Business-Klasse
Wer im Flugzeug in einer der vorderen Reihen sitzt, erwartet mehr Fußraum, leckeres Essen mit richtigem Geschirr und Tischdecke - und bezahlt mindestens das Doppelte. Bei Notebooks sind es eher subtile Details, die den Geschäftsmann oder die IT-Abteilung erfreuen: lange Laufzeit, Docking-Station, maßgeschneiderte Service-Optionen und die Garantie, noch jahrelang passendes Zubehör zu erhalten. Und anders als beim Fliegen ist die Business-Klasse beim Notebook preislich durchaus auch für Privatleute attraktiv.
Die Grenzen zwischen Notebooks für Multimedia und Business sind fließend, denn aktuelle Modelle werden problemlos vielen Anforderungen beider Seiten gerecht. Fast alle Hersteller haben auf den professionellen Einsatz zugeschnittene Geräte im Angebot. Doch zu einem Business-Konzept gehört mehr, als den TV-Tuner wegzulassen und das Gehäuse in langweiliger Farbe anzumalen: vielfältige Garantieoptionen und ein umfangreiches Zubehörangebot, das über mehrere Gerätegenerationen und -klassen stabil bleibt. In diesem Artikel beleuchten wir die Eigenschaften dieser Business-Serien, in dem Artikel ab Seite 144 in c't 18/06 testen wir typische Modelle samt Docking-Stationen.
Zu den renommierten Anbietern gehören Dell (Latitude, Precision), Fujitsu Siemens (Lifebook), HP (Compaq) und Toshiba (Tecra, Portégé); einige können gar die komplette Büroausstattung samt Arbeitsplatzrechnern, Servern, Druckern und Monitoren aus einer Hand liefern. Die von IBM stammenden Thinkpads segeln nun unter der Flagge von Lenovo. Acers Travelmates sind bei Großkunden noch nicht so beliebt; die vor kurzem erst gestarteten Business-Serien von Samsung und Sony hatten bislang wenig Zeit, sich zu etablieren.
Der Kostendruck hat diese Hersteller inzwischen dazu gezwungen, niedrigpreisige Business-Geräte mit weniger Zusatzfeatures anzubieten. Fujitsu Siemens nennt diese Serie Amilo Pro, bei Toshiba heißt sie Satellite Pro. Acer, HP, Dell und Lenovo haben keinen neuen Seriennamen eingeführt, sondern verkaufen halt auch Travelmates, Compaqs, Latitudes oder Thinkpads, denen beispielsweise der Docking-Anschluss fehlt.
Andere Notebook-Marken wie Asus, Apple, Panasonic oder seit kurzem LG Electronics und MSI bieten ebenfalls einige für den Geschäftsalltag durchaus geeignete Geräte an, doch ist ein durchgängiges Konzept nicht vorhanden; beispielsweise hat Apple gar keine Docking-Stationen im Programm, Asus nur für zwei Modelle. Ähnliches gilt für die Barebone-Anbieter wie Averatec, Bullman, Maxdata, Smartbook, Wortmann und Konsorten.
Bauformen
Lange Zeit bestand die Brot- und Butter-Klasse der Business-Notebooks aus Geräten mit 15-Zoll-Display im 4:3-Format, einem Chipsatz mit integrierter Grafik und einer halbwegs aktuellen Zusammenstellung aus Prozessor, Speicher, Festplatte und optischem Laufwerk. Die Displays zeigten 1024 x 768 Punkte (XGA, 86 dpi), einige Hersteller hatten auch welche mit 1400 x 1050 Punkten (117 dpi) im Angebot, seltener mit 1600 x 1200 Punkten (134 dpi).
Doch inzwischen ist die Auswahl an Bauformen gewachsen, vor allem die Geräte mit 15,4-Zoll-Display im Breitformat (16:10) dürften inzwischen die 15er an Vielfalt überholt haben. Die Displays zeigen 1280 x 800 (98 dpi) oder 1650 x 1050 Punkte (129 dpi), seltener 1920 x 1200 (147 dpi) oder 1440 x 900 Punkte (110 dpi). Die Notebooks sind ein paar Zentimeter breiter als die 15-Zöller und damit für einige Taschen zu groß. Einen Aktenordner überragen sie um etwa fünf Zentimeter.
Wer nur zwei bis zweieinhalb Kilogramm mitschleppen möchte, greift zu 14-Zoll-Notebooks, von denen es viele Business-Ausführungen gibt. Hier hat ebenfalls ein Übergang von 4:3-Displays mit 1024 x 768 Punkten (90 dpi) zu Breitformat-Displays mit 1280 x 800 (107 dpi) oder seltener 1440 x 900 (120 dpi) Punkten stattgefunden. Die Breitformat-Geräte sind etwa so breit wie die herkömmlichen 15-Zoll-Modelle; sie sind etwa drei Zentimeter breiter und tiefer als DIN A4.
Auch bei den noch leichteren Subnotebooks mit 12-Zoll-Display besteht der Trend zu Breitformat-Displays. Sie passen auf die Grundfläche einer DIN-A4-Seite und haben eine so große Tastatur, dass Zehnfingerschreiber fast mit gewohnter Geschwindigkeit tippen können. Erst die in vielen Business-Serien enthaltenen 10-Zoll-Mininotebooks haben kleinere und für Vielschreiber nur eingeschränkt brauchbare Tasten. Notebooks mit 17-Zoll-Display findet man nur in wenigen Business-Serien, größere gar nicht. Schon eher gibts Tablet PCs, meist mit 10- oder 12-Zoll-Bildschirm.
| "Business-Notebooks" | |
| Weitere Artikel zum Thema "Business-Notebooks" finden Sie in c't 18/2006: | |
| Was Notebooks für den geschäftlichen Einsatz auszeichnet | S. 134 |
| Notebooks mit Docking-Station im Test | S. 144 |
(jow)