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www.wegwerf-nummer.de

Spam lässt sich mit einer Wegwerf-Adresse sicher vermeiden. Einen vergleichbaren Dienst fürs Telefon bietet nun der Internet-Provider Portunity unentgeltlich an. Mit wenigen Handgriffen können Anwender sich eine Wegwerf-Rufnummer zuteilen lassen, die auf ihre eigentliche Festnetznummer weiterleitet. Die Wegwerf-Nummer lässt sich dann beispielsweise für eine Veröffentlichung in Kleinanzeigen einsetzen.

Bei der Einrichtung muss der Anwender angeben, wie lange die Rufnummer gültig sein soll. Zur Auswahl steht ein Zeitraum zwischen einer Stunde und einem Jahr. Dabei sollte man vorausschauend agieren: Eine einmal eingerichtete Rufnummer lässt sich nicht vorzeitig abschalten und die Abschaltung zum einmal gewählten Termin lässt sich nicht mehr verhindern.

Der Anwender erhält eine 01805-Rufnummer mit insgesamt 16 Stellen – das ist deutlich länger als gewöhnliche Telefonnummern und kann bisweilen, etwa bei Online-Formularen, zu Problemen führen. Anrufe auf dieser Nummer sind mit mindestens 14 Cent pro Minute recht teuer. Von dem Entgelt finanziert der Anbieter offenbar die Weiterleitung und den Betrieb des Systems. Die Nutzung des Dienstes ist anonym. Das Unternehmen versichert, dass es die Zielrufnummer des Kunden nur weitergibt, wenn Strafverfolgungsbehörden die Herausgabe der Daten verlangen. Dem normalen Anrufer bleibt sie jedoch verborgen. (uma)

http://usaerklaert.wordpress.com

Mit der Wahl des neuen US-Präsidenten Obama ist auch das Interesse an den USA in Deutschland wieder spürbar gestiegen. Das gut gepflegte Blog USA erklärt liefert Hintergrundinformationen, wie Politik und Gesellschaft in den USA funktionieren. Der in Deutschland lebende und mit einer Deutschen (der „schönsten Germanin“) verheiratete Scot W. Stevenson klärt verbreitete Irrtümer über die Vereinigten Staaten auf, widerlegt gängige Vorurteile und beleuchtet die Hintergründe aktueller politischer Entscheidungen. Er zeichnet das Bild von einem großen, sehr heterogenen Land, dem man mit einfachen Stammtischweisheiten nicht gerecht wird.

Die Themen sind bunt gemischt. Im Januar kümmerte sich Stevenson beispielsweise um die in vielen US-amerikanischen Häusern lausige Wärmedämmung und erklärte, warum Holzkonstruktionen dort so beliebt sind. Selbst die trockene Bautechnik bietet eine Menge Lesespaß. Der Autor rät etwa dringend dazu, Germanen von US-Baustellen fernzuhalten – wenn sie einmal gesehen haben, wie die Geschossdecken konstruiert sind, weigern sie sich nämlich sonst, das Obergeschoss zu betreten.

Das Blog existiert schon eine geraume Weile – und trotz der Drohung des Machers, dass er das Fertigen neuer Beiträge einstellen werde, wenn alles gesagt sei, gehen ihm die Themen offenbar nicht aus. (uma)

www.respekt-im-netz.net/weitergeschaut.html

Mobbing im Internet ist kein wirklich neues Phänomen; durch viele neue Fälle in sozialen Netzwerken erfährt das Thema jedoch derzeit viel Beachtung. Beim Ausprobieren des neuen Mediums – insbesondere des elternfreien SchülerVZ – schlägt so mancher Teilnehmer über die Stränge.

Erfahren die Eltern von Ärger in den Netzwerken, so ist die Not oft groß, weil sie sich noch weniger auskennen als ihr Nachwuchs und nicht wissen, an wen man sich wenden muss. Unter Respekt im Netz haben sich Anbieter von Online-Diensten zusammengetan und eine gut sortierte Liste von Anlaufstellen für Erwachsene und Kinder zusammengestellt. (jo)

http://labs.mozilla.com/bespin

Nachdem sich die Internetgemeinde allmählich an Online-Officeprogramme gewöhnt hat, war es höchste Zeit für einen Programmiereditor auf Grundlage von Webtechniken. Derzeit ist Bespin mit seiner Versionsnummer 0.1a noch nicht viel mehr als ein Proof of Concept, aber dieses Konzept hat es in sich. Das Projekt der JavaScript-Experten Ben Galbraith und Dion Almaer setzt auf Nutzerseite kostenlose Registrierung und Firefox 3 oder eine aktuelle WebKit-Vorabversion voraus.

Die bearbeiteten Dokumente liegen auf dem Mozilla-Server. Die Syntax-Hervorhebung von Bespin erkennt derzeit HTML, JavaScript und CSS. Aktionen führt man über eine Unix-artige Kommandozeile aus, die dank Hilfe und automatischer Vervollständigung einfach benutzbar ist; für die gängigsten Funktionen gibt es auch Schaltflächen. Eingaben lassen sich zurücknehmen und wiederherstellen; eine History-Funktion listet die Bearbeitungsschritte auf. Besonders schick ist das Dashboard, ein Datei- und Projektmanager: Es zeigt eine an das Platzangebot angepasste Vorschau auf die offenen Dateien und bildet untergeordnete Verzeichnisse nebeneinander ab. Der Import und Export läuft auf Projektebene über gezippte Archive; eine Ansicht im Browser ist natürlich auch vorgesehen.

Bis aus Bespin eine ernstzunehmende und robuste Programmierumgebung wird, dürfte noch eine Weile vergehen. Auf einem Gebiet spielt es aber schon jetzt seine Stärke gegenüber üblichen Editoren aus: Mehrere Bearbeiter können problemlos am gleichen Projekt schreiben und bekommen Aktualisierungen ihrer Kollegen jederzeit frisch ins Browser-Fenster geladen. (heb)

www.stifter-helfen.de

Für gemeinnützige Organisationen vermittelt das Stiftungszentrum.de Sachspenden von IT-Herstellern. Ganz gratis erhältlich sind die Spenden jedoch nicht, es muss für jede Bestellung vorab eine Verwaltungsgebühr bezahlt werden, die vier bis acht Prozent des nominellen Warenwerts ausmacht. Zur Teilnahme ist zunächst eine recht aufwendige Registrierung nötig, bei der auch die Gemeinnützigkeit nachgewiesen werden muss. Ist diese Hürde erst geschafft, können die Verantwortlichen einmal pro Jahr eine bestimmte Zahl Artikel aus dem Katalog bestellen.

Für die Organisationen stehen derzeit Produkte von Microsoft, Cisco und Business Objects zum günstigen Kauf bereit. Die Auswahl ist allerdings eingeschränkt; von Windows XP und Vista beispielsweise gibt es auf diesem Wege nur Update-, jedoch keine Vollversionen. (uma)

www.ctmagazin.de/0906218


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