3, 2, 1, los!
Als Microsoft Windows Vista ankündigte, waren die Erwartungen hoch – doch sie wurden schon während der Beta-Phase enttäuscht, und die finale Version entpuppte sich schließlich als Fiasko. Windows 7 hingegen eilt ein guter Ruf voraus. Wir haben nachgeprüft, ob die fertige Version ihm gerecht wird.
- Daniel Bachfeld
- Johannes Endres
- Axel Vahldiek
Nachdem Microsoft für Windows Vista fünf Jahre brauchte, war so mancher überrascht, dass Windows 7 schon nach halb so langer Entwicklungszeit fertig wurde: Statt wie ursprünglich angekündigt Ende 2009 stellte Microsoft das neue Betriebssystem bereits am 22. Juli fertig. Anfangs gewährte Microsoft allerdings nur einigen großen PC-Herstellern den Zugriff darauf (woraufhin die finale Version prompt in den Tauschbörsen auftauchte). Seit dem 6. August steht sie für MSDN- und Technet-Abonnenten sowie für Hard- und Softwarehersteller mit Connect-Zugang zum Download bereit. Zeit also zum Testen: Die finale Version (allgemeiner Verkaufsstart: 22. Oktober) soll zeigen, ob alles wie versprochen funktioniert. Der nachfolgende Artikel ab Seite 84 geht dann den Fragen nach, wie schnell das neue Windows läuft, wie sehr es die Akkus strapaziert und welche Hard- und Software darunter läuft.
Versionswirrwarr
Windows 7 erscheint in ähnlich vielen Versionen wie Vista, die sich fast alle beim Funktionsumfang unterscheiden, wobei jede höherwertige Version grundsätzlich alle Funktionen der kleineren Versionen bietet (eine Übersicht finden Sie in der Tabelle auf S. 83, zu den Preisen siehe S. 18). Am stärksten eingeschränkt ist Windows 7 Starter, das nur vorinstalliert auf PCs erhältlich sein wird. Für den heimischen Einsatz empfiehlt Microsoft Windows 7 Home Premium, für kleine Unternehmen Windows 7 Professional (Nachfolger von Vista Business). Den größten Funktionsumfang bieten Windows 7 Enterprise und Ultimate. Die beiden großen Versionen unterscheiden sich nur durch die Lizenz: Enterprise ist lediglich im Rahmen einer Volumenlizenz erhältlich, Ultimate (wie alle anderen) hingegen wird ausschließlich einzeln verkauft.
Solche einzelnen Lizenzen gibt es in vier Geschmacksrichtungen: als Vorinstallation auf einem neuen PC (OEM-Lizenz), als teure Vollversion in einer bunten Packung, als etwas billigere Upgrade-Lizenz (sofern ein älteres Windows ab XP bereits vorhanden ist) und schließlich als günstige System-Builder-Lizenz. Letztere bietet den gleichen Funktionsumfang wie eine Voll- oder Upgrade-Version, es fehlt im Grunde lediglich die bunte Verpackung.
Installation
Microsoft nennt als Systemvoraussetzungen für Windows 7 gerade mal einen 1-GHz-Prozessor, 1 GByte RAM (64 Bit: 2 GByte) und 16 GByte Festplattenspeicher. Das Setup-Programm gibt sich noch bescheidener: es verlangt lediglich nach 5723 MByte freiem Plattenplatz, und selbst auf einem PC mit nur 384 MByte RAM lief die Installation noch durch – erst wenn noch weniger RAM im Rechner steckt, kommt es zu Problemen: Auf einem PC mit 256 MByte stürzte das Setup-Programm mit einem Bluescreen ab.
Windows 7 kann zwar problemlos mit FAT16- und FAT32-formatierten Laufwerken umgehen, lässt sich darauf jedoch nicht installieren. Das klappt ausschließlich auf NTFS-formatierten Laufwerken. Das ist durchaus sinnvoll, denn FAT-Dateisysteme kennen im Unterschied zu NTFS keine Zugriffsrechte für Dateien und Ordner, und ohne die würde Windows 7 reichlich Sicherheit einbüßen.
