Für daheim

Privat gekaufte Notebooks sollen nicht unbedingt nur Büroarbeiten erledigen, sondern auch Filme abspielen oder Spiele auf Trab bringen. Einige Notebooks für Heimanwender geben sogar HD-Filme auf Blu-ray Disc oder HD DVD wieder und empfangen TV - und sehen dabei auch noch schick aus.

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Hin und wieder E-Mails schreiben, ein paar MP3s hören oder Fotos auf CD brennen gelingt selbst mit den billigsten Notebooks. Doch das wars dann meist auch: Dunkle, blickwinkelabhängige Bildschirme vergrausen den Spaß an den Urlaubsfotos, die eingebauten Lautsprecher scheppern, der Grafikchip stellt das Lieblingsspiel nur ruckelnd dar, die Videokamera lässt sich mangels FireWire oder AV-Eingang nicht anschließen.

Besser könnens die Multimedia-Notebooks. Viele Anwender überzeugt die kompakte Bauform, die alle PC-Komponenten inklusive Flachbildschirm ohne zusätzlichen Verkabelungsaufwand vereint. Das All-In-One-Prinzip hat aber auch Nachteile: Was nicht drin ist, lässt sich später kaum oder gar nicht nachträglich einbauen. Zusätzliche Schnittstellen liefert ein USB-Adapter oder eine Steckkarte, doch spätestens, wenn rechts am Notebook der TV-Adapter samt Antennenkabel, links der Bluetooth-Stick und vorne der Klinkenstecker zu den Zusatzlautsprechern steckt, fragt man sich, ob das Notebook mit den Auswucherungen an allen Seiten nicht doch ein Fehlkauf war.

Bei 15,4"- oder 17"-Notebooks für Heimanwender bauen die Entwickler Multimedia-Extras ein. Für Preise um 1500 Euro bekommt man zudem einen flotten Doppelkernprozessor, einen schnellen 3D-Grafikchip, viel Arbeitsspeicher und große Festplattenkapazitäten. Je nach eingebauten Komponenten zahlt man aber auch schon mal bis 3000 Euro - es kommt also auf die eigenen Bedürfnisse an.

Ob billig oder teuer, die Multimedia-Notebooks unterscheiden sich schon äußerlich von den Business-Kisten im grauen Einheits-Look: Passend zum Einsatzort zu Hause sind etliche Notebooks ein wahrer Blickfang mit strukturierten, zum Teil glänzenden Oberflächen und mehrfarbiger Außenhaut. Zusätzliche Bedienelemente erinnern eher an die Hifi-Anlage als an Notebooks. Design-bewusste Anwender, die bislang ein lieblos gestaltetes Notebook beklagten, finden bei den Multimedia-Laptops vielleicht ihren Augenschmeichler.

Wer mit einer Kaufentscheidung hadert, kann darüber durchaus ein paar Nächte schlafen: Anders als bei vielen Schnäppchenangeboten von Elektro- oder Lebensmitteldiscountern, die es nur für kurze Zeit in begrenzter Stückzahl gibt, sind die Notebooks, die wir in der c't 13/2007 ab Seite 132 vorstellen, deutlich länger im Handel.

Der Einsatzzweck als Unterwegsgerät tritt bei allen in den Hintergrund. Ein Akku ist zwar immer vorhanden, doch für viel mehr als zum Surfen auf der Terrasse reicht er nicht aus. Notebooks, die lange Zeit ohne Stromnetz auskommen, findet man hier nicht; die Grafikchips entfalten ihr volles Potenzial sogar häufig nur, wenn das Notebook an der Steckdose hängt. Auch das Gewicht von vier Kilogramm und mehr bei den Großen spricht gegen den mobilen Einsatz.

Aktuelle Notebooks für Heimanwender werden ausschließlich mit Windows Vista verkauft - Windows XP gibt es nur noch für Geschäftskunden. Für Multimedia-Notebooks ist das von Vorteil, denn die auf dem Großteil der Geräte vorinstallierte Vista-Edition Home Premium bringt eine überarbeitete Version des Media Centers mit - bei Windows XP gab es das nur in der eigenständigen und eher seltenen Media Center Edition.

