Displayspektakel
Displays gehören heute auf jeden CeBIT-Stand wie die obligatorische Kaffeemaschine oder die Schale mit den süßen Devotionalien. Die aktuellen Spitzenmodelle unter den Bildschirmen und Projektoren wird man allerdings eher bei den Displayherstellern selbst bewundern können.
- Ulrike Kuhlmann
- Peter Nonhoff-Arps
- Richard Jahn
Größe ist im Monitorbereich angesagt, und dabei geht der Trend eindeutig zu Displays mit Breitformat. Die erst im vergangenen Jahr angetretenen 22-Zöller zählen heute bereits zu den Topsellern unter den Wide-Format-LCDs. Ein Grund liegt zweifellos im Preis, den die Hersteller dank der bislang ausschließlich genutzten TN-Panels niedrig halten können. Dass man dafür kleine Abstriche bei der Bildqualität machen muss, liegt auf der Hand. Für Arbeitsplätze mit größerer Bewegungsfreiheit könnten im Sommer auch 22-Zöller mit Weitwinkelpanel in die Läden kommen.
Im Planet Reseller präsentiert Acer ein Update seines Verkaufsschlagers AL2216W: Der 22"-Monitor aus der preiswerteren Value Line soll jetzt mit 5 ms Grauschaltzeit noch etwas flotter auf Bildwechsel reagieren. Die 22-zöllige Office-Variante AL2223W begnügt sich mit 5 ms für den Wechsel zwischen Schwarz und Weiß. Die reinen Schwarz-Weiß-Schaltzeiten werden in absehbarer Zeit wohl verschwinden, denn mit der neuen Displaynorm ISO 9241 reicht diese Angabe nicht mehr aus. Der AL2251W aus der Gamer Line soll in nur 2 ms zwischen zwei beliebigen Grautönen wechseln können und ist zudem für Windows Vista zertifiziert. Das Microsoft Premium-Logo (c't 6/07, S. 190) dürfte auf einigen Ständen der Displayhersteller anzutreffen sein. Acer hat zusätzlich Monitore mit 24- und 26-Zoll-Diagonale im Gepäck, die 1920 x 1200 Pixel bieten und ein kontraststarkes Weitwinkelpanel nutzen. Alle genannten Geräte unterstützen an ihrem Digitaleingang den HDCP-Handshake.
Bei aktuellen großen Breitbildschirmen legen die Hersteller zunehmend Wert darauf, dass ihre Geräte mit kopiergeschützten Daten umgehen können. Das ist auch gut so, denn sonst könnte der neue Monitor am HD-Laufwerk des PC schwarz bleiben, weil er kein HDCP beherrscht. Fujitsu-Siemens versieht seinen Scaleoview H22-1W dazu gleich mit einer HDMI-Schnittstelle. Der 22-Zöller hat zusätzlich eine DVI-Buchse und analoge Video-Eingänge (Composite und S-Video) an Bord.
Videotauglich
Samsung stattete seine breitformatigen Monitore schon vor geraumer Zeit mit HDCP an DVI aus. Auch die aktuellen Geräte auf der CeBIT werden am HD-Zuspieler ein Bild zeigen. Darunter befindet sich der Nachfolger des SyncMaster 244T, dessen neues Panel in einem schickeren Gehäuse steckt. Die Koreaner stocken die Monitorgröße ebenfalls weiter auf und zeigen ein 27"-LCD mit 1920 x 1200 Pixeln. Bei den 22-Zöllern hat ein Gerät mit integriertem DVB-T-Tuner Premiere. Natürlich wird man auch die aktuellen Designlinien aus Samsungs 19- bis 22-Zoll-Palette in Augenschein nehmen können. Der Syncmaster 940UX nimmt Bilddaten auch über seinen USB-Eingang entgegen (siehe Kasten in c't 6/07 auf S. 34). Größe zeigt das Unternehmen bei Full-HD-Panels mit 40 bis 82 Zoll, kleinere Displays für digitale Bilderrahmen runden das Spektrum ab.
