Websites aktuell
Google-Ergebnisse umsortieren
Google hat seine Websuche mit einer Funktion erweitert, die es Besuchern erlaubt, Ergebnislisten selber zu sortieren. Derzeit steht das SearchWiki genannte Feature nur auf den amerikanischen Google-Seiten bereit; ob und wann es nach Deutschland kommt, ist offen.
Um SearchWiki zu nutzen, muss der Surfer mit einem Google-Account angemeldet sein. Google präsentiert ihm dann hinter den Suchergebnissen zusätzliche Knöpfe. Mit „Promote“ verschiebt er einen Treffer an die Spitze der Ergebnisliste, „Remove“ löscht den Treffer aus den Ergebnissen, mit „Comment“ lässt sich zu jedem Treffer eine Notiz verfassen. Kennt der Benutzer einen Link, der ihm in der Ergebnisliste fehlt, so kann er ihn mit „Add a result“ am Fuß der Seite ergänzen. Änderungen lassen sich jederzeit rückgängig machen.
SearchWiki verändert nur die Ergebnisse des jeweiligen Benutzers. Google präsentiert ihm die frisierten Ergebnisse inklusive der Kommentare zukünftig immer, wenn er dieselbe Suche startet. Der Benutzer kann sich aber auch die Änderungen an den Suchergebnissen sowie die Kommentare der Nutzergemeinschaft ansehen, indem er einen Blick auf die öffentliche Kommentarseite wirft. (jo)
Tagebüchlein
Was haben Sie eigentlich am letzten Donnerstag so gemacht? Oder am 20. November? Können Sie sich auch so schlecht erinnern wie Sid Yadav? Dann ist sein Dienst Memiary vielleicht etwas für Sie. Der Name, Wortspiel aus memory und diary, Gedächtnis und Tagebuch, deutet es schon an: Yadav hat ein Online-Tagebuch geschrieben, und zwar eines für die Web-2.0-Generation.
Er suchte eine Lösung, um schnell und unkompliziert bis zu fünf kurze Dinge notieren zu können, die ihm am jeweiligen Tag wichtig waren. Blogs, Textdateien oder gar etwas so Altmodisches wie Stift und Papier waren ihm zu sperrig, und Twitter zu sehr am aktuellen Geschehen orientiert. Nichtsdestotrotz hat er sich bei der Bedienoberfläche offensichtlich von Twitter inspirieren lassen: Nicht mehr als fünf Zeilen stehen dem Benutzer pro Tag zur Verfügung. (jo)
Soziale News, neu erschlossen
http://popurls.com
http://rivva.de
http://newsified.com
RSS-Inhalte zu syndizieren, also sie zu sammeln und aufzubereiten, ist ein Volkssport im Web 2.0. An dieser Stelle haben wir zum Beispiel bereits popurls und Rivva vorgestellt. Ersteres packt so viele Artikel, Bilder und Videos auf eine Seite, wie möglich. Rivva dagegen versucht herauszufinden, welche Artikel in der deutschen Blogosphäre viel verlinkt werden, um sie entsprechend gewichtet zu präsentieren.
Newsified dagegen geht es vor allem um die Präsentation. Der Dienst zeigt die Schlagzeilen von anderen sozialen News-Diensten in einem altmodischen Tageszeitungs-Layout an. Der Benutzer kann sich durch die Rubrizierung sehr schnell einen Überblick über die Nachrichten bei digg, reddit, del.icio.us, mixx, Metafilter und Youtube verschaffen. (jo)
Logo im Browser
http://logo.twentygototen.org
http://code.google.com/p/papert/
Mit seiner Schildkröten-Grafik und der eingängigen Syntax empfiehlt sich Logo als Einsteiger-Programmiersprache. Insbesondere Kinder absolvieren damit seit 40 Jahren sehr einfach und anschaulich die ersten Programmierübungen. Dank papert kann der Nachwuchs ohne eine Installation sofort loslegen, denn der Logo-Interpreter läuft im Browser.
Unter der Haube von papert – benannt nach dem Logo-Erfinder Seymour Papert – arbeitet JavaScript: Hier wurde eine interpretierte Programmiersprache in einer anderen realisiert. Performance-Wunder darf man also nicht erwarten, aber man will ja auch keine Echtzeit-Anwendungen in Logo schreiben. Der Quelltext von papert steht unter der offenen MIT-Lizenz. Vielleicht findet sich ja jemand, der den bislang nur englischen Logo-Befehlssatz um deutsche Befehle erweitert. (jo)
Alles phließt
www.phlow.net
http://phlow-magazine.com
Der c't-Autor Moritz Sauer ist ein Musikliebhaber. Besonders angetan haben es ihm freie Musik und Netlabels, also Musikvermarkter, die Musik in erster Linie über das Internet vertreiben. Zu diesen Themen schreibt er schon seit Jahren in seinem Blog Phlow. Im September hat er gemeinsam mit Sven Stripp und anderen Autoren das Phlow Magazine gestartet, das ausschließlich auf diese Themen fokussiert ist.
Seine Leser und die mehr als 1000 Abonnenten des zugehörigen Podcasts versorgt Sauer täglich mit neuen Musiktipps. Allerdings gibt es nicht für jede Musikrichtung gleichviel Auswahl an freien Downloads. Wer sich für Ambient, Techno, Lounge oder Hiphop interessiert, sollte aber auf jeden Fall einen Blick ins Phlow Magazine werfen. Aber auch experimentelle Musik, also etwa Klangcollagen, und Stücke von Liedermachern findet man auf den Seiten. (jo)
Die Websites aus c't 25/2008