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www.locr.com

Das Braunschweiger Startup-Unternehmen Locr bietet Besitzern von GPS-fähigen Digitalkameras oder Kamerahandys eine Plattform, um ihre geoindizierten Fotos im Web zu publizieren. Der Dienst wertet die in EXIF-Headern gespeicherten Längen- und Breitengrade aus. Die Seite zeigt neben einer Ansicht des Fotos die Position des Fotografen zum Zeitpunkt der Aufnahme via Google Maps an. Unterhalb des Fotos finden sich geoindizierte Artikel aus Wikipedia zu in der Nähe befindlichen Gebäuden oder stattfindenden Ereignissen.

So lassen sich beispielsweise Fotos von der letzten Berlinreise zu einem personalisierten Reiseführer inklusive Straßenkarte und Hintergrundinformationen zu den geknipsten Sehenswürdigkeiten verarbeiten. Doch Vorsicht: Enthalten ist stets der Standort des Fotografen, und nicht das Objekt. Wer also etwa vom Portal des Reichstags aus das Kanzleramt fotografiert, bekommt wahrscheinlich den falschen Wikipedia-Eintrag als erste Wahl zugeordnet. Die Fotos kann man im privaten Account belassen oder der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Locr sucht nach Ortsnamen oder zeigt anhand einer Weltkarte an, wo die hochgeladenen Fotos geschossen wurden. Der Dienst ist bisher gratis und soll später ab einem gewissen Datenvolumen kostenpflichtig werden. (akr)

www.worldmapper.org

Einen spannenden Weg der Visualisierung von globalen Zusammenhängen beschreitet die Site Worldmapper. Der auf Zahlen der Vereinten Nation beruhende Weltatlas gewichtet rund 200 Länder aufgrund ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Tätigkeiten in ihrer Größe neu. Die so entstandenen thematischen Karten stellen die Länder mit Flächen dar, die eben diese Tätigkeiten repräsentieren. Dabei kommt es vor, dass ein Land sich übermäßig aufbläht, während seine Nachbarn praktisch verschwinden. Themenbereiche der mittlerweile 366 Karten umfassen etwa wirtschaftliche Zusammenhänge in Form von Rohstoff- und Warentransport, Bildung, Gesundheit, Bevölkerungsentwicklung oder Katastrophen. Ein alphabetischer Index reicht von Bildungszugang bis zum Zinkexport. Detaillierte Informationen halten die als PDF vorliegenden Poster vor, die zu den Karten auch Legenden enthalten. Zusätzliches Material bietet Worldmapper in Form von Excel- und Opendoc-Dateien an. (Heiko Kothhöfer/hob)

www.colorblender.com

Nicht jeder Website-Bastler ist mit einem harmonischen Farbempfinden gesegnet. Nachhaltigeren Erfolg als das Auswürfeln der Farb-Hexwerte oder eine Inspirationssuche beim Design der Konkurrenz verspricht ColorBlender. Die Webanwendung wählt zu einem beliebigen Grundton ein halbes Dutzend passender Gegenstücke aus, errechnet acht Varianten des ursprünglichen Farbtons und sucht auch noch den nächstliegenden Farbton auf den traditionellen Pantone-Farbfächern heraus. Außer der RGB-Ausgabe im Dezimal- und Hexadezimalformat ermittelt ColorBlender auch die für Farbkreise wichtigen HSV-Werte (Farbton, Sättigung und Wert). Allerdings gibt es komfortable Alternativen zum Abschreiben der Zahlen: ColorBlender exportiert die Skala im Photoshop-Farbformat ACT oder als Illustrator-taugliches EPS. Und zu guter Letzt lässt sich jede Skala als Lesezeichen speichern. (heb)

www.eternalegypt.org

Einen virtuellen Museumsbesuch der bequemeren Art offerieren die ägyptischen Museen auf ihrer gemeinsamen Home-page unter dem Titel Eternal Egypt. Der Zusammenschluss verschiedener Museen unter der Leitung des Egyptian Center for Documentation of Cultural and Natural Heritage spart womöglich den Besuch mehrerer Museen und die damit verbundene mehrtägige Reise entlang des afrikanischen Hauptstroms.

Die Exponate der rund fünftausend Jahre währenden Geschichte des Landes werden auf einer einfach zu bedienenden Weboberfläche dargeboten, die sich von den sonst üblichen simplen Katalogdarstellungen mit daumennagelgroßem Bild und nebenstehendem knappen Text wohltu-end abheben. Außer in Englisch und Französisch kommt die Site auch in arabischer Sprache daher.

Ausgangspunkte für eigene Entdeckungsreisen sind Verbindungen, die in einer Netzstruktur die Zusammenhänge einzelner Artefakte untereinander verdeutlichen. Wer sich lieber chronologisch vorarbeiten möchte, nutzt die ebenfalls vorhandene Zeitleiste. Außerdem kann eine Karte von Ägypten mit allen eingezeichneten Ausstellungsorten als Startplattform eigener Recherchen dienen.

Detailliertere Informationen in den verschiebbaren Karten und Übersichten fördert der Besucher erst nach und nach zutage - und soll damit wohl einem Informationsüberangebot entgehen. Einen interessanten und auch gewichtigen Anteil des musealen Webauftritts nimmt die Medienausstattung ein. Einige der kleineren Exponate lassen sich in einer 3D-Ansicht begutachten, größere, wie beispielsweise der Tempel von Luxor, in einer 360°-Ansicht. Aktuelle Panoramafotos von bei manchen Gebäuden installierten Webcams runden den virtuellen Trip durch die faszinierende ägyptische Kultur ab. (Heiko Kothhöfer/hob)


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