Schnell und schick
Das Surfen per Handy und Mobilfunkkarte soll noch schneller werden: Netzbetreiber und Zulieferer führen auf der CeBIT die nächsten Ausbaustufen des Datendienstes HSDPA vor. Bei den Mobiltelefonen geht der Trend weg vom Universalisten hin zu Fotos, Musik, Videos oder auf E-Mails spezialisierte Modelle.
Datendienste und -Anwendungen spielen für die Mobilfunkbranche nicht nur während des Messeauftritts in Hannover eine immer größere Rolle. In der Geräteherstellern und Providern vorbehaltenen Halle 26 gibt es jedoch deutliche Lücken, da namhafte Firmen wie LG Electronics, Motorola und sogar Marktführer Nokia ihren diesjährigen CeBIT-Auftritt abgesagt haben. Aktuelle Modelle der Hersteller wird man daher eher auf den Ständen der Netzbetreiber bewundern können.
Bei T-Mobile und Vodafone steht der Ausbau der Netze mit dem UMTS-Datendienst HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) im Vordergrund. 2006 hatten die Netzbetreiber den Dienst gestartet, der den – in normalen UMTS-Netzen auf maximal 384 kBit/s begrenzten – Datenempfang auf bis zu 1,8 MBit/s steigert. Mittlerweile rüstet man die Netze fleißig für die zweite Ausbaustufe um, die bis zu 3,6 MBit/s in Empfangsrichtung überträgt. Zusätzlich soll mit der Uplink-Variante HSUPA auch die Senderichtung auf maximal 1,4 MBit/s angehoben werden (siehe c't 6/07, S. 186). Voraussichtlich starten die beiden Anbieter die Beschleuniger-Dienste zur CeBIT offiziell.
Vodafone und T-Mobile wollen zudem ein Testnetz mit 7,2-MBit/s-HSDPA vorfĂĽhren. O2 startete Ende 2006 ebenfalls mit HSDPA, nur E-Plus bietet das bislang nicht an und konzentriert sich mit gĂĽnstigeren Tarifen stattdessen darauf, die bisherigen Handy-Datendienste preiswerter zu machen. Insider rechnen aber damit, dass E-Plus noch in diesem Jahr mit einem eigenen HSDPA-Dienst an den Markt geht; laut einer Netzliste soll der Launch im Juni stattfinden.
Waren HSDPA-fähige Handys im vergangenen Jahr noch Ausnahmen, haben viele Hersteller passende Telefone und Notebook-Datenkarten für 2007 angekündigt. Samsung zeigte auf der 3GSM 2007 im Februar nicht weniger als acht Modelle mit dem schnellen Datendienst, die voraussichtlich auch in Hannover zu sehen sein werden. Dazu gehören das nur zwölf Millimeter dicke SGH-U700, das auf mobiles Video spezialisierte SGH-F500 (Ultra Video), dessen Schwestermodell SGH-F510 mit DVB-H-Empfänger (siehe c't 6/07, S. 38), das Symbian-Smartphone SGH-i520 und das SGH-F520, welches man über einen großen Touchscreen bedient. Zusätzlich besitzt es eine Schiebetastatur, die man wahlweise nach unten oder zur Seite hinter dem Display-Teil hervorschieben kann. Im ersten Fall erhält man eine Wähltastatur, im zweiten eine Qwertz-Tastatur für schnelle Texteingabe.
Statt ein Alleskönner-Handy zu bauen, tendieren die Hersteller zunehmend zu Spezialmodellen, die sich für bestimmte Anwendungen besonders gut eignen. Damit vergrößert sich die Modellpalette: Bei Samsung gibt es beispielsweise außer der Ultra-Edition mit besonders flachen Handys zum Aufklappen oder Aufschieben auch eine Ultra-Special-Serie mit dem MP3-Player-Telefon SGH-F300, den Video-Modellen F500 und F510 oder dem Ultra Messaging mit alphanumerischer Tastatur.
Sony Ericsson zeigt mit dem flachen und leichten UMTS-Handy W880i und dem W610i mit dem Datendienst EDGE neue Handys der Walkman-Serie, die sich besonders gut zum Musikhören für unterwegs eignen. Die Cybershot-Reihe bietet Handys mit guter Fotoausstattung wie Autofokus-Objektiven oder richtigen Xenon-Blitzen statt den einfachen LED-Fotoleuchten; die aktuellen Geräte aus der Serie heißen K810i und K550i. Auf dem Stand von Sagem wird es mit dem my750C „myMobileTV II“ ein weiteres DVB-H-Handy und das flache UMTS-Klappmodell my800C zu sehen geben. Andere Mobiltelefone von Sagem kombinieren GSM und WLAN wie das my419X oder eignen sich via NFC (Near Field Communication) zum berührungslosen Bezahlen etwa an Fahrkartenautomaten.
Trotz aller Funktionsvielfalt behalten die Hersteller ihre Kernkompetenz, das Telefonieren, im Auge: Sagem will mit dem my150X ein einfaches Handy ohne Kamera, Multimedia und GPRS auf den Markt bringen, das mit schickem, nur 10 mm dickem Gehäuse dem aktuellem Designtrend folgt und ohne Vertrag nur knapp 60 Euro kosten soll. T-Mobile will das Motorola Motofone F3 ab Februar anbieten, ein flaches Einfach-Handy mit stromsparendem E-Paper-Display und sprachunterstützter Menüführung.
E-Plus: Freigelände, Stand H08
Ericsson: Freigelände, Stand K05
O2: Halle 26, Stand C32; Freigelände, Stand E08
Sagem: Halle 26, Stand E32, F30
Samsung: Halle 26, Stand D60
Sony Ericsson: Halle 26, Stand D40
T-Mobile: Halle 26, Stand A01
Vodafone: Freigelände, Stand G04
(rop)