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Inhaltsverzeichnis

www.buchpfade.de

Eine Gruppe von 16 Studenten und Mitarbeitern der Ludwig-Maximilians-Universität in München hat das Web-2.0-Projekt „Buchpfade“ in nur einer knappen Woche programmiert und online gestellt. Herausgekommen ist ein virtuelles Buchregal, das einen Einblick in die Buchwelt anderer Mitglieder erlaubt.

In Buchpfade können die Anwender nicht nur ihren Bücherbestand virtuell einstellen, sondern auch Rezensionen schreiben, miteinander in Kontakt treten und Lesetipps austauschen. Buchpfade kooperiert recht eng mit dem Buchriesen Amazon, zum einen über direkte Links zum Kauf im dortigen Online-Shop, zum anderen mit der direkten, aber gekennzeichneten Übernahme von Rezensionen aus dem Web-Auftritt von Amazon.

Offenbar wird das Projekt vom Start weg gut angenommen, die Bibliothek der Mitglieder weist bereits den ersten Regalkilometer auf. Die Übersicht erleichtern dabei „Tags“, zu deutsch Rubriken, wie Fantasy, Krimi oder historischer Roman. (uma)

www.jacksonpollock.org

Für ein Klecksbild im Stile von Jackson Pollock, der dazu die Dripping-Paint-Technik einsetzte, muss man sich nicht mehr wie der Altmeister das Atelier mit durchlöcherten Farbdosen einsauen, sondern kann den Effekt gemütlich mit dem Mauszeiger am Bildschirm erzeugen. Die Farben wechselt man mit Linksklick, je langsamer man mit der Maus umherfährt, desto dicker werden Linien und Kleckse. Mit Escape kann man das Werk abschließend signieren - allerdings benötigt man etwas Übung, um sich das Bild nicht mit dem abschließenden Herausziehen des Mauszeigers zu ruinieren, eine Undo-Funktion gibt es nämlich nicht - wie im wirklichen Leben. (uma)

www.monopolis.net

Auf Monopolis gibt es trockene Zahlen zum globalen Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich übersichtlich aufbereitet. Gut sortiert wartet die Website mit Fakten zur Verteilung von Reichtum auf, vergleicht die Ausgaben für Rüstungs- und Entwicklungshilfe und vergisst dabei auch nicht Frauen und Kinder, die fast überall in der Welt besonders leiden.

Dabei treten auch erstaunliche Feststellungen zutage, beispielsweise dass Venezuela und Pakistan pro Kopf der Bevölkerung ungefähr zehnmal so viele Flüchtlinge aufnehmen wie Deutschland, dass selbst im Musterland Dänemark der Verdienst von Frauen bei gleicher Arbeit rund zwölf Prozent niedriger liegt als der von Männern oder dass das Privatvermögen des Microsoft-Gründers Bill Gates dem jährlichen Nationaleinkommen von Vietnam entspricht. Das Quiz wartet mit einer Überraschung auf und sollte daher nicht ausgelassen werden. (uma)

http://accessify.com/tools-and-wizards/developer-tools/markup-maker

Das Lästigste daran, eine Webseite per Hand zu schreiben, ist der standardkonforme Anfang: Wie gibt man nochmal einen Zeichensatz an? Und was war doch gleich die Syntax für die DTD? Ein kleiner Online-Helfer nimmt dem Webdesigner diese Arbeit ab. Mittels Einrückungen gibt er eine Seitenstruktur vor, die das Tool in Form von verschachtelten HTML-Containern abbildet; zugleich wird ein CSS-Gerüst für die Stile erzeugt. Beim Dokumenttyp hat der Gestalter freie Auswahl - von XHTML 1.1 bis HTML 3.2 für Nostalgiker ist alles dabei, sogar Compact HTML für iMode-Handys. Allerdings ist der erzeugte Code nur in einer der XHTML-Varianten gültig, was aber zulässig ist und nicht zu Darstellungsproblemen führen sollte. (heb)

www.oesterreichisch.net
www.ostarrichi.org

Wehe dem Deutschen, der in Österreich einkaufen muss. Da stehen dann Paradeiser, Marillen oder Schlagobers in den Regalen. Gut, vom Augenschein her weiß man dort noch, womit man es zu tun hat. Aber darf man es in Wien riskieren, ein paar 16er-Hülsn zu sich zu nehmen? Wer weiß schon, ob das der arglose Tourist unbeschadet übersteht.

Licht ins Dunkel des alpenländischen Idioms bringt ein Wörterbuch, das den Deutschen nicht nur die Alltagssprache, sondern auch Kraftausdrücke näherbringt. Während auf oesterreichisch.net die Stichwörter lediglich alphabetisch sortiert sind, was bei der phonetischen Wahrnehmung die erste Wahl ist, wartet ostarrichi.org zusätzlich mit einer Suchfunktion auf, die sich für gedruckte Texte besser eignet. Beide verweisen auf eine Karte, wo das betreffende Wort benutzt wird, denn Burgenländisch, Tirolerisch oder Kärntnerisch sind unterschiedliche Paar Stiefel.

Wer in dem Wörterbuch ein wenig gestöbert hat, muss dann als Deutscher auch kein Schnoferl mehr ziehen, nur weil er etwas falsch verstanden hat. Besagte 16er-Hülsn sind Produkte einer Wiener Brauerei; eine Einladung sollte man also nicht unbedingt ausschlagen. Aber aufgepasst, dass man Sie nicht einwassert und Sie nachher als Dolm dastehen! Und lassen Sie sich im Kaffeehaus oder in der Kneipe keinen Fensterschwitz andrehen! (uma)

http://mypictr.com

Schnipp, schnapp, fertig ist das Foto für die digitale Community. Mypictr löst das Problem, passende Bilder in genau festgelegten Auflösungen für den jeweiligen Verwendungszweck zu zimmern. Man lädt einfach sein Foto hoch, wählt die Auflösung, passt den Zoom-Faktor an, verschiebt den Ausschnitt und lädt das Ergebnis herunter. Neben festen Voreinstellungen für eine ganze Reihe Communities lässt sich auch ein beliebiges selbst gewähltes Format eingeben - zwischen 2 x 2 und 600 x 400 Pixel. Der Dienst lässt sich auch von Laien intuitiv bedienen und ist genau auf den Verwendungszweck zugeschnitten, was die Bedienung im Vergleich zu komplexen Grafikbearbeitungsprogrammen einfacher macht. (uma)


Die Websites aus c't 01/2007