Bahn geht gegen Internetdienst für Gruppenreisen vor

Die Deutsche Bahn wirft dem Internet-Gruppenreisedienst Kartenfuchs Wettbewerbsverzerrung vor und will die Betreiber zur Einstellung ihres Netzangebots bewegen.

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  • Maria Benning

Die Deutsche Bahn wirft dem Internet-Gruppenreisedienst Kartenfuchs Wettbewerbsverzerrung vor und will die Betreiber zur Einstellung ihres Netzangebots bewegen. Reisende können bei Kartenfuchs ihre Reisewünsche mit Zielort und Datum in ein Webformular eintragen. Aufgrund dieser Angaben prüft der Gruppenreisedienst, ob es weitere Interessenten für die Route gibt und lotet die entsprechenden Mengenrabatte für einen gemeinsamen Fahrkartenkauf aus.

Kartenfuchs bietet seine Dienste kostenlos an. Nach Angaben der Betreiber handelt es sich bei dem Service um eine private Initiative, die noch kein Einkommen erwirtschaftet. "Zur Zeit prüfen wir, ob es im Internet einen Markt für Bahngruppenreisen gibt", sagte Pascal Bernhard, ein Vertreter des Unternehmens, gegenüber c't. Der Reisedienst war erst im August online gegangen. Schon zwei Wochen nach dem Start warf die Deutsche Bahn AG dem Netz-Neuling vor, die geschäftlichen Interessen der Bahn zu beeinträchtigen. Gleichzeitig habe sich die Bahn für eine Kooperation interessiert, geben die Betreiber von Kartenfuchs an. Außerdem verweisen sie darauf, dass die Bahn selbst auf ihrer Homepage ein so genanntes Get-Together-Forum unterhält und auf den Gruppenreiseservice Sparscheibe verweist.

Die Zusammenarbeit kam nicht zustande. Die Bahn habe mitgeteilt, dass die gewerbliche Organisation von Gruppenfahrten ihren künftigen Geschäftsinteressen widerspreche, so Kartenfuchs. Im selben Schreiben habe der Konzern rechtliche Schritten gegen den Gruppenreisedienst angekündigt und eine strafbewehrte Unterlassungserklärung beigelegt. Demnach soll Kartenfuchs die Vermittlung von Gruppenfahrten einstellen und auf seinen Seiten nicht länger auf Fahrplandaten der Bahn zurückgreifen.

Bis Ende der Woche soll sich Kartenfuchs zum Schreiben der Bahn äußern. Solange diese Frist andauert, wolle die Deutsche Bahn AG keine weiteren Stellungnahmen abgeben, sagte die Pressesprecherin der Bahn AG, Stella Pechmann. Die Betreiber von Kartenfuchs kündigten an, nicht auf die Forderungen der Bahn eingehen zu wollen. "Würde die Logik der Bahn gelten, müssten Tankstellen und Autohändler gegen Mitfahrzentralen vorgehen", führte Kartenfuchs-Sprecher Bernhard zur Begründung an. (mbb)