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Inhaltsverzeichnis

www.atoolo.com
http://docs.google.com
www.youos.com

Ajax und Flash ermöglichen Anwendungen im Web, die sich im Browser wie lokal installierte Software bedienen lassen. Inzwischen bieten solche Dienste nicht nur einzelne Programme an wie Google Text & Tabellen, sondern auch komplette virtuelle Desktops. Atoolo ist hier die erste deutschsprachige Alternative etwa zu YouOS. Sie finanziert sich durch Werbung, die am unteren Rand der Anwendungsfenster eingeblendet wird. Bereits für den Betabetrieb hat die Atoolo GmbH in Münster etliche Sponsoren gewonnen, sodass der Betrieb gesichert sein dürfte.

Die Seiten sind in JavaScript (Ajax) geschrieben und lassen sich sehr flott bedienen. Atoolo hat sie nach eigenen Angaben für bestimmte Browser optimiert. Mit Firefox 2 sowie Internet Explorer 6 und 7 funktionieren sie auch tadellos, während Opera sie fehlerhaft darstellt. Derzeit findet man auf dem Desktop unter anderem einen Texteditor, der einfache Formatierung und verschiedene Schriftarten erlaubt, ein Adressbuch, einen Terminplaner, eine einfache Projektverwaltung und ein Podcast-Radio. Man kann Notizen als Post-it auf den eigenen Desktop oder den von Bekannten kleben, die ebenfalls Atoolo nutzen.

Jeder Nutzer hat 1 GByte Platz zur Verfügung, in dem die Atoolo-Applikationen ihre Daten speichern oder in den man über den Browser Dateien hochladen kann. Es fehlt allerdings noch einiges: Etwa eine Druckfunktion für formatierte Texte oder der angekündigte Messenger, der beispielsweise E-Mails von anderen Accounts einsammeln soll. Außerdem hat Atoolo angekündigt, eine Schnittstelle zur Nutzung mit mobilen Geräten zu schaffen. (ad)

www.enhanceie.com

Es gilt immer noch als uncool, mit dem Internet Explorer durchs Web zu surfen. Dabei hat Microsofts Browser mit Version 7 kräftig zur feurigen, nordischen und sonstigen Konkurrenz aufgeholt. Mit einigen Tricks und Tools lässt sich aber noch mehr herausholen aus dem neuen IE. Auf EnhanceIE findet man dazu eine Liste nützlicher Add-ons, die beispielsweise Mausgesten, einen Download-Manager oder eine inkrementelle Suche nachrüsten. In der Kategorie „Tweaks“ bietet die Website etliche Registry-Patches, etwa um die Zahl gleichzeitiger Verbindungen zu einem Server zu erhöhen oder um das Eingabefeld für die Websuche auszublenden. Außerdem sind etliche nützliche Tipps aus externen Quellen hier verlinkt. Unter „Troubleshooting“ findet man die Lösungen für bekannte Probleme mit dem Browser, angefangen bei regelmäßigen Abstürzen bis hin zu kosmetischen Fehlern etwa bei der ClearType-Darstellung von Schriften.

Doch die Website bedient nicht nur Anwender des IE 7: Auch Webprogrammierer und Entwickler von IE-Add-ons finden hier nützliche Informationen. Unter „Web Development“ empfiehlt die Website etliche nützliche Tools wie die IE Developer Toolbar und Visual Web Developer von Microsoft. Fiddler ist ein Proxy, an dem sich der HTTP-Datenstrom analysieren lässt. Um den Quelltext von Webseiten zu analysieren, bindet man im IE statt Notepad besser einen Editor mit Syntax-Highlighting ein. Die Kategorie „Add-on Development“ listet schließlich noch Ressourcen und Beispiele auf, die bei der Entwicklung eigener IE-Erweiterungen helfen. (ad)

www.steampunkworkshop.com

Noch sind die Abende lang und dunkel genug, um ein schönes Bastelprojekt in Angriff zu nehmen. Anregungen dafür liefert der Steampunk Workshop. Sein Schwerpunkt liegt auf der Veredelung von Gebrauchsgegenständen zum attraktiven Unikat. Ein besonders gelungenes Beispiel ist der Keyboard Mod, der aus einer schlichten PC-Tastatur ein Kunstwerk im Stil einer alten Schreibmaschine macht. Dazu muss man sich allerdings schon ein wenig Metallbearbeitung zutrauen, gilt es doch, aus Messingblechen die Seitenprofile zu fertigen. Tasten werden liebevoll aus Knöpfen mit Messingeinfassung selbst gemacht und beschriftet. Die ausführliche Bebilderung und kleine Filmchen erleichtern den Nachbau. Das Ergebnis der Mühen ist dann ein echter Blickfang für jeden Schreibtisch. (ad)

www.touchgraph.com

Große Datenmengen anschaulich aufzubereiten ist die Spezialität des US-amerikanischen Dienstleisters TouchGraph, der unter anderem für das Bekanntschaften-Netzwerk Friendster arbeitet. Wie die Visualisierung von Daten in der Praxis abläuft, zeigt er am Beispiel zweier Java-Applets, die sich der Webservices von Google-Suche und Amazon bedienen.

Das Google-Beispiel holt zu einem Suchbegriff eine Handvoll Treffer und sucht zu diesen wiederum die laut Google-Algorithmus „ähnlichen Seiten“. Das TouchGraph-Applet zeichnet aus den empfangenen Daten eine Grafik der vernetzten Cluster, die der Anwender nach Belieben erweitern, zurechtstutzen, zoomen und umgestalten kann. Ähnlich funktioniert das Amazon-Applet, das zu einem Produkt weitere sucht, die nach den Daten des Versandhändlers dazu passen. (heb)

www.spywarewarrior.com

Wer regelmäßig Software aus dem Internet installiert, muss damit rechnen, sich Spyware einzufangen. Zahlreiche Webseiten werben für Anti-Spyware-Produkte, die den Schädlingen zu Leibe rücken sollen. Allerdings gibt es gerade in diesem Bereich auch viele schwarze Schafe. Deren Programme tragen häufig einen ähnlichen Namen wie bekannte Anti-Spyware-Lösungen und liefern bei praktisch jeder Rechnerüberprüfung positive Befunde. Um seine vermeintlichen Probleme zu lösen, soll der Anwender dann die Vollversion des Produkts kaufen. Doch viele Programme spucken nur Fantasiemeldungen aus, manche können echte Spyware gar nicht erkennen und erst recht nicht entfernen.

Die englischsprachige Seite Spywarewarrior.com trennt diese Streu vom Weizen und listet verdächtige und böswillige Peudo-Anti-Spyware mitsamt einer Begründung dieser Einstufung auf. Bevor man sich eine Anti-Spyware installiert, sollte man in der Liste überprüfen, ob das Produkt auch wirklich das leistet, was es verspricht. (dmk)


Die Websites aus c't 06/2007