Die gesamte Oberfläche ist für die Bedienung per Fernbedienung optimiert, mit Tastatur und Maus geht das Ganze deutlich schwieriger von der Hand. Eine Fernbedienung liegt nicht allen Notebooks bei, sie kostet im Fachhandel etwa 25 Euro. Ein externer IR-Empfänger mit USB-Anschluss ist dann dabei; bei Notebooks mit mitgelieferter Fernbedienung steckt der Empfänger häufig bereits im Gehäuse - vorbildlich. Obwohl die mitgelieferten Fernbedienungen unterschiedliche Bauformen haben, sind sie untereinander kompatibel - bei Verlust tuts also auch ein anderes Modell.

Das Media Center erlaubt das komfortable Blättern durch Fotoalben sowie das Abspielen von Video-DVDs und eigenen Videodateien. Beliebte Formate wie Xvid werden ebenfalls unterstützt, sofern man den entsprechenden Codec installiert. Erst wenn ein TV-Tuner im Notebook steckt, entfaltet das Media Center sein volles Potenzial: Zum Funktionsumfang gehören ein elektronischer Programmführer, zeitversetztes Fernsehen (Timeshifting) und eine Aufnahmefunktion.

Da das Media Center zum Lieferumfang gehört, sparen sich manche Hersteller zusätzliche Software mit ähnlicher Funktion; ein eigenständiger Software-Player für Video-DVDs muss beispielsweise nicht beiliegen. Bei den Notebooks mit TV-Tunern ist die Media-Center-Oberfläche sogar immer das Mittel der Wahl, wenn es ums Fernsehen geht. Das Media Center gibt es auch in der größten Vista-Edition Ultimate, es fehlt bei den Versionen Business und Home Basic.

Für viele andere Bereiche ist häufig nur abgespeckte (CD-/DVD-Brennprogramme) oder zeitlich beschränkte Software (Virenscanner) vorinstalliert, die kostenpflichtig erweitert oder verlängert werden muss. Microsoft Office gibts, wenn überhaupt, nur als Testversion; manchmal ist immerhin der kleine Bruder Works als Vollversion dabei.

Bei Multimedia-Notebooks sollte auch mal ein Spiel mit schicker 3D-Grafik möglich sein. Damit die Spielwelt flüssig dargestellt wird, braucht es einen dedizierten Grafikchip mit eigenem Videospeicher. Einsteigerlösungen wie ATIs Mobility Radeon X1300/ X1400/ X2300 beziehungsweise die GeForce Go 7300/ 7400/ 8400M von Nvidia sind zwar etwa doppelt so schnell wie die in Chipsätzen integrierten Grafikeinheiten, doch für eine ordentliche 3D-Performance sollte es mindestens ein Grafikchip der Mittelklasse sein - wie das die Notebooks, die in der c't 13/2007 ab Seite 132 dargestellt werden, zeigen: Derzeit verbreitet sind GeForce Go 7600 und Mobility Radeon X1600; es gibt sie auch als Go 7700 beziehungsweise X1700 mit mehr Grafikspeicher. Leider ist der Name eines beliebigen mobilen Grafikchips nur ein wenig aussagekräftiges Indiz für die zu erwartende Leistung, denn beim Chip- und Speichertakt schlagen ATI und Nvidia lediglich unverbindliche Werte vor. Letztendlich hat ein Notebook-Hersteller freie Hand bei der Frequenzwahl und kann einen Grafikchip auch mit deutlich niedrigeren Taktraten als vorgesehen betreiben.

Ein Beispiel: In vielen Notebooks des folgenden Artikels arbeitet ein GeForce Go 7600. Mal läuft er mit 450 MHz, mal nur mit maximal 350 MHz, also über 20 Prozent langsamer. Noch größer sind die Unterschiede beim Grafikspeicher, der Maximaltakt schwankt zwischen 700 und 1000 MHz. Für Chip wie Speicher gilt: Je langsamer der Takt, desto geringer die 3D-Leistung. Verbaut ein Notebook-Hersteller zudem weniger Videospeicher als vorgesehen, reduziert sich die Breite des Speicherbusses und damit wiederum die 3D-Leistung. Da hilft es auch nichts, wenn der Grafikchip zusätzlich einen Teil des Hauptspeichers mitnutzt (TurboCache beziehungsweise HyperMemory): Der Arbeitsspeicher ist deutlich langsamer als direkt am Grafikchip angeschlossener Grafikspeicher.

