Umstellung der Verschlüsselung bei Premiere
Ich habe gelesen, dass der Pay-TV-Sender Premiere künftig sein komplettes Programm nicht mehr mit Nagravision, sondern nur noch mit Videoguard verschlüsselt ausstrahlt. Kann ich jetzt meinen Premiere-Receiver auf den Müll werfen?
Ich habe gelesen, dass der Pay-TV-Sender Premiere künftig sein komplettes Programm nicht mehr mit Nagravision, sondern nur noch mit Videoguard verschlüsselt ausstrahlt. Kann ich jetzt meinen Premiere-Receiver auf den Müll werfen?
Tatsächlich plant Premiere, künftig beide Verschlüsselungsverfahren parallel einzusetzen. In der Praxis erhalten daher Receiver, die sich auf Videoguard umstellen lassen, über den Sat-TV-Datenstrom automatisch ein entsprechendes Firmware-Update. In diesem Fall müssen Sie Ihre bisherige Nagravision-Smartcard gegen eine neue Videoguard-Karte umtauschen. Sollten Sie einen Receiver besitzen, der sich nicht umstellen lässt, erhalten Sie in den kommenden Monaten eine neue Nagravision-Karte. So will Premiere die vorhandene Sicherheitslücke bei diesem Verschlüsselungssystem schließen.
Ihren Premiere-zertifizierten Receiver sollen Sie auf jeden Fall problemlos weiterverwenden können. Unklar ist bislang nur, ob CA-Module für nicht-zertifizierte Receiver mit CI-Slot auch mit den neuen Nagravision-Smartcards funktionieren werden. Sicher ist aber, dass es für Videoguard derzeit kein passendes CAM gibt. Wer den Wechsel auf Videoguard mitmacht, kann folglich nur noch offizielle Empfänger einsetzen.
Die Umstellung betrifft jedoch nur Premiere-Kunden, die das Pay-TV-Programm über Satellit erhalten. Das schließt Mieter von Wohnungsbaugesellschaften ein, die das Satelliten-TV-Signal als DVB-C-Signal ins Hausnetz einspeisen. Ob Sie zu diesen Kunden gehören, erkennen Sie an der roten Smartcard, die nur Kunden erhalten, die Sat-TV-Signale empfangen. Von den Kabelnetzbetreibern hat Kabel BW schon komplett auf Videoguard umgestellt, Kabel Deutschland und Tele Columbus überlegen dies noch. (nij) (nij)