SST-NT06 einen Kühler, der an den Aufbau der erwähnten Thermalright-Produkte erinnert, aber mit einem Preis von rund 50 Euro billiger sein soll. Silverstone liefert dafür einen 120-mm-Lüfter samt Stellpotentiometer mit, die Halterung ist aber deutlich simpler konstruiert als jene von Thermalright und verlangt einige Schraubarbeiten.
Mit seiner unkonventionellen Gehäuselänge von zehn Zentimeter und einer besonders kompakten Nabe soll der Ventilator namens Kaze Jyu von Scythe bei gleicher Drehzahl mehr Luft fördern als die üblichen 92-mm-Typen - bei gleicher Fördermenge würde er also leiser arbeiten. Dennoch sollen die Gleitlager-Lüfter auch auf Montageplätze für 92-mm-Modelle passen. Scythe offeriert drei Modelle mit nominellen Drehzahlen von 1000, 1500 und 2000 min-1 zum Preis von jeweils 9,50 Euro. (ciw) (ciw)