Websites aktuell
PIMp my Pinnwand
Terminverwaltungen, elektronische To-do-Listen oder sonstige virtuelle Ordnungsmittel gibt es im Netz wie Sand am Strand. Wer statt mit einem solchen business-reifen PIM lieber mit einer latent chaotischen Pinnwand sein Leben plant, wird Stixy lieben: Auf beliebig vielen „Stixyboards“ kann man Fotos und farbige Notizzettel ausbreiten, zu Haufen zusammenschieben, als halb transparent definieren, übereinander schichten, konzentriert abarbeiten oder ungelesen löschen, je nach persönlichem Stil. Immerhin: Legt man eine Notiz als speziellen TODO-Vermerk an, bekommt sie zusätzlich ein Fälligkeitsdatum und mailt auf Wunsch noch mal rechtzeitig eine Erinnerung. Einzelne veröffentlicht man web-weit oder gewährt nur handverlesenen Personen Zugang. So eignet sich der Gratis-Dienst für eine Website im Collage-Stil genauso wie für die gemeinsame Urlaubsplanung.
Es soll ja WGs geben, die vor allem asynchron über Notizen an der Kühlschranktür kommunizieren, die dort dank mehr oder weniger origineller Magneten haften. Selbst so was simuliert das Web: Bei Magnoto bekommt man eine kostenlose Homepage, die man per Browser oder Mail mit Notizen, Bildern, Audio- und Videodateien beklebt. Da man ja auch nicht jeden Wildfremden in seine Küche lässt, kann man den Blick auf die Kühlschranktür per Passwort schützen oder auf maximal vier virtuelle Mitbewohner beschränken. Kommunikative Naturen hingegen dürfen jeden neuen Schnipsel per RSS-Feed hinaus in die Welt schicken und Besuchern das Forum geben, jede Notiz zu kommentieren. (pek)
Betriebssystem auf Probe
8880:http://floz.v2.cs.unibo.it:8880
Sie wollten schon immer mal wissen, wie sich ein OLPC (One Laptop Per Child) anfühlt, kennen aber niemanden, der einen hat? Im Free Live OS Zoo kann man einzelne Exemplare der großen Familie freier Betriebssysteme per Java-Applet im eigenen Browser beobachten, als tummelten sie sich in ihrer natürlichen Umgebung. Neben den auch in freier Wildbahn verbreiteten Ubuntus, Knoppixen und Fedoras zeigt der Betriebssysteme-Zoo auch Exoten wie CentOS, FreeDOS, Minix, ReactOS oder Plan 9. Sie mit eigenen Daten zu füttern ist allerdings verboten und man muss sie auch nach spätestens zwei Stunden wieder in Ruhe lassen. Als persönlicher Online-Desktop (siehe c't 23/08, S. 118) taugt das Web-Angebot deshalb nicht, wohl aber als gefahrloser Streichelzoo, um die ersten Berührungsängste mit freilaufenden Betriebssystemen loszuwerden. (pek)
Schlagwort-Nachhilfe
Das Akronym ALIPR steht in voller Pracht für „Automatic Linguistic Indexing of Pictures in Real-Time“. Weil das zu kompliziert klingt, verspricht die Unterzeile auf der Webseite lieber „Automatic Photo Tagging and Visual Image Search“. Zu deutsch: Wer dort ein Foto hochlädt oder die URL für eines eintippt, das bereits im Web zu sehen ist, bekommt dafür 15 automatisch generierte englische Schlagwörter angeboten. In der Regel treffen einige den Kern der Sache schon ziemlich gut, andere liegen voll daneben – aber das an der Pennsylvania State University entwickelte System lernt schließlich noch. Man hilft ihm dabei, indem man die passenden der 15 Schlagwort-Kandidaten per Checkbox markiert und in einem Freitextfeld dringend vermisste Begriffe vorschlägt. Wer sich nicht mit eigenen Bildern beteiligen will, kann nach Stichwörtern durch den bereits erfassten Bilderberg browsen, sich (farblich) ähnliche und verwandte Fotos anzeigen lassen und sein Lieblingsmotiv wählen. (pek)
Datenschutz to go
Jugendliche geben in sozialen Netzwerken wie schülervz zunehmend sorglos jede Menge persönliche Daten preis. Laut dem Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar mangelt es an Aufklärung zu den Gefahren, die darin lauern. Deshalb unterstützt er das Ende Oktober 2008 gestartete Projekt Datenparty des saarländischen Landesdatenschutzbeauftragten. Betreut wird die Website vom Jugendserver Saar. Mit datenparty.de wolle man „Jugendliche sensibilisieren, zum Beispiel mit privaten Fotos und Kontaktdaten vorsichtiger umzugehen“, hieß es in einer Mitteilung.
Texte sollen erläutern, welche Gefahren von Adresseingaben, Online-Fotoalben oder Kundenkarten ausgehen können. Der Schreibe ist anzumerken, dass hier Erwachsene in gekünstelt flotter Manier Jugendsprache simulieren, um einen Zugang zur Zielgruppe zu finden. Ein Übriges tut die grell-grün gehaltene Optik dazu. Der spontane Kommentar eines Vaters in der c't-Redaktion lautete: „Jugendliche spüren genau, wenn Erwachsene versuchen, sich anzubiedern.“ Das Anliegen des Projekts ist wichtig, die Ausführung bisher wenig überzeugend. (hob)
Tele-Gym
http://mika.tanninen.net/Ohjelmat_Webcam_en.shtml
Es soll ja Leute geben, die keine Wii im Haus haben und trotzdem Bewegungsdrang verspüren. Kein Problem, denn bei der finnischen Gratis-Spielesammlung Webcam Mania ersetzt der Windows-Rechner die Konsole – vorausgesetzt, er ist mit einer Webcam ausgestattet und vor der Tastatur ist genügend Spielraum für wildes Gefuchtel. Dann stehen nach kurzem Download acht Herausforderungen zur Auswahl, vom Minimal-Tennis-Klassiker Pong (den man zu zweit oder mit der rechten Hand gegen die linke spielen kann) über eine Bootsfahrt auf einem enger werdenden Fluss bis hin zur Mission, alle blauen Seifenblasen zum Platzen zu bringen und alle roten unberührt zu lassen. Das Ganze steuert man mit beliebigen Körperteilen, sei es Hand, Kopf oder Knie – Hauptsache, es bewegt sich und befindet sich beim Kalibrieren im Sichtfeld der Kamera. (pek)
Die Websites aus c't 23/2008