Ungebräuchliche PIO-Modi?
In Ihrem Artikel `Gebremster Vorwärtsdrang´ über EIDE in c't 3/95 nennen Sie die PIO-Modi 1 und 2 ungebräuchlich. Ihr Testprogramm CTATBUS meldet aber, daß meine Platte diese Fähigkeit sehr wohl besitzt. Allerdings meldet CTATBUS auch, daß die Platte `enh. PIO-Mode 3´ beherrscht. Was stimmt denn nun?
- Detlef Grell
In Ihrem Artikel `Gebremster Vorwärtsdrang´ über EIDE in c't 3/95 nennen Sie die PIO-Modi 1 und 2 ungebräuchlich. Ihr Testprogramm CTATBUS meldet aber, daß meine Platte diese Fähigkeit sehr wohl besitzt. Allerdings meldet CTATBUS auch, daß die Platte `enh. PIO-Mode 3´ beherrscht. Was stimmt denn nun?
Die von mir als ungebräuchlich bezeichneten PIO-Modi sind älter als Enhanced IDE. Sie waren sogar schon zu Zeiten definiert, als es noch nicht mal Bussysteme wie VL oder PCI gab. Da der ISA-Bus selbst aber die maximal erreichbare Datentransferrate auf unter 2 MByte/s drückte, war es völlig belanglos, ob man das Platten-Interface mit PIO-Mode 0, 1 oder 2 betrieb. Denn schon PIO-Mode 0 bietet mit 3,3 MByte/s mehr Transferrate, als der ISA-Bus zuläßt. Und übrigens auch mehr, als eine IDE-Platte seinerzeit überhaupt liefern konnte.
Der maximale PIO-Mode ist sozusagen eine feste Eigenschaft der Platte, und es ist Aufgabe des Hostadapters, die Platte entsprechend ihres höherbegabten Interface auch anzusteuern. Ungebräuchlich sind diese Modi deshalb, weil kein ISA-IDE-Adapter davon Gebrauch macht - wohl aber neue EIDE-Adapter für den VL- oder PCI-Bus. Jedoch liegt der typische Einstieg heute bei PIO-Mode 3; auf niedrigere PIO-Modi schalten solche Adapter nur runter, wenn man ältere Platten anschließt, die noch nicht PIO-Mode-3-fähig sind. CTATBUS liest nun sowohl die für Standard-IDE-Fähigkeiten als auch die mit EIDE neu spezifizierten Werte aus. Wenn eine Platte PIO-Mode 3 beherrscht, kann ihr Interface generell auch mit allen darunterliegenden Modi betrieben werden.(gr) (gr)