Monitorspezialist NEC hat Breitbildmonitore mit Diagonalen von 19 bis 26 Zoll dabei. Hobbyfotografen und semiprofessionelle Bildbearbeiter möchte NEC mit einem Bundle aus einem Display der 90er-Serie (1990SXi, 2090UXi, 2190UXp), einem Colorimeter und der Kalibrierungssoftware Spectraview Profiler PE beglücken. Beim Spectraview 2690 handelt es sich um ein 26"-Display für den Bereich Bildbearbeitung/DTP sowie CAD/CAM. Das IPS-Panel nutzt intern drei 12-Bit-LUTs (Look up Tabelle) zur RGB-Gammakorrektur, als Backlight kommt ein normaler Kaltkathodenstrahler (CCFL) zum Zuge. Eine Hintergrundbeleuchtung aus LEDs bleibt NECs Spectraview-LCD Reference 21 vorbehalten.
Die erwartete Verbreitung der LED-Hinterleuchtung ist bislang ausgeblieben. Zwar haben etliche Hersteller Prototypen mit LED-Backlight vorgestellt, echte Produkte gibt es im Monitorbereich aber kaum. Bei den Notebooks findet man dagegen diverse Geräte mit LEDs als eingebaute Lichtquelle. Allerdings handelt es sich fast immer um Pseudo-White-LEDs, die zwar weniger Leistungshunger an den Tag legen, aber kein größeres Farbspektrum ermöglichen. Für die sattere Farbwiedergabe – hier wird oft von Farbräumen größer als NTSC oder Adobe RGB gesprochen – braucht es RGB-LED-Riegel, die das weiße Licht aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau zusammenmischen. In Halle 25 will Acer einen Monitor mit solch einem RGB-LED-Backlight vorstellen. Auch bei Samsung wird es LED-Displays zu sehen geben, darunter ein 30-Zöller.
Displayspezialist Eizo verzichtet dagegen auch in diesem Jahr auf Monitore mit LED-Backlight. Dem Hersteller ist die LED-Technik zu wenig ausgereift: Immer noch sei eine gründliche – und damit teure – Selektion notwendig, um LEDs mit identischen Kenngrößen zu erhalten. Ohne das exakt gleiche Verhalten der in einem Gerät eingebauten LEDs sei eine Kalibrierung jedoch wenig erfolgversprechend. Stattdessen stimmt Eizo die Farbfilter besser auf die herkömmlichen CCFL-Leuchtstäbe ab und sorgt durch aufwendige Maßnahmen für eine gleichmäßige und stabile Helligkeit und Farbverteilung. Als Unteraussteller beim Arbeitskreis Digitale Fotografie (ADF) zeigt Eizo auf der CeBIT seine kalibrierbaren Color Graphic Displays aus der CG- und CE-Serie.
Hitachi möchte in Hannover mit kleineren LCD-Panels auf die hauseigene IPS-Technik aufmerksam machen. Durch die Weitwinkeldisplays sollen Mobiltelefone und Digitalkameras ergonomischer werden, bessere Farben und eine höhere Farbstabilität erhalten. Panels mit der IPS-Technik empfiehlt das Unternehmen gleichermaßen für Medizinanwendungen, bei denen eine möglichst winkelunabhängige und farbtreue Wiedergabe entscheidend ist. Außerdem hat Hitachi ein 3D-Panel mit der IPS-Alpha-Technik realisiert. Die IPS Alpha Technology wurde Ende Oktober 2004 als Joint Venture von Hitachi, Matsushita (Panasonic) und Toshiba gegründet.
Fernseher
Toshiba zeigt in Halle 1 Fernseher mit IPS-Panel, darunter Geräte aus der C3000er-Modellreihe, die mit der Bildverbesserung Pixel Processing III Pro beziehungsweise III+ ausgestattet sind. Mit dem sogenannten Active Backlight Control will der Hersteller einen dynamischen Displaykontrast von 5000:1 erzielen. Diese hohen Werte bieten die LCDs allerdings nie innerhalb eines Bildes, sondern nur zwischen zwei Bildern, da die Hintergrundbeleuchtung lediglich schirmfüllend gedimmt oder erhöht werden kann.
Bei Sharp stehen die LCD-Fernseher aus der HD-Serie im Mittelpunkt. Die Displays mit 46- und 52-Zoll-Diagonale zeigen Full-HD-Auflösung und integrieren gleich vier TV-Tuner – zwei digitale HD-, einen digitalen DVB-T- und einen analogen Kabeltuner – sowie eine 160-GByte-Festplatte. Bewegungsunschärfen und das Ruckeln bei Kameraschwenks will der Hersteller bei seinen Flaggschiffen mit der 100-Hz-Technik verringern. Dabei wird die Darstellung mit der doppelten Bildwiederholfrequenz von 100 Hz aktualisiert und zwischen zwei Originalbildern jeweils ein Zwischenbild berechnet. Auch die XL-Geräte nutzen die 100-Hz-Technik. Die auf der IFA erstmals gezeigte BDI-Technik (Black Data Insertion) zur Bewegtbildoptimierung will Sharp nicht weiterverfolgen. Drei Monsterfernseher mit rund 2,75 Metern Bilddiagonale (108 Zoll) dürften die Besucher am Stand allein durch ihre schiere Größe beeindrucken.
