Gummiteile selbermachen mit Formen aus dem 3D-Drucker
Wer elastische Bauteile braucht und einen 3D-Drucker hat, kommt schnell auf die Idee, es mit speziellem, gummiartigem Filament zu probieren. Aber es geht auch einfacher, wie Make-Autor Thomas Gamisch zeigt.
(Bild: Thomas Gamisch)
Auch wenn die meisten Konstruktionen aus der eigenen Werkstatt überwiegend aus festen Teilen bestehen, gibt es immer wieder Komponenten, die eine gewisse Flexibilität brauchen: Dämpfer, Muffen, Dichtungsstücke und ähnliches. Natürlich gibt es vieles davon als Fertigteil zu kaufen, doch falls es etwas auf Maß sein muss, stellt sich die Frage, wie man die Fertigung angeht. Nun gibt es mit 3D-Druckern inzwischen Maschinen, die beliebige Formen dreidimensional materialisieren, aber das Standardmaterial, das sie aus ihrer Düse pressen, sind die thermoplastischen Kunststoffe PLA und ABS – bei rund 200 Grad weich und formbar, bei Zimmertemperatur fest bis hart. Zwar ist die Materialauswahl für die günstigen FDM-3D-Drucker inzwischen gewachsen und man bekommt auch flexibles bis fast gummiartiges Material, was man in deren Schmelzköpfe spulen kann. Doch dessen Verarbeitung hat seine Tücken und ist in manchen Maschinen sogar unmöglich.
Formenbau als Alternative
Das macht nichts, findet der Make-Autor Thomas Gamisch. Er hat gute Erfahrungen damit gemacht, seinen 3D-Drucker indirekt für die Produktion von Gummiteilen einzusetzen: Er druckt sich eine Negativform und gießt in diese anschließend Zweikomponenten-Silikon-Abformmasse. Nach 24 Stunden Vernetzungszeit lassen sich die fertigen Silikonteile problemlos aus der Form entfernen – da auf dem Material nichts haftet, braucht man auch nicht mit Trennmittel zu arbeiten.
Wie es im Detail geht, beschreibt sein ausführlicher Online-Artikel Silikonteile formen mit dem 3D-Drucker. Das beschriebene Verfahren eignet sich nicht nur, um elastische Teile direkt zu gießen, auf die gleiche Weise kommt man auch zu Silikonformen, etwa für individuelle Eiswürfel – Silikon ist in der Regel lebensmittelecht.
- Diverse Spezialfilamente für den 3D-Druck nach dem FDM-Verfahren (Schmelzschichtung, Fused Deposition Modeling) von elastischem Nylon über kalksteinhaltiges Filament bis hin zu gummiähnlichen Substanzen hat die Make-Redaktion für die Ausgabe 1/15 getestet – den Artikel finden Sie ab Seite 114.
(pek)