Bundeskartellamt überprüft Telekom-Einstieg bei Beta Research
Das Bundeskartellamt will nach Zeitungsberichten den geplanten Einstieg der Deutschen Telekom bei der Kirch-Firma Beta Research genauer untersuchen.
Das Bundeskartellamt in Bonn will nach einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) den geplanten Einstieg der Deutschen Telekom bei der vom Medienunternehmer Leo Kirch gegründeten Firma Beta Research genauer untersuchen. Das berichtet die Zeitung am heutigen Donnerstag unter Berufung auf einen Verantwortlichen des Kartellamts.
Beta Research kontrolliere die bislang einzige verbreitete Technik für das Digital-Fernsehen in Deutschland. Die Telekom will sich mit 51 Prozent an dem Unternehmen beteiligen. Kirch und Telekom hatten das Geschäft, für das die Telekom laut FTD 990 Millionen Mark an Kirch bezahlen soll, bereits im Februar verkündet. Schon damals waren Bedenken des Kartellamts laut geworden. Die Konzerne hatten den Plan schließlich am 26. Oktober nach monatelangem Zögern beim Kartellamt angemeldet. Nun plane das Amt in den nächsten Tagen einen so genannten "Monatsbrief" an die Konzerne zu schicken. Dies bedeute, dass die Prüfung in eine zweite Phase von vier Monaten geht, nachdem die Vier-Wochen-Frist nicht ausreiche.
Die Bedenken der Wettbewerbshüter seien unverändert hoch, schreibt das Blatt. Die Telekom habe im TV-Kabelnetz immer noch nahezu eine Monopolstellung und gleichzeitig kontrolliere Kirch mit seiner D-Box als einziger eine Zugangs- und Verschlüsselungstechnik für digitale TV-Übertragung in Deutschland. Da künftig sämtliche TV-Programme sowie zahllose Medien- und Konsumangebote über diese Technik übertragen werden, sehen Kartellrechtler Wettbewerb und Zugangsfreiheit als Kernforderung an. Aus diesem Grund hatten Kartellamt und EU-Kommission bereits 1994 und 1998 ähnliche Pläne untersagt, die damals noch den Bertelsmann-Konzern einschlossen. An den damaligen Grundsatzbedenken gegen Verbindungen von Netzbetreibern, Software-Eignern und Inhalte-Anbietern habe sich nichts geändert, berichtet die FTD. Die Telekom argumentiere hingegen, dass sie sich inzwischen teilweise vom Kabelnetz trenne. (wst)