Marke Eigenbau: Der Wecker mit dem langen Arm
Was tun mit einem künstlichen abgetrennten Unterarm, der als Deko von einer Halloween-Party übriggeblieben ist? Simone Giertz baute sich daraus einen Wecker der etwas unbequemen Art.
Simone Giertz gehört zu den Bastlerinnen der unerschrockenen Sorte, die keine Angst davon hat, ihre Konstruktionen zur Erleichterung den Alltags an sich selbst auszuprobieren. Mit ihrem Prototyp einer Maschine, die sie beim Frühstück füttert (oder besser: ihr die Mühe abnimmt, aus Cerealien und Milch die maximal mögliche Sauerei zu produzieren), hat sie es vergangenen Freitag bereits in unsere Maker-Marginalien geschafft. Ihre jüngste Kreation ist ein Wecker, der auf reichlich robuste Art dafür sorgt, dass es morgens "im Bett nicht mehr so gemütlich ist", wie sie in ihrem Video erzählt. (Warnhinweis: Das Video enthält in der zweiten Hälfte gängige, aber unflätige englische Kraftausdrücke).
Als Interface im Wortsinn dient ein abgetrennter Unterarm aus der Halloween-Deko-Abteilung, von dem sie mit Nagellackentferner die Blutspuren entfernt hat. Den Arm hat sie mit großzügig Gafferband an einen kräftigen Elektromotor getaped, den wiederum mit Winkeln am Deckel einer Blechdose befestigt. In der Dose steckt ein Arduino, obendrauf sitzt ein konventioneller elektrischer Wecker. Klingelt der, schließt sich ein Kontakt, was als Signal in den Arduino eingespeist wird. Dieser wiederum schaltet ein Relais durch, das Spannung auf den Motor gibt – die Hand traktiert das Gesicht der Schläferin mit einer schnellen Folge von Backpfeifen, in Zahlen: mit 165 Beats pro Minute. Das Relais ist nötig, weil der verwendete Gleichstrommotor bei 12 Volt Spannung eine maximale Stromaufnahme von 20 Ampere hat – das überlebte keiner der Transistoren, die Simone ausprobiert hat. Aber auch das hatte für sie seinen Sinn: "Es gibt nichts, was Dir so sehr das Gefühl von Kompetenz gibt, wie der Geruch durchgebrannter Elektronik!"
Wer so handgreiflich aus dem Bett gequält wurde, kann sich gleich der nächsten Behandlung durch eine Giertz'sche Konstruktion hingeben – sie hat auch einen Helm entwickelt, der automatisch Zähne putzt:
(pek)