Den Spitzenplatz der mobilen Grafikchips belegt der GeForce Go 7950 GTX; zur Oberklasse gehören auch der GeForce Go 7900 GS sowie der Mobility Radeon X1800 und X1900. Alle bleiben auch nach der offiziellen Vorstellung der Direct3D-10-fähigen Nachfolgegeneration die schnellsten Bildbeschleuniger, denn Direct3D-10-Unterstützung gibt es sowohl von ATI als auch von Nvidia nur in der Mittel- und Einsteigerklasse - neue Flaggschiffe haben beide Unternehmen noch nicht präsentiert. Nur wenige Spiele, die die neue Grafikschnittstelle überhaupt unterstützen, kommen dieses Jahr noch auf den Markt; und an solche, die sie zwingend voraussetzen, ist noch nicht einmal zu denken. Auf absehbare Zeit fährt man mit DirectX 9 also noch ganz gut.

Sollen Bilder von der Digitalkamera überspielt werden, kann man die Speicherkarte mit den Fotos direkt in den Kartenslot im Notebook stecken. Die verbreiteten Speicherkartenformate SD und MMC kennen alle Kartenleser, auch Flashspeicher in Sonys Memory-Stick-Format passt meist. SD-HC-Karten funktionieren in vielen neueren Modellen. Nicht ganz so häufig sind Kartenslots anzutreffen, die xD-PictureCards aufnehmen. SmartMedia-Karten, die in vielen Digicams der ersten Generationen steckten, sind inzwischen fast ausgestorben, nur sehr wenige Notebooks haben einen passenden Kartenslot. Speicher im CompactFlash-Format kommt mittlerweile fast nur noch in der Profifotografie zum Einsatz, in aktuelle Notebooks passt er nicht. Für alle nicht unterstützten Formate muss man das zur Kamera gehörende Datenkabel, einen externen Kartenleser mit USB-Anschluss oder einen Adapter griffbereit haben.

Wer Familienvideos nachbearbeiten will, kann digitale Videokameras an den an jedem Notebook vorhandenen FireWire-Port anschließen; USB-Buchsen sind sowieso selbstverständlich. Schwieriger wird es, wenn die Videokamera das Bild nur analog über Composite oder S-Video ausgibt oder ein VHS-Videorecorder angeschlossen werden soll: Einen Videoeingang findet man an einem Notebook nur dann, wenn es auch einen analogen TV-Empfänger mit sich bringt - dieser digitalisiert das Bild. AV-Eingänge ohne Tuner hat kein Notebook, sie lassen sich aber per USB oder PCMCIA nachrüsten. DVB-T-Empfänger helfen nicht, denn sie verarbeiten nur digitale Videoströme.

Wer eine Videospielkonsole anschließen und das Notebook somit als vollwertigen Ersatz für einen Fernseher verwenden will, hat leider Pech: Viele TV-Karten benötigen einige Sekunden, bis das eingehende Videosignal auf dem Bildschirm erscheint - für interaktive Videospiele ein Ausschlusskriterium. TV-Empfänger gibt es hauptsächlich in Notebooks mit 17-Zoll-Bildschirm, damit ausgestattete 15,4-Zöller sind selten - man kann sie allerdings per Steckkarte oder USB nachrüsten. Dann sind auch Formate wie DVB-S (digitales Satellitenfernsehen) oder DVB-C (digitales Kabelfernsehen) möglich. Pay-TV geht nicht, denn Premiere lässt nur zertifizierte Empfänger zu, und solche gibt es nur als eigenständige Settop-Boxen für Fernseher.

Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 13/2007.

"Multimedia-Notebooks"
Artikel zum Thema "Multimedia-Notebooks" finden Sie in der c't 13/2007:
Kaufberatung Multimedia-Notebooks S. 126
11 Notebooks im Test S. 132

(mue)