Grafik gratis

Sie haben eine gute Idee unters Volk zu bringen, aber kein Budget für teure Kreativ-Software? Kein Problem, denn auch Eigenproduktionen mit kostenlosen Werkzeugen von der Heft-DVD können sich sehen lassen.

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Ob Sie ein Studentenprojekt oder eine Garagenfirma an der Schwelle zum Börsengang betreiben – ein schickes Faltblatt bleibt bei potenziellen Sponsoren oder der Jury des Gründungswettbewerbs im Gedächtnis haften. Gut gemachte Handzettel springen ins Auge, sind schnell eingesteckt, lassen sich zwischendrin im Stehen auf dem Bahnsteig lesen und bringen sich beim Aufräumen des Schreibtischs von selbst wieder in Erinnerung. Das schafft keine Webseite.

Das grafische Gestalten am Rechner war schon häufiger Thema in c't [1]. So zeigten wir, wie man einer Vereinszeitschrift ein schickes Layout verpasst [2], mit Inkscape Pixelbilder vektorisiert oder mit Hilfe des DTP-Programms Scribus individuelle Fotobücher und Kunstposter gestaltet. Die beiden letztgenannten Anleitungen stehen inzwischen komplett auf heise online (siehe Link am Ende des Artikels).

Diesmal dreht sich alles um einen Flyer, der sich leicht an eigene Bedürfnisse anpassen lässt. Übernehmen Sie das Grundraster oder einzelne grafische Elemente in Ihr eigenes Layout oder benutzen Sie unser Beispiel rein zur Übung, um danach mit Ihren eigenen Ideen loszulegen.

Den Mustertext, alle Schriftarten und Bilder, die Sie für den Nachbau unseres Layoutbeispiels brauchen, finden Sie unter dem Namen „Material für Grafikdesign-Praxis“ auf der DVD, die auch die verwendeten Anwendungen enthält. Neben Scribus kommen die Bildbearbeitung Gimp und der Vektorzeichner Inkscape zum Einsatz, allesamt die Flaggschiffe ihrer Disziplin innerhalb der Open-Source-Szene. Hinweise zur Installation unter Windows und Mac OS X finden Sie im Kasten auf Seite 122. Die simplen 3D-Ansichten des Prototyps im Beispiellayout haben wir mit Hilfe von Google SketchUp zusammengeklickt – wenn Sie etwas Ähnliches vorhaben, bietet Ihnen freilich das 3D-Paket Blender von der DVD weit mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Eine Anleitung zum Umgang damit war kürzlich ausführlich in c't zu lesen [3, 4].

Im Folgenden stehen Spezialitäten und Kniffe im Vordergrund, beispielsweise ein Verfahren, wie Sie Illustrationen nach Fotos zeichnen, ohne wirklich zeichnen zu können. Wer noch nie mit Gimp, Inkscape und Scribus gearbeitet hat, findet im Netz reichlich Einstiegshilfen und Anleitungen für seine ersten Gehversuche. Auch solche Quellen haben wir in unsere Linksammlung aufgenommen.

Blickfang unseres Modell-Handzettels, der sich auf ein DIN-A4-Blatt quer drucken lässt, bildet eine zentrale Illustration im Textblock: Zwei Personen bestaunen einen kleinen Haushaltsroboter, der über eine Tischplatte fährt. Solche Figuren frei Hand zu zeichnen erfordert viel Übung und einiges Talent. Leichter fällt es, sie in Inkscape mittels Vektorkurven aus Fotos abzupausen.

Zur Vorbereitung öffnen Sie die Vorlagenfotos aber zunächst in der Bildbearbeitung Gimp. Zeigen sie flaue Kontraste oder zu dunkle Mitteltöne, korrigieren Sie Schwarz-, Weiß- und Graupunkt über den Menüeintrag Farben/Werte. Dezenten Farben verleiht entschlossenes Ziehen am Sättigungsregler (Farben/Farbton/Sättigung) mehr Pfeffer – bei einer Illustrationsvorlage dürfen die Farben deutlich knalliger geraten, als das bei Fotos üblich ist.

Eine Rechteckauswahl oder das Lasso umreißt die Figur grob und hievt sie per „Bearbeiten/Kopieren“ und anschließendem „Datei/Erstellen/Aus Zwischenablage“ in eine maßgeschneiderte Bilddatei. „Bild/Bild skalieren“ korrigiert, falls nötig, die Größe, denn Fotos von der digitalen Spiegelreflex fallen fürs Nachzeichnen in Inkscape zu unhandlich aus. Hat das Bild in Höhe und Breite ungefähr so viele Pixel wie der benutzte Monitor Bildpunkte (beispielsweise 1152 x 864), reicht das erfahrungsgemäß für die folgenden Arbeitsschritte völlig aus. Abschließend speichern Sie die Vorlage in einem Dateiformat, das Inkscape importieren kann, etwa PNG.

Bei manchen Vorlagen treten die großen Formen klarer hervor, wenn Gimp die Anzahl der Tonstufen pro Farbkanal auf vier, drei oder gar zwei beschränkt (Farben/Posterisieren). Windows-Nutzer können alternativ auch die schlanke Freeware Paint.NET benutzen (ebenfalls auf DVD); hier verbirgt sich die Funktion hinter dem Menüeintrag Korrekturen/Tontrennung. Die posterisierte Fassung der Vorlage speichern Sie unter einem neuen Dateinamen. Fürs Abpausen sind beide Versionen nötig: die vergröberte dient als Formvorlage, die originale als Farbreferenz.

Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 10/2009.

Literatur

[1] Peter König, Gestaltungsspielraum, Grafik-Workshop für Ambitionierte, c't 4/2007, S. 182

[2] Peter König, Marke Eigendruck, Schicke Vereinszeitschrift per Desktop-Publishing gestalten, c't 20/2007, S. 186

[3] Christian Guckelsberger, Der Vogel aus dem Würfel, Polygon-Modeling mit Blender, Teil 1, c't 23/2008, S. 178

[4] Christian Guckelsberger, Der Vogel aus dem Würfel, Polygon-Modeling mit Blender, Teil 2, c't 23/2008, S. 192

www.ctmagazin.de/0910118


"Software-Kollektion"

Artikel zum Thema "Software-Kollektion" finden Sie in der c't 10/2009:
Software für Wissenschaft und Technik S. 110
Grafikdesign mit Open-Source-Programmen S.118

(pek)