Dichthalten ohne Schweißperlen
Ob Sportwagen oder Downsizing, steigende Literleistungen vieler Motoren belasten ihre Abgasturbinen immer höher. Um die Abdichtung ihrer Gehäuse zu verbessern, steht nun eine neue Fügetechnik für Ladergehäusedichtungen zur Verfügung
Herdorf, 9. November 2015 – Ob in hochgezüchteten Sportwagen oder im Bereich hoch effizienten Downsizings belasten steigende Literleistungen vieler Motoren etliche Bauteile immer höher. Dazu zählen auch die Abgasturbinen, denn ohne Aufladung sind die meisten modernen Motorkonzepte gar nicht denkbar. Um die Abdichtung ihrer Gehäuse zu verbessern, steht nun eine neue Fügetechnik für Ladergehäusedichtungen zur Verfügung.
Schon heute werden an den abgasseitigen Flanschen von Turboladergehäusen meist mehrlagige Dichtungen eingebaut, um den Belastungen besser gerecht zu werden. Der global agierende Zulieferer Federal-Mogul Powertrain hat nun einen neuen Fertigungsprozess für solche Bauteile entwickelt, in dem Dichtungsprobleme, wie sie durch das Verschweißen unterschiedlicher Materialien auftreten können, von vornherein ausgeschlossen werden sollen.
Dichthalten ohne Schweißperlen (3 Bilder)

(Bild: Federal-Mogul)
„Ein bekanntes Qualitätsproblem entsteht durch die Verwendung von mehrschichtigen Ladergehäusedichtungen. Wenn dazu Edelstahl und alubeschichteter Stahl verschweißt werden, kann eine Reaktion auftreten, welche die Dichtungsfestigkeit im fertigen Bauteil beeinträchtigt. Eine Konstruktionsänderung ermöglicht nun einen Fertigungsprozess, der dieses Problem verhindert.“ sagt Thorsten Schäfer, Global Engineering Manager für feste Hitzeschilde bei Federal-Mogul.
Punktuelle Erhebungen
Die Dichtung für den abgasseitigen Flansch des Turboladergehäuses besteht aus einer dicken, zum Korrosionsschutz und zur Hitzeabschirmung aluminiumbeschichteten Stahllage. Auf ihren beiden Oberflächen liegt je eine dünne Edelstahllage, die je eine Dichtung trägt. Damit die drei Teile sowohl im Werk als auch in der Werkstatt einfacher und sicherer zu montieren sind, werden sie zu einem Bauteil verschweißt. Dabei entstehende Aluminiumtropfen können sich allerdings auf oder zwischen den Schichten absetzen, wo sie dann als punktuelle Erhebungen die Dichtwirkung beeinträchtigen können. Der Qualitätskontrolle können solche Verunreinigungen entgehen, weil sie zum Teil zwischen den Dichtungslagen sitzen.