Übertragungstechnik

Wird HDTV analog oder digital übertragen?

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Wird HDTV analog oder digital übertragen?

In Japan begann man bereits in den frühen 1990er Jahren mit der analogen Verbreitung von HDTV-Signalen, wobei eine Halbbild-Auflösung von 1035 Zeilen (1035i) benutzt wurde. Allerdings blieb diese Verbreitungsform die Ausnahme: So gab man in Europa die in den Achtzigern entwickelte High-Definition-Variante des so genannten MAC-Verfahrens („Multiplexed Analogue Components“, benannt nach der Übertragung der einzelnen analogen Komponentensignale innerhalb einer Fernsehzeile) nach kurzer Zeit wieder auf.

Heute wird HDTV weltweit digital ausgestrahlt. Als Kompressionsverfahren (Codec) kommt das von der DVD bekannte MPEG-2 in der HD-Variante (MP@HL, Main Profile at High Level) zum Einsatz. Auch sämtliche in Europa eingesetzten DVB-Übertragungsstandards („Digital Video Broadcasting“) verwenden derzeit MPEG-2 zur Datenreduktion des Videomaterials; die HDTV-Übertragung ist bereits seit einigen Jahren vorgesehen.

Allerdings wenden sich immer mehr Sender vom veralteten MPEG-2 ab, das HDTV-Signale gerade einmal auf rund 20 MBit/s komprimiert. Effizienter sind Codecs wie H.264/AVC (alias MPEG-4 Part 10) oder Windows Media Video 9 (WMV HD), die die HDTV-Daten bei gleicher Bildqualität auf 8 MBit/s und weniger schrumpfen sollen. Der Einsatz neuer Codecs ist im neuen Übertragungsstandard DVB-S2 bereits vorgesehen. (nij)