Installiert man Windows 7 auf einer leeren Festplatte ohne Partitionen, erstellt es selbst gleich zwei: eine kleine (100 MByte) und dahinter eine, die den restlichen Platz der Platte füllt. In der kleinen landet unter anderem der Bootcode und der Bootmanager, außerdem liegt hier Code für die Festplattenverschlüsselung Bitlocker (dazu später mehr). Die 100-MByte-Partition bekommt von Windows 7 keinen Laufwerksbuchstaben zugeteilt, sodass der Explorer sie nicht anzeigt. In der Datenträgerverwaltung können Sie jedoch einen Laufwerksbuchstaben zuweisen (und bei Bedarf wieder entfernen). Falls die erste Partition noch etwas anders enthält, etwa eine Windows-XP-Installation, ist das nicht notwendig, dann taucht sie mit Laufwerksbuchstaben von Anfang an im Explorer auf.
Die Installation dauert je nach PC rund eine halbe Stunde – mal etwas mehr, mal etwas weniger, je nach Hardware und Installationsmedium. Besonders fix geht es mit einem USB-Stick: Auf einem Medion Akoya E1210 („Aldi-Netbook“) brauchte die Installation mit einem USB-DVD-Laufwerk 25 Minuten, vom USB-Stick hingegen war sie bereits nach 15 Minuten erledigt. Zum Vergleich: Die Installation von Windows Vista mit integriertem SP2 vom selben Stick auf dasselbe Netbook dauert doppelt so lange.
Direkt nach dem Start fragt das Setup-Programm nach Sprache, CD-Key, Zielpartition und so weiter, um dann ohne jede Nachfrage weiterzulaufen. Die nächsten Fragen tauchen erst kurz vor dem Abschluss der Installation auf, etwa nach Nutzername und Passwort, der Zeitzone oder ob die automatischen Updates aktiviert werden sollen. Auch die WLAN-Verbindung lässt sich bereits konfigurieren, doch wer die Passphrase eintippt, sollte sicherstellen, dass kein Unbefugter dabei zusieht: Während das Setup-Programm beim Eintippen des Kennworts für das Benutzerkonto dieses als Sternchen statt Zeichen darstellt, zeigt es die Passphrase überraschenderweise und ohne Warnung oder Möglichkeit zum Ändern im Klartext an. Anders als bei Vista, das anschließend erstmal langwierig „die Leistung des Computers“ überprüft, taucht bei Windows 7 bereits Sekunden nach dem Beantworten der letzten Fragen der Desktop auf (die Leistungsüberprüfung lässt sich später nachholen, Aero läuft auch ohne).
Während der Installation ersetzt Windows 7 einen bereits vorhandenen Bootmanager durch einen eigenen. Ältere Windows-Versionen werden dabei gefunden und eingebunden.
Upgrade-Installation
Wer Windows 7 nicht frisch installieren möchte, sondern sein bestehendes Windows nur auf Windows 7 aktualisieren möchte, macht eine Upgrade-Installation. Das klappt allerdings nur mit Vista, sofern mindestens das Service Pack 1 installiert ist (mehr dazu auf S. 18). Für den Test kam das oben erwähnte Aldi-Netbook mit vorinstalliertem Vista mit SP2 zum Einsatz.
Eine Upgrade-Installation lässt das Setup-Programm nur zu, wenn man es unter dem bestehenden Windows startet. Die Installation verläuft dann ähnlich bequem wie eine frische: Am Anfang einige Fragen, am Ende einige und Sekunden später kann man arbeiten. Auf dem Netbook dauerte die ganze Aktion ziemlich genau eine Stunde, allerdings handelte es sich eben auch um ein frisch installiertes Vista ohne Anwendungen. Das Aktualisieren eines gealterten Vista mit diversen Anwendungen dürfte länger dauern.
Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 18/2009.
"Windows 7 startet"
| Artikel zum Thema "Windows 7 startet" finden Sie in der c't 18/2009: | |
| Aktuelles zu Browser, Preisen und Aktivierung | S. 18 |
| Die neuen Funktionen im Test | S. 78 |
| Geschwindigkeit und Kompatibilität | S. 84 |
(axv)