Acer will im LCD-TV-Geschäft 2007 deutlich zulegen. Auf der CeBIT wird der AT4250 zu sehen sein, Acers erstes Gerät mit Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel), sowie der AT3705W-GW mit integriertem Media Gateway. Darüber kann der 37"-LCD-Fernseher via Netzwerk auf dem PC abgespeicherte Fotos und Videos abrufen und wiedergeben.
Einige Fernosthersteller wie Amoi, Mirai und Yuraku wollen die CeBIT nutzen, um im deutschen Markt bekannter zu werden. Yuraku etwa präsentiert einen 46"-LCD-Fernseher, der sich dank USB-Port und Mikrofonanschluss als Karaoke-Station eignet und in Deutschland für etwa 1800 Euro angeboten werden soll. Amoi setzt auf Geräte mit ausgefallenem Design, Full-HD-Auflösung und Extras wie USB-Anschluss oder Speicherkartenleser.
BĂĽrokratische Bildwerfer
Liebhaber von Bildern im Maxi-Format kommen auf der diesjährigen CeBIT nur bedingt auf ihre Kosten. Namhafte Projektorhersteller wie BenQ, Canon, Epson, Hitachi, JVC, LG, Mitsubishi oder Panasonic sind auf der Messe nicht vertreten oder stellen keine Projektoren aus. Bei den anderen Herstellern dominieren die Bürobeamer, Optoma stellt auch Heimkinogeräte wie den Full-HD-Projektor (1920 x 1080 Pixel) HD81 mit externem Signalprozessor und Gennum VXP-Chip vor.
Samsung zeigt eine verbesserte Variante des DLP-Winzprojektors Pocket Imager. Der SP-P310ME nutzt LEDs als Lichtquelle und läuft dank optionalem Akku auch ohne Stromanschluss. In unserem Labor erreichte er mit 41 ANSI-Lumen einen doppelt so hohen Lichtstrom wie der vor einem Jahr präsentierte SP-P300ME. Letzterer war im Test in c't 8/06 bereits das hellste Gerät.
NECs Miniprojektor-Studie wird nur im ausgeschalteten Zustand gezeigt, obwohl es funktionstüchtige Exemplare geben soll. Der NP1 nutzt LCD-Panels und nimmt Daten ausschließlich per Bluetooth, Infrarot oder WLAN (per USB-Adapter) entgegen, ein PC-Eingang fehlt. Die Serienfertigung soll frühestens 2008 anlaufen. Am Stand in Halle 2 zeigt NEC zudem sein gesamtes Portfolio vom Minibeamer bis zum digitalen 2K-Kinoprojektor (2048 x 1080 Bildpunkte) in Kühlschrankgröße.
Sharp preist seinen XG-PH70 als besonders lichtstark, zwei Lampen erhöhen die Ausfallsicherheit: Der XGA-Projektor soll 5200 ANSI-Lumen erreichen und die Lampen durchschnittlich 6000 Stunden überdauern. Sonys Business-Projektoren leuchten mit nur einer Lampe und 4000 ANSI-Lumen nicht ganz so hell: Der VPL-FE40 zeigt SXGA+-Auflösung (1400 x 1050 Bildpunkte), der VPL-FX40 XGA-Auflösung (1024 x 768). Die eingesetzten BrightEra-Panels von 3LCD sollen für einen hohen Kontrast sorgen.
Acer: Halle 25, Stand D40 (Planet Reseller)
Amoi: Halle 2, Stand C22
Eizo/Arbeitskreis Digitale Fotografie (ADF): Halle 23, A36
Fujitsu Siemens: Halle 1, Stand G51
Hyundai: Halle 1, Stand A39
Mirai: H25, D40 (Planet Reseller)
NEC: Halle 2, Stand B24
Optoma:, Halle 1, Stand B58
Samsung: Halle 1, Stand B41 und Halle 26, Stand E60
Sharp: Halle 1, Stand A71
Sony: Halle 13, Stand C25
Toshiba: Halle 1, Stand L61
Yuraku: Halle 2, Stand B47
(uk)