Diversifizierung

Die Notebook-Hersteller schneiden ihre Modelle immer stärker auf einzelne Zielgruppen zu. Schnelle Mobilfunkanbindung, schicke Optik oder lieber ein kleiner UMPC - was darfs denn sein?

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Kamen 2006 die ersten Business-Notebooks mit integriertem UMTS-Modem auf den Markt, so drehen Netzbetreiber und Modemhersteller 2007 an der Geschwindigkeitsschraube (siehe auch c't 6/07, S. 36). Die nächste HSDPA-Ausbaustufe verdoppelt den Downstream auf bis zu 7,2 MBit/s brutto, und auch der Upstream wird schneller: HSUPA schickt Daten mit bis zu 1,4 MBit/s in Richtung Internet - bislang ist der Datenversand auf maximal 384 KBit/s limitiert. Passende Modems wird es sowohl als interne MiniCards als auch zum Nachrüsten im PC-Card- und ExpressCard-Format geben.

Nicht nur Acer, Fujitsu Siemens und Panasonic, die bereits Mobilrechner mit integriertem UMTS-Modem verkaufen, zeigen neue Notebooks mit eingebautem Mobilfunk. Asus führt das V2JE vor, ein 2,3 Kilogramm schweres Businessgerät mit 14,1-Zoll-Breitbildschirm (1440 x 900 Bildpunkte) und optionaler Dockingstation. Mit Core 2 Duo T5600, Mobility Radeon X1450, 1024 MByte Arbeitsspeicher und 120-GByte-Platte kostet es 1999 Euro, das UMTS-Modem beherrscht HSDPA bis 3,6 MBit/s. MSI zeigt ebenfalls Notebooks mit Mobilfunkanbindung per UMTS.

Mit UMTS-Modems der neuesten Generation laden Notebooks Daten mit bis zu 7,2 MBit/s (HSDPA) aus dem Internet und verschicken sie mit bis zu 1,4 MBit/s (HSUPA).

Technische Daten sind aber nicht alles, auch Design spielt eine immer größere Rolle. Asus hat das Erscheinungsbild einiger Notebooks in Zusammenarbeit mit dem Automobilhersteller Lamborghini entwickelt und zeigt mit dem VX2 die neuste gemeinsame Schöpfung. Die Handballenablage wird mit Leder veredelt, die Außenhaut glänzt in schwarzem oder gelbem Klavierlack.

Dass Design nicht auf die Optik beschränkt sein muss, zeigt das Flybook VM von Holbe Dialogue. Das Subnotebook nutzt eine neuartige Befestigung für das 12-Zoll-Display: Es ist nicht am unteren Gelenk fixiert, sondern lässt sich mit einem ausziehbaren Steg in der Höhe variieren. Durch ein zweites Gelenk am oberen Ende des Giraffenhalses kann die Unterkante des Bildschirms mit der Vorderkante des Unterbaus abschließen - sehr praktisch, um trotz beengten Platzverhältnissen wie im Zug oder Flugzeug einen optimalen Blickwinkel auf den Bildschirm zu bekommen. Auf der letztjährigen Computex hatte Holbe Dialogue das VM schon vorgeführt, auch sollte es schon länger in Deutschland erhältlich sein - doch die CeBIT ist die erste Gelegenheit, es hierzulande wirklich zu sehen.

Multimedia-Freunde freuen sich über Notebooks mit integrierten HD-Laufwerken. Toshibas Qosmio G30 mit 17-Zoll-Breitbildschirm erfährt ein Update, in Asien ist die Ausstattungsvariante mit HD-DVD-Brenner bereits erhältlich - bisherige Modelle können HD DVDs nur lesen. Acer (Aspire 9800) und Asus (W2P) zeigen ebenfalls Notebooks mit HD-DVD-Laufwerk.

Konkurrent Sony aus dem Blu-ray-Lager ist auf der CeBIT vertreten, will auf dem Stand aber hauptsächlich Businessgeräte präsentieren. Einige ausgewählte Multimediaprodukte, darunter auch Blu-ray-Notebooks, gibt es dennoch in einem digitalen Wohnzimmer zu sehen. Samsung stellt mit dem M55 ebenfalls ein Multimedia-Notebook mit Blu-ray-Laufwerk aus.

Auf der letztjährigen CeBIT stellte Microsoft zusammen mit einigen Hardwarepartnern den Ultra Mobile PC vor. Dieses Jahr will der damalige Launch-Partner Samsung einen Nachfolger seines UMPCs Q1 präsentieren. Vorab halten sich die Koreaner sehr bedeckt, was technische Details anbelangt: Der Neuling soll mehr Rechenleistung und eine längere Akkulaufzeit bieten; zudem kommuniziere er nun deutlich vielseitiger mit anderen Geräten und Netzen. Gigabyte stattet seinen UMPC U60 mit VIAs C7-M-Prozessor und einem 6,5-Zoll-Bildschirm mit 800 x 600 Bildpunkten aus. Als erster UMPC überhaupt hat der U60 eine integrierte Tastatur, die zum Transport hinter das Gerät geschoben wird.

Die offizielle Markteinführung der nächsten Centrino-Generation mit Codenamen Santa Rosa wird für Mai erwartet - was Gigabyte allerdings nicht daran hindert, bereits auf der CeBIT sein 17-Zoll-Notebook W566N mit Santa-Rosa-Innenleben zu präsentieren. Andere Hersteller dürften ihre Prototypen ebenfalls ausstellen. AMD produziert seit dem Kauf von ATI wieder Chipsätze und könnte erste Früchte der gemeinsamen Arbeit präsentieren.

Einige Branchengrößen wie Dell, HP und Lenovo, aber auch kleinere Notebook-Hersteller wie Apple, BenQ und LG stellen ihre Produkte nicht in Hannover aus. Manche Aussteller wie Acer und Packard Bell verstecken sich im Planet-Reseller-Bereich, zu dem nur Fachbesucher Zutritt haben.

Acer: Halle 25, Stand D40
AMD: Halle 2, Stand D35
Asus: Halle 2, Stand A12
Clevo: Halle 2, B48
Fujitsu Siemens: Halle 1, Stand G51
Gigabyte: Halle 21, C34
Holbe Dialogue: Halle 1, A69
Intel: Halle 21, Stand B42
Medion: Halle 11, D03
Mitac: Halle 2, A03
Motion Computing: Halle 17, A01
MSI: Halle 21, Stand B34
Panasonic: Halle 1, Stand C61
Packard Bell: Halle 25, D40
Samsung: Halle 1, Stand B41
Sony: Halle 13, Stand C25
Toshiba: Halle 1, Stand L61
(mue)