1-Chip kontra 3-Chip
Manche Camcorder werden mit drei Chips statt nur einem Bildwandler angeboten. Welche Auswirkungen hat das in der Praxis?
Manche Camcorder werden mit drei Chips statt nur einem Bildwandler angeboten. Welche Auswirkungen hat das in der Praxis?
Diese beiden Geräteklassen unterscheiden sich aus technischer Sicht vor allem in der Farb-, Kontrast- und Helligkeitsauflösung. Camcorder mit 1-Chip-Wandler nutzen einen Chip, auf dessen Oberfläche ein schachbrettartiges Muster von Farbfiltern aufgebracht wurde, jeweils vier im Quadrat angeordnete Wandlerpixel übertragen die Farbinformation des Bildes, wobei zwei Pixel grün und je eines rot und blau „sehen“. Die Netto-Farbauflösung eines solchen 1-Chip-Wandlers liegt somit nur bei einem Viertel der tatsächlich vorhandenen Pixelanzahl.
Die 3-Chip-Geräte verwenden für jede Grundfarbe (Rot, Grün, Blau) indes einen eigenen Wandlerchip; das vom Objektiv kommende Licht wird mit Prismen und Farbfiltern auf die drei Wandler verteilt. Die Grenze der so übertragenen Farbauflösung rangiert zwar deutlich über dem, was die 1-Chip-Modelle erreichen. Da aber die Übertragung der Videoinformationen im PAL-Format sowieso eine Reduzierung der Farbauflösung vorsieht, bleibt der Unterschied zwischen den beiden Systemen so gut wie unsichtbar: Nach der trickreichen Zusammenfassung der Daten aus allen Wandler-Zellen entsteht bei 1-Chip-Modellen ein Bild, das sich in puncto Schärfe und Detailwiedergabe vor dem der aufwendiger gebauten 3-Chip-Geräten kaum noch verstecken muss.
Erst wenn es darum geht, in beleuchtungstechnisch problematischen Randsituationen noch gute Bilder hinzubekommen – vor allem bei wenig Licht und flauen Kontrasten – spielen die 3-Chip-Modelle ihre Stärke aus. Wer welchen Camcorder bevorzugt, hängt damit vor allem vom angepeilten Einsatzbereich ab: Für den klassischen Urlaubs-Filmer reicht ein gut ausgestatteter 1-Chip-Camcorder allemal; der ambitionierte Video-Amateur dagegen wird eher zur 3-Chip-Version greifen. (uh) (uh)