Websites aktuell
Geballte Kompetenz
Bekanntermaßen sollten sich Website-Betreiber zur Rechtsprechung in Internet-Fragen auf aktuellem Stand halten, um nicht in Abmahnfallen zu tappen. Viele Blogs von und für Juristen helfen dabei. Allerdings behandeln sie meist nur ein Spezialgebiet, etwa Straf- oder Markenrecht. Jurablogs.de bündelt die wichtigsten Nachrichten aus vielen Quellen in einem eigenen Blog. Viele skurrile Geschichten aus dem Alltag von Rechtsanwälten sind auch für Laien amüsant und lesenswert. Bei einer bestimmten Fragestellung erleichtert die Suchmaschine das Auffinden von Urteilen und Kommentaren zum Thema. Ein Newsletter bringt auf Wunsch jeden Morgen die wichtigsten Blog-Meldungen ins Postfach. (hob)
User-generated Radio
Eine Musikplattform im Web-2.0-Gewand bietet Mercora. Jeder registrierte Nutzer kann seine eigenen MP3- oder Ogg-Vorbis-Dateien als Webcast anderen Besuchern der Website zur Verfügung stellen. Mercora gibt es zwar schon seit 2004, es wurde aber erst im April 2006 zu einer Ajax-Anwendung umgebaut und zieht seitdem wesentlich mehr Nutzer an. Mittlerweile scheint die kritische Masse erreicht: Der Bestand an verfügbaren Webcasts ist riesig, auch Hörer mit ungewöhnlichem Musikgeschmack werden meist fündig. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, wenn man nur stöbern und Musik hören möchte. Allerdings benötigt man ein (kostenfreies) Browser-Plug-in, das momentan ausschließlich als Windows-Version für den Internet Explorer und Firefox erhältlich ist. Der komplette Webcast-Client namens „IM radio“ kommt als separate Windows-Anwendung daher.
Für deutsche Nutzer ist die rechtliche Situation unklar. Ob sie Musikdateien mit dem Mercora-Client senden dürfen, scheint fraglich. Der Betreiber hat sich nach eigenen Angaben in den USA rechtlich abgesichert. Mercora besitze eine gesetzliche Genehmigung für „nichtinteraktives Webcasting“ gemäß dem Digital Millennium Copyright Act sowie Verträge mit den wichtigsten US-Verwertungsgesellschaften ASCAP, BMI und SESAC, an die er Abgaben zahle. Finanziert werde der Dienst über eingeblendete Werbung und über eine Kooperation mit Amazon.com. (hob)
Bewusst essen
www.lebensmittellexikon.de
www.grundrezept.de
Das Online-Lebensmittellexikon von Frank Massholder bietet interessierten Laien eine umfangreiche Einführung in Ernährungsphysiologie, Warenkunde und optimale Essenszubereitung. Wer beispielsweise wissen möchte, was sich hinter Begriffen wie „Stabilisator“ oder „Antioxidationsmittel“ auf Lebensmittelverpackungen verbirgt, bekommt beim Lexikon Auskunft. Auch eine komplette Aufschlüsselung der ominösen „E“-Kennzeichnungen findet sich hier.
Leicht verständlich bereiten mehrere ehrenamtliche Fachautoren die komplexe Materie auf. Aktuell lässt sich das Lexikon auf mehr als 4500 Schlagwörter hin durchforsten, sogar eine kleine Weinkunde bietet die Site. Zu jedem Lebensmittel blendet sie Links mit passenden Kochrezepten ein. Diese Verweise führen zur zugehörigen Website Grundrezepte.de. Das Besondere: Hinter jeder der zurzeit knapp 300 Kochanleitungen ist en détail aufgeführt, welche Nährstoffe und Brennwerte die Speise und alle einzelnen Zutaten zu bieten haben. (hob)
Stempeln gehen
Christoph Heller hat es sich auf seiner hübschen Website zur Aufgabe gemacht, dem Stempelgeheimnis auf die Spur zu kommen. „Ich lade Sie ein, mit mir ein wenig zu stempeln. Wenn Sie mir folgen, können Sie die folgenden Seiten bestempeln. Und vielleicht kommen Sie hinter das Geheimnis der Stempelsucht ...“, schreibt er. Mit dem Mauszeiger hebt der Seitenbesucher den Stempel auf, drückt ihn mehrfach aufs Kissen, stempelt sodann den Desktop voll. Weil die Drucke immer blasser werden, muss er sich ab und an erneut des Stempelkissens bedienen. Es stehen eine Menge unterschiedlicher Motive zur Verfügung, darunter Stempel des Künstlers Gereon Inger.
Heller hat seine Idee außergewöhnlicherweise nicht mit Flash, sondern komplett mit JavaScript realisiert. Die Umsetzung ist wunderbar gelungen. So befindet sich wohl quasi als technische Demonstration auf der letzten Seite eine Lupe, die der Nutzer mit der Maus aufheben kann. Sie lässt ihn durch die Seite hindurch einen Blick auf den Quellcode werfen. Ein ganz besonderer Service: Wer mag, kann eine E-Card bestempeln und mit einer Botschaft versehen. So lassen sich kostenfrei individuell gestaltete E-Grüße versenden. (hob)
Bastelstunde
www.kostian.net/papierflieger/
www.amazingpaperairplanes.com
Nicht nur Kinder basteln gerne Papierflieger. Auch Junggebliebene falten gerne ein Blatt Papier zum Fluggerät, etwa als Beschäftigung für Pausen vom Büroalltag. Klaus-Peter Kostian hat auf seiner Homepage Bastelanleitungen zusammengestellt, die auch bei längeren Pausen keine Langeweile aufkommen lassen. Und unter amazingpaperairplanes.com veröffentlicht Kyong H. Lee seine Anleitungen zum Nachbau von legendären Vorbildern. Wer die Concorde als Papierversion wieder auferstehen lässt oder ein Space Shuttle auf der Schreibtisch-Startrampe parkt, kann sich der anerkennenden Blicke von Büronachbarn sicher sein. Oder wie wäre es mit dem Nachbau eines F-117-Tarnkappenbombers? Das Radar der hübschen Mitarbeiterin gegenüber wird man damit nicht überlisten können, aber vielleicht ist genau dies ja auch gar nicht erwünscht. (hob)
Die Websites aus c't 02/2007